Vom Krieg zum KZ: Auch "Planet der Affen: Survival" (2017) fungiert unter Einsatz berauschender Digitaleffekte eindrücklich als Parabel auf die menschliche Brutalität.

Wer sich vom aktuellen Stand der digitalen Animationstechnik im Film überzeugen will, ist mit "Planet der Affen: Survival" (2017) gut beraten. Die detailreichen Primaten um Hauptfigur Caesar alias Andy Serkis sind von den echten Artgenossen äußerlich kaum zu unterscheiden. Lediglich an Augen und Verhalten, an Empathie und Sprache spiegelt sich die von einem Virus entfachte menschenähnliche Intelligenz. Die letzten überlebenden Menschen hingegen entfernen sich mit ihren Angriffskriegen und Konzentrationslagern im dritten Teil der bemerkenswerten Sci-Fi-Neuauflage immer weiter vom Humanen. Die düstere Parabel auf die Brutalität der Menschheit ist nun als Free-TV-Premiere auf ProSieben zu sehen.

Der eigentlich "War For The Planet Of The Apes" benannte Film von Regisseur Matt Reeves, der bereits den Vorgänger inszenierte, fabuliert bedrohlicher als je zuvor von der Brutalität des Menschlichwerdens der Affen. Von jener anscheinend dem humanen Dasein innewohnenden Dialektik, die kulturelle, zivilisatorische und sprachliche Evolution ebenso einschließt wie Barbarei und Niedertracht.

Der Konflikt zwischen den verfeindeten Affenstämmen ist beendet, die friedliche Koexistenz mit den letzten überlebenden Menschen scheint jedoch in weite Ferne gerückt. Es tobt ein Krieg, ins Leben gerufen vom menschenhassenden Bonobo Koba (Toby Kebbell). Der von Motion-Capturing-Star Andy Serkis herausragend verkörperte Hauptcharakter Caesar, jener Schimpanse, dessen Geschichte die "Planet der Affen"-Reihe erzählt, kann dem kaum etwas entgegensetzen. Und bald wird auch er vom Rachekreislauf erfasst. Schließlich attackiert die Söldnertruppe der Menschen, geführt vom Colonel (eine Paraderolle für Woody Harrelson), in einem nächtlichen Angriff das Versteck der Affen.

Auch wenn die kalte Miliz der Menschen dem trauten Heim der Affen etwas platt entgegengesetzt wird: "Survival" lotet vor allem in der Figur des Caesar die Zweifel und die Moral, die Empathie und auch die Brutalität des Menschwerdens aus. Dass eine philosophisch-politische Ebene wie diese derart mit beeindruckenden Animationen und Special Effects einhergeht, ist ein seltener Glücksfall.

Direkt im Anschluss hat der Privatsender zudem die beiden ebenfalls hervorragenden Vorgängerfilme im Programm: "Planet der Affen: Prevolution" (2011) um 23.05 Uhr und "Planet der Affen: Revolution" (2014) um 01.00 Uhr.


Quelle: teleschau – der Mediendienst