"Ich könnte kotzen, Leute"

Kaum Teilnehmer bei Schlager-Demo in Köln – Willi Herren ist sauer

Rund 250 Menschen hatten sich für eine Kundgebung angemeldet, bei der auf die prekäre Lage der Schlager-Branche aufmerksam gemacht werden sollte. Doch es kamen weit weniger. Schlagersänger Willi Herren fand das überhaupt nicht lustig.

Musiker haben es dieser Tage nicht leicht: Aufgrund des Corona-bedingten Verbots von Großveranstaltungen leiden viele Künstler zunehmend unter finanziellen Schwierigkeiten und existenziellen Ängsten. Um auf dieses Problem aufmerksam zu machen, hat der Veranstalter und Schlagersänger Michael Winter am Samstag eine Demonstration für Musiker aus der Schlagerbranche veranstaltet – mit allerdings mäßigem Erfolg.

250 Teilnehmer waren für die Demo in der Kölner Innenstadt angemeldet gewesen – am Ende erschienen gerade einmal hundert Leute. Dies berichtet der "Express" unter Berufung auf die örtliche Polizei. Unter den Teilnehmern befand sich auch der Kölner Schlagersänger Willi Herren, der angesichts der wenigen Befürworter ausflippte: "Die erste Schlager-Demo, aber ich könnte kotzen, Leute", polterte der 45-Jährige, als er das Mikrofon ergriff. Unter Zustimmung des Publikums fuhr er fort: "Ich frage mich, wo sind meine Kollegen?"

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Diese hätten ihm teilweise geschrieben, dass Köln immerhin 200 Kilometer weit weg sei und sie ja nicht auf dem Line Up stehen würden, erklärte er weiter. Auch seine Frau Jasmin Herren blickte demonstrativ in die Runde, um nach weiteren Kollegen Ausschau zu halten. Ebenso zeigte sich die Schlagerband De Schlofmütze bei ihrem späteren Auftritt angesichts der wenigen Gäste enttäuscht.

Beirren lassen wollten sich die Demonstranten dennoch nicht: "Verdammt nochmal, wir sind nicht systemrelevant? Wir werden vom System übersehen", rief Herren in seiner Rede. "Wir können kein Homeoffice machen", ergänzte seine Frau.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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