Es geht um die Familie im neuesten Wilsberg-Fall – doch um welche bloß?

Der entscheidende Hinweis steht auf einem kleinen Zettel. Geschrieben hat ihn Thomas Warnetzki an seine Ex-Frau Elena (Anne Kanis). Er müsse ihr etwas Wichtiges sagen, es gehe um die Familie, da sei eine Schweinerei im Gange. Und nun macht sich Elena Sorgen, denn Thomas ist verschwunden. Also wendet sich die Aussteigerin, die ohne Geld auf einem Bauwagenplatz lebt, an Privatdetektiv Georg Wilsberg (Leonard Lansink). Und es dauert nicht lange, da bewahrheiten sich Elenas schlimmste Befürchtungen: Thomas, der als Müllwerker bei "Mynstermyll" gearbeitet hat, wird tot aufgefunden. Standesgemäß in einer Mülltonne.

Jetzt geht das Rätseln los. Welche Familie hat Thomas gemeint? Seine? Die von Elena? Oder, wie Ermittler Overbeck (Roland Jan-kowsky) vermutet, die Mafia? Er wittert hier nicht nur den Müll, sondern dunkle Geschäfte der Camorra oder Cosa Nostra.

Wilsberg und sein Freund Ekki Talkötter (Oliver Korittke) aber gehen das Ganze etwas gelassener an und beginnen, beim Entsor-gungsunternehmen erst mal herumzuschnüffeln. Was gar nicht so einfach ist, denn ausgerechnet Alexandra Holtkamp (Ina Paule Klink), Wilsbergs Nichte und Patentochter, hat hier gerade angeheuert – als Pressesprecherin, Personalreferentin und Juristin. Doch Wilsberg wäre nicht Wilsberg, würde ihm nicht etwas einfallen – und so schleust er Ekki, der als Kind immer davon geträumt hatte, Müllwerker zu werden, mit einem vorgeschobenen Resozialisierungsprojekt für Schwerverbrecher bei Mynstermyll ein.

Während Overbeck sich in seine Mafiafantasien verbeißt, entsteht mit "Die Nadel im Müllhaufen" ein gewohnt sympathischer Münsterkrimi, der zwar ohne große Höhepunkte, dafür aber auch ohne große Schwächen auskommt. Und vor allem Timo Jacobs als Müllwerker "Klaschka" oder Genija Rykova als Mynstermyll-Chefin Isabell Meineke versorgen den neuesten Wilsberg mit dem nöti-gen Charme. Sehenswert.