Mit einer Reihe Stars drehte Wolfgang Petersen ein Remake seines eigenen TV-Films von 1976. Vier Typen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, wollen aus Rache eine Bank ausrauben.

Fünf Jahre bevor er seinen Hollywood-Durchbruch feiern sollte, drehte ein 35-jähriger Regisseur 1976 für die ARD einen Film über eine Bankräuberbande. "Vier gegen die Bank" lautete der Titel und Wolfgang Petersen der Name des jungen Mannes, der damals erst einen Spielfilm für die Leinwand inszeniert hatte. Die Komödie geriet zum oft wiederholten Klassiker der Öffentlich-Rechtlichen, ihr Schöpfer avancierte zum internationalen Kinostar. Vier Jahrzehnte später kehrte Petersen zu diesen Anfängen zurück: Für das Leinwand-Remake seines eigenen Films drehte er nicht nur erstmals seit 35 Jahren wieder in seiner Muttersprache. Nun gibt es den Film dank SAT.1 erstmals im Free-TV zu sehen.

An allem Anfang stehen vier Typen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: Werbe-Schnösel Max (Matthias Schweighöfer) will sich endlich von seinen Chefs emanzipieren und eine eigene Agentur gründen. In die Selbständigkeit treibt es auch den etwas dümmlichen Alt-Boxstar Chris (Til Schweiger), der eine Trainingshalle aufbauen will, während der Schauspieler und frühere TV-Kommissar Peter (Jan Josef Liefers) beinahe pleite ist. Alle drei kommen in Folge ihrer finanziellen Bedürfnisse auf die Idee, in Aktien zu machen – unter Anleitung desselben Anlageberaters namens Tobias (Michael 'Bully' Herbig). Dass dessen Rat allerdings ein ziemlich schlechter war, stellen die Männer eines Tages geschockt fest.

Der streberhafte Bankmitarbeiter soll für den Geldverlust büßen und wird von den ungleichen Zweckfreunden entführt. Dabei ist auch der Vierte im Bunde lediglich ein Opfer des Bankenchefs (Thomas Heinze), der ihn rauswerfen wollte und deshalb mit unsinnigen Anlage-Infos versorgte. So weit, so klassisch: Das Quartett plant folgerichtig als Racheakt, die Bank auszurauben und sich damit nebenbei aller Geldsorgen zu entledigen. Ihr perfider Plan, der den Gesetzen der Logik nur am Rande gehorcht, ist für die Geschichte aber ebenso zweitrangig wie deren Ende und Auflösung: Einen Spannungsbogen kann man in Petersens Komödie lediglich erahnen; zu sehr ergeht sich "Vier gegen die Bank" in Klamauk, Slapstik und wirklich schlimmen Dialogen.

Neben dem üblichen, doch amüsanten Gauner-Geplänkel dreht sich die ebenso kurzweilige wie Fremdscham hervorrufende Komödie immer wieder offensichtlich um ihre Darsteller. Der Plot ist Nebensache, das Star-Quartett hingegen alles: Til Schweiger überspitzt die Rolle, die Kritiker dem "Tatort"-Actionkommissar seit Jahren zuschreiben: prollig und schwer von Begriff. Währenddessen gibt ein blasierter Schweighöfer den blasierten Schweighöfer als Rolle sehr passabel, und auch Bully überzeugt in seinem Paradepart als menschenscheuer Außenseiter. Liefers hingegen beweist durch sein ungewohnt hölzernes Spiel einmal mehr, dass ihm der subtil-süffisante Humor mehr liegt, als der Haudrauf-Humor, der sich in den schlechtesten Momenten des Films Bahn bricht.

In den wenigen starken Momenten blitzt aus "Vier gegen die Bank" das Potenzial zum gelungenen Gauner-Klamauk samt verspielten Gag-Ansätzen hervor. Die auf die Spitze getriebene Ironie eines "Ocean's Eleven" oder den Sprach- und Spielwitz einer Heist-Komödie wie Woody Allens "Schmalspurganoven" erreicht Petersens Ausflug ins Comedy-Fach indes an keiner Stelle.


Quelle: teleschau – der Mediendienst