Umfrage

"ZDF-Politbarometer": So stehen die Deutschen zu Lockerungen in der Corona-Krise

Sind die Lockerungen in der Corona-Krise angemessen? Eine Mehrheit der Bundesbürger findet laut "ZDF-Politbarometer" ja. Die Arbeit der Bundesregierung kommt insgesamt gut weg.

Hat Deutschland im Corona-Shutdown zu früh die Geduld verloren? Wird der durch Glück und Diagnostik erzielte Vorsprung in der Virus-Krise, wie etwa der Charité-Forscher Christian Drosten fürchtet, leichtfertig verspielt? Eine hoch kontroverse Frage spaltet die Gesellschaft. Doch eine Mehrheit der Deutschen findet die von Bund und Ländern beschlossenen ersten Lockerungen bei den Pandemiemaßnahmen angemessen. Das geht aus einer aktuellen Umfrage im Auftrag des des "ZDF-Politbarometers" hervor.

55 Prozent der Befragten halten sie in Art und Umfang für "so gerade richtig". Demgegenüber hätten sich 30 Prozent "ein restriktiveres Vorgehen" gewünscht, nur 13 Prozent der Befragten sprachen sich für großzügigere Lockerungen aus. Die übrigen Umfragenteilnehmer enthielten sich einer Einschätzung.

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Überragende Zustimmung gibt es für die Entscheidung, weiterhin keine Großveranstaltungen zuzulassen. 94 Prozent der Befragten unterstützen diese Maßnahme. 68 Prozent votierten dafür, Gaststätten geschlossen zu halten, 60 Prozent finden es richtig, dass Gottesdienste keine Besucher empfangen dürfen. Das Kontaktverbot von mehr als zwei Personen in der Öffentlichkeit halten 87 Prozent für angemessen, das sind drei Prozent weniger als bei der letzten Umfrage des "Politbarometers" vor zwei Wochen.

Auch nach zwei aktuellen Reizthemen fragten die Meinungsforscher. Zur geplanten Einführung einer Corona-Überwachungs-App teilt sich das Lager etwa hälftig: 47 Prozent würden eine solche App verwenden, 42 Prozent schlossen es aus – die größte Gruppe der Verweigerer machen AfD-Anhänger mit 70 Prozent aus. Auch zur Frage, ob die Fußball-Bundesliga den Spielbetrieb wieder aufnehmen solle, zeichnet sich kein klarer Meinungstrend ab: 40 Prozent sprechen sich den ZDF-Zahlen zufolge für ein vorzeitiges Ende der Saison aus, 46 Prozent sind "dafür, dass ohne Zuschauer weitergespielt wird".

Signifikant: Als "sehr zufrieden" mit der Arbeit der Bundesregierung (90 Prozent) und der Kanzlerin im Speziellen (83 Prozent) bezeichnet sich eine überragende Mehrheit der Befragten. Da überrascht es auch nicht, dass Angela Merkel die Liste der beliebtesten Politiker ("Was halten Sie von?") in Deutschland weiterhin anführt. Sie führt vor Markus Söder, Olaf Scholz, Jens Spahn und Robert Habeck. Leichte Verluste im Vergleich zur Erhebung von vor zwei Wochen verzeichnet hier einzig NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, ein Befürworter noch weitreichender Lockerungen als bisher vereinbart.

Schließlich wurde für das "Politbarometer" auch wieder die "Projektion Bundestagswahl" abgefragt. Wäre am nächsten Sonntag Wahl, kämen sowohl eine Koalition aus CDU/CSU und Grünen als auch eine Koalition aus CDU/CSU und SPD zu einer Mehrheit. CDU/CSU legen im Vergleich zur letzten Befragung noch mal deutlich zu (plus vier Prozent), die Grünen verlieren weitere zwei Prozent Zuspruch und stehen nun bei 18 Prozent.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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