Doku über häusliche Gewalt

"Rabiat: Der ganz private Horror" – Schläge, Tritte, Vergewaltigung

von Andreas Schoettl

Gerade in den eigenen vier Wänden sollte man sich sicher fühlen. Doch oft ist die Realität eine ganz andere, wie die neueste Doku aus der "Rabiat"-Reihe in der ARD zeigt.

ARD
Rabiat: Der ganz private Horror
Dokumentation • 05.10.2020 • 23:10 Uhr

Laut der Kriminalstatistik vom November vergangenen Jahres wurden allein 2018 mehr als 140.000 Menschen in Deutschland Opfer von häuslicher Gewalt. Vor allem Frauen – mehr als 114.000 – wurden entweder geschlagen, bedroht oder genötigt. Die Täter: ihre Ehemänner, Partner oder Ex-Freunde. Dazu kommt: Die Dunkelziffer der nicht gemeldeten Fälle fand in dieser Statistik noch nicht einmal Beachtung.

Schläge, Tritte und sogar Vergewaltigungen haben in den schweren Zeiten der Corona-Krise kaum abgenommen. Ganz im Gegenteil! Wie erste Studien und Umfragen belegen, wurden rund drei Prozent der Frauen in Deutschland in der Zeit der strengen Kontaktbeschränkungen zu Hause Opfer körperlicher Gewalt, 3,6 Prozent wurden demnach von ihrem Partner vergewaltigt. In 6,5 Prozent aller Haushalte wurden Kinder gewalttätig bestraft.

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Aufgrund dieser Auswüchse des privaten Horrors hat sich der Reporter Manuel Möglich auf eine sehr unbequeme Reise quer durch die Republik gemacht. Im Rahmen des "jungen" Magazins "Rabiat" unter dem Dach von Radio Bremen wollte er herausfinden, wie sich das Problem schlagender Männer überhaupt in einen Griff bekommen lässt. Ist Deutschland wirklich zu gewalttätig? Unter anderem um diese Frage zu beantworten, traf Möglich sowohl Opfer wie Täter.

Die Reportage steigt mitunter in die dunkelsten Ecken der menschlichen Seele hinab. So haben 95 Prozent aller Täter und Täterinnen in der Kindheit selbst Gewalterfahrungen durchgemacht. Im Film erinnern sich zwei Täter, wie sie in ihrer Kindheit geschlagen wurden. Jahre später, als Erwachsene, wurden sie selbst zu Schlägern.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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