Wiederholung bei ARTE

"The Hateful Eight": Tarantins eigenwilliger Mix aus Western, Thriller und Komödie

von Tom Ruder

"The Hateful Eight" ist ein typischer Tarantino. Bis zum Showdown in der verschneiten Hütte, in die der Regisseur seine Protagonisten verfrachtet hat, muss der Zuschauer sich aber gedulden.

ARTE
The Hateful Eight
Western • 07.06.2020 • 21:45 Uhr

Sieben Männer, eine Frau, eine abgeschiedene Hütte, ein blutiger Showdown – klingt nach einem spannenden Setting. Dabei passiert lange Zeit fast nichts in "The Hateful Eight" (2015), dem achten Film von Quentin Tarantino, der nun bei ARTE wiederholt wird. Es ist eine eigenwillige Mixtur aus Western, Thriller und einem Hauch Komödie, die ob ihrer gezielten Längen das Potenzial zu gefallen ebenso hat wie zu erzürnen. Mit feinen Dialogen, einigen humorvollen Momenten und am Ende mit reichlich Blut. Ein vergleichbares Konzept fand auch in Tarantinos neuestem Werk, dem in diesem Jahr für den Oscar als Bester Film nominierten "Once Upon a Time in Hollywood", Anwendung.

Der Schauplatz des Kammerspiels "The Hateful Eight" ist nicht Hollywood, sondern irgendwo in Amerika, kurz nach dem Bürgerkrieg: In einer Kutsche treffen der Kopfgeldjäger John Ruth (Kurt Russell) und seine Gefangene Daisy Domerque (Jennifer Jason Leigh) auf Major Marquis Warren (Samuel L. Jackson), gleichfalls Kopfgeldjäger, und den Deserteur Chris Mannix (Walton Goggins). Da ein Schneesturm droht, macht die Kutsche Station bei Minnies Kleinwarenladen, der zugleich eine Kneipe ist. Dort sitzt der Rest der "Hateful Eight": unter anderem der schweigsame Cowboy Joe Gage (Michael Madsen) sowie der redselige Oswaldo Mobray (Tim Roth).

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Man redet, feixt, misstraut einander, während draußen der Sturm tobt. Es ist das gesammelte prahlerische Geschwätz eitler, selbstverliebter Amerikaner Mitte des 19. Jahrhunderts. Rassismus, Gewalt, Stolz – ein Stammtisch anno 1870, von Tarantino kompromisslos in Szene gesetzt. Gewissermaßen als Bühnenstück, interessant bebildert und klanglich brillant untermalt von Ennio Morricone, der mit einem Oscar für die beste Filmmusik ausgezeichnet wurde.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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