Eine Liebesgeschichte aus einer Welt, in der es keine Liebe gibt: Stylisch und angenehm unkitschig erzählt Drake Doremus' "Equals" von der unmöglichen Annäherung zweier einsamer Seelen.

Das Bett: weiß; die Hemden: weiß; Wände, Tassen, Stühle – alles weiß. Die steril-bleiche Monotonie, in der Silas (Nicholas Hoult) lebt, ödet den Zuschauer schon nach einer Minute an. Ganz bewusst und mit großem Stilbewusstsein entwirft Autor und Regisseur Drake Doremus in "Equals – Euch gehört die Zukunft" (2015) eine durchfrisierte Sci-Fi-Welt, in der kein Platz ist für Farben, Geschmäcker und Gefühle. Als abstrakte Gesellschaftskritik ist die Dystopie, die ProSieben nun als Free-TV-Premiere zeigt, unbrauchbar. Darum geht es Doremus aber auch gar nicht.

Der Filmemacher nutzt seine stylische Kulisse vor allem, um eine wunderbar pure, ehrliche und unkitschige Liebesgeschichte zu erzählen. Inmitten der futuristischen Weiß-in-Weiß-Tristesse trifft Silas, der als Illustrator zweckloser Weltraumbilder arbeitet, eines Tages auf Nia (Kristen Stewart). Die unnahbare Schönheit löst irgendetwas in ihm aus.

Bald schon wird bei Silas das sogenannte Switched-On-Syndrom diagnostiziert, es bezeichnet das unheilbare Aufkeimen von Emotionen. Soll er sich behandeln lassen, wie es die Gesetze vorschreiben? Oder seinem Gefühl, diesem "Relikt der Vergangenheit", freien Lauf lassen und mit Nia den Ausbruch aus dem System wagen?


Quelle: teleschau – der Mediendienst