Nach dem Echo wird ein weiterer Preis für künslerisches Schaffen in Deutschland zu Grabe getragen. Im kommenden Frühjahr wird noch ein letztes Mal die "Goldene Kamera" verliehen, danach soll Schluss sein mit dem tradionsreichen Preis.

Jochen Beckmann, Geschäftsführer der Funke Zeitschriften, führte als Grund für das Aus der TV-Gala die veränderten Sehgewohnheiten der Zuschauer an. Es sei nötig, "neue Optionen für die Marke Goldene Kamera auszuloten", sagte er. Zudem betonte Beckmann nachdrücklich, er habe den Glauben an die Marke nicht verloren. Künftig soll der Preis stattdessen als "YouTube Goldene Kamera Digital Award" weitergeführt werden.

Die Gala am 21. März 2020, mit Entertainer Thomas Gottschalk als Moderator, wird nach 25 Jahren die letzte Verleihung sein, die live im ZDF gezeigt wird. Eingeführt wurde die "Goldene Kamera" 1966. Zuletzt hatte der bedeutende Filmpreis jedoch einen gehörigen Imageschaden verkraften müssen, nachdem es den Moderatoren Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf glückte, dass ein Doppelgänger Ryan Goslings einen Preis für "La La Land" entgegennahm. Auch die Einschaltquoten waren schon seit Jahren ruckläufig.

Die Reaktionen in den sozialen Medien zum Aus der "Goldenen Kamera" fielen kontrovers aus. Ein Facebook-Nutzer befand: "Extrem schade für talentierte Nachwuchsdarsteller." Dem hielt ein weiterer User entgegen: "Gott sei dank. Jetzt bitte noch den Bambi." Ein Weiterer hat derweil schon einen Idee für die Gala im März: "Vorschlag für die letzte Ausgabe: Der echte Ryan Gosling überreicht 'Circus Halligalli' die verdiente goldene Kamera."


Quelle: teleschau – der Mediendienst