Es waren die Beatles, die 1964 den Grundstein für das legten, was heute als Musikfilm bezeichnet wird. "A Hard Day's Night" war laut, frech und roch nach Revolution. Denn in den 50er-Jahren fand Musik auf der Leinwand nur im Schlagerland oder schlimm verschnulzten Elvis-Filmchen statt. Auch wenn die Handlung des Fab-Four-Streifens jede Logik vermissen lässt, ist er heute noch sehenswert: Etwas "Vom Tellerwäscher zum Millionär"-Feeling, wilde Verfolgungsjagden, ein vermisster Ringo Starr, weibliche Fans und ordentlich Musik – die Zutaten stimmen.

ARTE zeigt den Klassiker nun als Einstieg in den Beatles-Themenabend anlässlich des 50. Geburtstags des legendären Albums "Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band", das mit der Doku "Sgt. Pepper's Musical Revolution" (23.25 Uhr) direkt im Anschluss geehrt wird. Die Hommage klingt 00.25 Uhr mit dem Konzert "John Lennon: Live in New York City" aus.

Alberne Angelegenheit

Natürlich ist "A Hard Day's Night" eine hoffnungslos alberne Angelegenheit, und ein Blick auf die Drehbuchautoren erklärt vielleicht ganz gut, warum. Denn neben George Martin – Produzent, Mentor und Vaterfigur für die Beatles – waren es die Pilzköpfe selbst, die an der Geschichte feilten. Und großes Kino konnte man von einem Haufen eben berühmt gewordener Anfangszwanziger kaum erwarten.

So bleibt die Story simpel: Die Beatles sind zwei Tage lang im Superstress. Ringo verschwindet, weil er den Druck nicht mehr aushält. Die übrig gebliebenen Drei müssen sich etwas einfallen lassen, um ihn zum Weitermachen zu überreden. Des Weiteren wichtiger Teil der Handlung: Pauls störrischer Großvater, übrigens schuld am ganzen Übel: Als Art Ur-Yoko-Ono ist er es, der Ringo überredet, das Weite zu suchen. Dazu eine Zugreise, die natürlich in einer witzigen Spontan-Session endet, jede Menge Chaos und Horden kreischender Mädchen.

Übrigens: "A Hard Day's Night" wurde für einen "Oscar" nominiert: George Martin, genauer gesagt – für den Score. Die Beatles-Songs, aber auch die Produktion an sich, waren für die Academy wohl völlig uninteressant. Ganz offenbar waren die Fab Four vom fertigen Film selbst ebenso mäßig begeistert: Während der Premiere verließen alle vier das Kino vor dem Ende der Vorstellung. Gleichzeitig markierte "A Hard Days Night" den Beginn einer anderen Laufbahn: Phil Collins, später als Mitglied der Rockband Genesis und solo erfolgreich, spielte in der Musikkomödie seine erste Statistenrolle.

Zwei wahre Highlights

Auf den albernen Klassiker folgen im Beatles-Programm von ARTE zwei wahre Highlights, die jeweils ihre TV-Premiere feiern: Während die 2017er-Dokumentation "Sgt. Pepper's Musical Revolution" (23.25 Uhr) den 50. Geburtstag des Meisterwerkes "Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band" zelebriert, zeigt "John Lennon: Live in New York City" (00.25 Uhr) das legendäre Konzert des Genies am 30. August 1972 im Madison Square Garden.


Quelle: teleschau – der Mediendienst