Unter dem Titel "Was Deutschland bewegt" produzieren wechselnde ARD-Anstalten sechs Primetime-Reportagen für den Montagabend. Anschließend soll darüber des Öfteren in einer "Hart aber fair"-Runde mit Frank Plasberg diskutiert werden. Den Anfang macht MDR-Autor Knut Vetten mit Geschichten über Menschen, an denen der deutsche Wirtschaftboom vorbeigegangen ist: Langzeitarbeitslose oder jene 2,2 Millionen Menschen, die in Deutschland trotz Arbeitskräftemangels unterhalb des Mindestlohns schuften.

Mit welchen Tricks ist das überhaupt möglich? Vettens Reportage wirft aber auch einen Blick voraus. Die Digitalisierung wird in naher Zukunft zu einem dramatischen Arbeitskräfte-Abbau in Behörden und Verwaltungen führen. Was wird dann mit diesen Menschen geschehen?

"Schattenseiten des Booms" will nicht nur persönliche Geschichten erzählen, sondern die aufgeworfenen Fragen mit Analysen von Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlern beantworten. Auch die Pläne der neuen Regierung werden in diesem Zusammenhang unter die Lupe genommen.

Die geplanten sechs Primetime-Abende unter dem Motto "Was Deutschland bewegt" laufen unter dem Markensiegel "Die Story im Ersten". Etwas verwirrend, weil die meist anspruchsvollen Reportagen und Dokumentationen unter diesem Namen seit Jahren im Spätprogramm am Montagabend ihren Platz haben. Dennoch ist es lobenswert, dass es das Erste zur besten Sendezeit wagt, den Fiction-Angeboten der Konkurrenz politische Information entgegenzusetzen.

Eine Woche später, am Montag, 7. Mai, 20.15 Uhr, steuert der WDR den Film "Ungleichland – Wie aus Reichtum Macht wird" bei. Darin geht es um das Auseinanderdriften von reich und arm und die Frage, ob das Kapital politisch-gesellschaftliche Entscheidungen immer mehr bestimmt. Am 14. Mai folgt "Wenn Eltern ihre Kinder misshandeln" – ein Film vom Hessischen Rundfunk. Danach wird die Sendereihe "Was Deutschland bewegt" eine kurze Pause einlegen. Der Pfingstmontag, 21. Mai, ist einem neuen "Tatort" aus Dresden vorbehalten.


Quelle: teleschau – der Mediendienst