Nach dem Mauerfall war die Wiedervereinigung für viele die logische Konsequenz. Doch nicht jeder wollte den schnellen Anschluss der DDR an die Bundesrepublik, die die Doku "DDR – die entsorgte Republik" zeigt.

Die deutsche Wiedervereinigung, offiziell vollzogen am 3. Oktober 1990, ein Glücksfall? Nicht jeder will das heute so sehen. Ebenso wie die "blühenden Landschaften", wie der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl sie versprach, auf dem Gebiet der damaligen DDR größtenteils nicht entstanden sind. 327 Tage nach dem Mauerfall trat die DDR der Bundesrepublik Deutschland bei. Das geschah nahezu bedingungslos. Doch das war nicht alternativlos. Dass der Weg zur Einheit auch hätte anders laufen können, zeigt der Film von Frank Diederichs. Anlässlich des Jubiläums "30 Jahre Mauerfall" blickt er auf die historischen Monate zwischen Oktober 1989 und Oktober 1990 zurück.

Angefangen von den Demonstrationen zum 40. Jahrestag der Republik am 7. Oktober 1989 über den Mauerfall bis zum riesigen Feuerwerk am Brandenburger Tor sind die wichtigsten Ereignisse noch einmal in bewegenden Originalaufnahmen zu sehen. Dazu erklären Zeitzeugen und damals Verantwortliche wie Lothar de Maizière, Rudolf Seiters oder Horst Teltschik die politischen Hintergründe.

Dass es etwa zu dem hastigen Sprint zur Einheit gekommen war, den gerade Bundeskanzler Kohl gefördert hatte, widerstrebte beispielsweise Thomas Krüger. Der Bürgerrechtler in der damaligen DDR und heutige Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung erinnert sich: "Den Westen wollten wir auch nicht, also dieses kapitalistische System. Sondern eine demokratische und faire Gesellschaft."

Auch für Hans Modrow, der letzte Regierungschef der DDR, stand eine Wiedervereinigung nicht auf der Tagesordnung. Vielmehr wollte er eine Umgestaltung der DDR. Dass Helmut Kohl eine eigentlich abgesprochene Vertragsgemeinschaft zwischen West und Ost auch aus wahltaktischen Gründen in die Wiedervereinigung leitete, hat er nicht überwunden. Modrow nennt Kohl einen "Betrüger".


Quelle: teleschau – der Mediendienst