Sie läuft, die fünfte Staffel der Reality-Show "Promi Big Brother". Und schon nach den ersten Tagen in der TV-WG hegt Jens Hilbert unter Tränen Abschiedsgedanken. "Ich frage mich, wieso ich mich für etwas quälen muss, wovon ich festgestellt habe, dass es gar nichts für mich ist", sagt er. Und wir fragen uns: Wer ist dieser Jens Hilbert, von dem Sat.1 behauptet er sei Selfmade-Millionär?

Ein Blick auf seine offizielle Homepage verrät: Schauspielerin Mariella Ahrens ist schwer beeindruckt von dem Mann, der 39 Jahre alt ist. "Jens denkt visionär und schafft es, bei den Menschen große Potentiale zu entfalten", is da zu lesen. Und Filmproduzent Martin Krug ist sich sicher: "Ein Potentialträger, von dem wir noch viel hören werden".

Sätze, die uns ein schlechtes Gewissen machen. Haben wir etwas bahnbrechendes verpasst? Ja, zumindest in der Kosmetik-Branche. Denn Jens Hilbert, derzeit noch ohne eigenen Wikipedia-Eintrag im Netz unterwegs, ist Geschäftsführer eines Franchise-Unternehmens, das sich auf die dauerhafte Haarentfernung spezialisiert hat.

Ausgrenzung und Spott

Der Weg dorthin? Offenbar steinig. "Ich komme aus einem 600-Einwohner-Örtchen im Odenwald und damit fing schon das ganze Problem für mich an. Ein schwuler Junge, der anstatt mit dem Fußball lieber mit Puppen gespielt hat", schreibt Hilbert über sich selbst. Mit Ausgrenzung und Spott habe er leben müssen, seit er denken könne.

Heute treiben ihn vor allem Erfolg und Anerkennung an. Das sei etwas, von dem er nicht genug bekommen könne. Und das ist es wohl auch, was ihn zur Teilnahme bei "Promi Big Brother" bewogen hat. Er wolle sich aber auch selbst überprüfen, erklärte er in einem Interview mit Sat.1. "Wie reagiere ich, wenn ich in einer Extremsituation scheitere? Wie gehe ich damit um, wenn ich mich mal wieder in einer Situation der Ausgrenzung befinde?" Und: "Was ist mit Respekt, mit Fairness, mit Wertschätzung?"

Tagelang im "Nichts"

Nach den ersten Tagen unter Dauerbeobachtung scheint Hilbert nun erste Antworten gefunden zu haben. "Ich bin im Moment schon sehr abbruchfreundlich", gesteht er im Sprechzimmer des Promi-Big-Brother-Hauses. Dort muss er seit dem Einzug im "Nichts" wohnen, dem Bereich, der nur spärlich eingerichtet ist und der für die Bewohner kaum Platz bietet.

Ob er tatsächlich ausziehen wird, bleibt abzuwarten. Einfach aufzugeben, würde indes nicht zu seinem bisherigen Lebenslauf passen.