In ihrer Reportagereise "Sowas wie Angst" (Donnerstag, 14. Dezember, 22.40 Uhr, WDR) stellt sich die Moderatorin und Schauspielerin Anke Engelke eigenen Ängsten.

Sie quält sich eine endlos in den Himmel schraubende Wendeltreppe hoch, schleicht alleine durch dunkle Parkhäuser oder lässt von Experten der Uni Bochum ihre Angststrukturen vermessen: Anke Engelke geht in ihrer Reportage "Sowas wie Angst" an die persönliche Schmerz- und Schamgrenze. Am Donnerstag, 14. Dezember, 22.40 Uhr, ist ihr 75 Minuten langer Film im WDR-Fernsehen zu sehen. Die 51-jährige Schauspielerin, Moderatorin und dreifache Mutter knüpft mit diesem Projekt an die TV-Reportagen "Sowas wie Glück" und "Sowas wie perfekt" an, in denen sie anderen gesellschaftspsychologischen Phänomenen nachspürte.

Auch in der neusten Studie der Kölner Multi-Unterhalterin erfährt man Erstaunliches: Zum Beispiel, dass pro Tag durchschnittlich 33 Menschen zu Mordopfern in fiktionalen Fernsehformaten werden, während die tatsächliche Gefahr, Opfer einer kriminellen Gewalttat oder von Terrorismus zu werden, in Deutschland verschwindend gering ausfällt. Nur 28 Landsleute starben im letzten Jahr durch Terror. Viel mehr Angst haben müsste man hingegen vor Feinstaub (etwa 46.000 Opfer pro Jahr) oder Krankenhauskeimen (etwa 40.000 Tote).

Mehr als ein launiger Selbstversuch

Von Risikoforscher Ortwin Renn erfährt Engelke, dass man allein durch Vermeidung der "vier Volkskiller" Rauchen, Trinken, schlechte Ernährung und mangelnde Bewegung statistisch 17 Jahre Leben hinzugewinnen würde. Engelke scheut in ihrer Reportage auch nicht die Konfrontation mit eigenen Ängsten. So muss sie in einem Selbstverteidigungstraining lernen, Aggressoren aktiv körperlich anzugreifen – was ihr sichtlich schwer fällt. Mit einer Gruppe Berliner "Prepper" – Menschen, die sich mit Survivaltraining auf das nahende Ende der Zivilisation vorbereiten – übernachtet Engelke im Wald und isst – immerhin angebratene – Maden. Dennoch sucht die Kölner Entertainerin im Film, bei dem Gesine Enwaldt und Ravi Karmalker Regie führten, vor allem nach Antworten auf gesellschaftliche Fragen, die sie umtreiben.

"Sowas wie Angst" ist mehr als ein launiger Selbstversuch, der vor allem unterhalten soll. Die Reportage will wissen: Nimmt die Verrohung der Gesellschaft tatsächlich zu? Und warum sind gerade die Deutschen, die in einem der statistisch sichersten Länder der Erde leben, so ängstlich? "Gute Zeiten sorgen für schwache Menschen. Die wiederum sorgen für schlechte Zeiten", glaubt ein Survivaltrainer im Film. Jedes sechste Kind, mit dem Engelke an einer Hagener Grundschule dessen Sorgen malt, wird später mal an einer behandlungsbedürftigen Angststörung leiden.

Doch wovor hatte Anke Engelke, die furchtlose Reporterin, Moderatorin und Schauspielerin, als Kind Angst? "Dass jemand mein Fahrrad klaut", sagt sie. Ansonsten, so Engelke, sei sie bis auf ein bisschen Höhenangst ziemlich frei von Furcht. Wohl deshalb kann sie ihr in "Sowas wie Angst" beeindruckend furchtlos begegnen.


Quelle: teleschau – der Mediendienst