Am Ende bezeichnete der sonst so akribische Alfred Hitchcock "Topas" (1969) als Kompromiss: Das Skript musste umgeschrieben werden, die Besetzung war bei Drehbeginn nicht komplett, das Ende blieb lange offen. Der Geheimdienst-Thriller spielt zur Zeit der Kubakrise 1962.

Als ein übergelaufener Sowjet-Spion Pläne über Raketenbasen auf Kuba preisgibt, soll der Franzose Devereaux (Frederick Staford) vor Ort ermitteln. Dort stößt er auf eine konspirative Organisation aus NATO-Kreisen namens "Topas". 3sat zeigt den mit Michel Piccoli, Karin DorClaude Jade und Philipe Noiret prominent besetzten Film um 22.35 Uhr im Rahmen eines Hitchcock-Doppelpacks, der mit dem 1942er-Klassiker "Saboteure" um 00.35 Uhr vervollständigt wird.

Bis zum Schluss kann sich der Zuschauer in "Topas" nicht sicher sein, wem er über den Weg trauen kann und wer hinter der Verschwörung steckt. Und trotzdem hat er, wie immer bei Hitchcock, einen Wissensvorsprung gegenüber dem Helden. Er sieht weit früher, dass Devereaux' Frau in Paris ein Verhältnis hat: ausgerechnet mit dem Anführer von "Topas". So kommt auch hier das Private dem Beruflichen in die Quere und verkompliziert die Dinge nur, die ohnehin nicht klar auf der Hand liegen.

Der nachfolgende "Saboteure" (0.35 Uhr) war 1942 der erste Film Hitchcocks für Universal, für die der Meister im Laufe der Jahrzehnte über ein Dutzend Werke drehen sollte. In dem packenden Thriller wird ein junger Arbeiter zu Unrecht der Sabotage verdächtigt. Der einzige Weg, seine Unschuld zu beweisen, ist, selbst den wirklich Schuldigen zu ermitteln. Ein früher Hitchcock-Klassiker, der zusammen mit dem zuvor laufenden "Topas" ein Vierteljahrhundert und zwei Schwerpunkte des Meisters abdeckt.


Quelle: teleschau – der Mediendienst