"Haben sicherlich einiges versäumt"

Schäuble kritisiert bei Maischberger Umgang mit Corona-App

Mit großen Hoffnungen war der Start der Corona-Warn-App im vergangenen Sommer verbunden. Doch noch immer wird sie zu wenig genutzt. "Wir hätten sehr viel mehr erreichen können", sagte Wolfgang Schäuble bei "maischberger. die woche".

Die Corona-Warn-App ist seit Juni 2020 verfügbar, allerdings wird sie nur wenig benutzt. Ein Grund für die Ablehnung ist beispielsweise der Datenschutz. Dass die App weit hinter ihren Möglichkeiten zurückliegt, gibt auch CDU-Politiker Wolfgang Schäuble in der jüngsten Ausgabe der ARD-Talkshow "maischberger. die woche" zu.

Der 78-Jährige wies darauf hin, dass das Thema auch bei stärkeren Tests nun wieder eine Rolle spielen werde. "Ich finde, wir hätten mit der Corona-App sehr viel mehr erreichen können, wenn wir in der Frage Datenschutz in der Abwägung der verschiedenen Grundrechte ein bisschen besser balanciert gewesen wären", stellte der Politiker gegenüber Moderatorin Sandra Maischberger fest. Er erklärte, dass es zwar auch das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung gebe, doch auch das überwiege nicht alle anderen. "Da haben wir sicherlich manches versäumt", gab er zu.

Außerdem betonte er: "Wir könnten mit der App, mit der Informationstechnologie, effizienter sein." Allerdings gebe es eine "öffentliche Debatte" und viele, die gegen die App waren. "Deswegen hatte Jens Spahn ja auch immer gesagt: 'Wenn die alle dagegen sind, dann hat es ja gar keinen Sinn.'" Man müsse daher die Menschen dafür gewinnen, dass sie die Corona-Warn-App nutzen. "Das ist der freiheitliche Ansatz, der braucht auch Vertrauen", betonte Schäuble.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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