Krimi-Wiederholung in der ARD

"Tatort: Berliner Bärchen" – So war die Hauptstadt vor 20 Jahren

von Eric Leimann

Der "Tatort: Berliner Bärchen" bekam vor 20 Jahren eher mäßige Kritiken. Allerdings zeigt der Film wunderbar, wie sehr sich die Bundeshauptstadt seitdem nochmal verändert hat.

ARD
Berliner Bärchen
Kriminalfilm • 28.08.2020 • 22:15 Uhr

Kommissar Ritter (Dominic Raacke) will eigentlich in den Urlaub auf Kuba reisen, als sich die Ereignisse für ihn überschlagen: Erst rauscht er mit dem neuen Kollegen Felix Stark (Boris Aljinovic) zusammen, und dann erfährt er auch noch, dass er im Lotto einen Sechser hat. Vor allem aber gilt es, den Mord an einem Kunstfreund aufzuklären. Eine erste Spur führt die Ermittler zu einer Kirchengemeinde in Berlin lebender Polen. Der starke Zusammenhalt lässt auch die illegal Eingewanderten überleben. Skrupellosen Kunsträubern gelingt es, "undercover" in Berlin lebende polnische Reinigungskräfte zu unfreiwilligen Handlangern für ihre Raubzüge zu machen. Als der polnische Schwarzarbeiter Dariusz (Peter Davor) Zeuge eines Mordes wird und danach aus Angst vor den Mördern untertaucht, müssen Ritter und Stark mit viel Fingerspitzengefühl in der polnischen Gemeinde ermitteln.

Stark und Ritter mögen sich anfänglich nicht. Zu unterschiedlich sind ihre Temperamente – der einsame Cowboy Ritter und der allein erziehende Kunstliebhaber Stark. Von 1999 bis 2000 ermittelte Ritter über sechs Folgen mit Robert Hellmann (Stefan Jürgens), der ab dieser Folge durch Aljinovic ersetzt wurde. Die Beziehung zwischen dem ewig steifen Ritter und dem emotionaleren Stark hielt 14 Jahre.

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2014 wurden die beiden durch das Promi-Gespann Mark Waschke / Meret Becker ersetzt. Dass sich die ARD ausgerechnet an "Berliner Bärchen" erinnert, um an das alte hauptstädtische Ermittler-Duo zu erinnern, ist zumindest erstaunlich. Der Film erhielt zur Ausstrahlung eher mäßige Kritiken. Das Drehbuch sei zu sehr auf Zufälle und konstruierte Wendepunkte angelegt, war damals in verschiedenen Rezensionen zu lesen. Sehenswert ist "Berliner Bärchen" dennoch, da der Film zeigt, wie sehr sich Berlin seit dem Jahr 2000 – zehn Jahre nach der Wiedervereinigung – noch einmal verändert hat. Insbesondere die Wandlung des Berliner Soziogefüges im Zuge starker osteuropäischer Zuwanderung macht der Krimi-Klassiker deutlich.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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