23.04.2020 Doku mit Collien Ulmen-Fernandes

Ausnahmesituation für Familien

von Sarah Schneidereit
Collien Ulmen-Fernandes bei einer Videokonferenz.
Collien Ulmen-Fernandes bei einer Videokonferenz.  Fotoquelle: ZDF / Oliver Fuchs

Moderatorin Collien Ulmen-Fernandes geht in der ZDFneo-Doku "Familien allein zu Haus" der Frage nach, wie Eltern derzeit den Alltag erleben und wie schwer es sein kann, Homeoffice und Kinderbetreuung unter einen Hut zu bekommen.

Der Corona-Lockdown in Deutschland und die damit verbundene Schließung zahlreicher Schulen, Kindergärten und Tageseinrichtungen hat Eltern plötzlich vor eine noch die dagewesene Herausforderung gestellt: die Kinder zu Hause zu betreuen, zu unterrichten und parallel auch noch den eigenen Job zu erledigen. Für viele Eltern gar nicht so einfach. Vor allem, da auch das Berufsleben durch das Coronavirus von heute auf morgen verändert worden ist: Homeoffice statt Büro, Telefonkonferenz statt Meeting vor Ort. Fernsehmoderatorin und Schauspielerin Collien Ulmen-Fernandes beschäftigt sich in "Familien allein zu Haus" damit, wie sehr Corona den Alltag von Millionen von Menschen aktuell verändert.

Die Dreharbeiten für das Format sind erst kurz vor Ostern gestartet. Denn ursprünglich war Ulmen-Fernandes mit den Vorbereitungen für ein ganz anderes Projekt beschäftigt. "In unseren zahlreichen Video- und Telefonkonferenzen haben wir festgestellt, dass wir nur noch über die Corona-Situation sprechen – wie wir das hinbekommen mit Homeoffice, Homeschooling und Kinderbetreuung. Zwischendurch musste immer mal wieder einer weg, um seine Kinder zu beruhigen", berichtet die 38-Jährige, die selbst eine achtjährige Tochter mit Schauspieler Christian Ulmen hat. "Irgendwann habe ich dann gesagt: 'Wir reden nur noch über Corona, lasst uns doch einfach eine Sendung dazu machen.' Meine Produzentin hat dann beim Sender angerufen und die fanden die Idee auf Anhieb toll."

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Damit der Zuschauer einen direkten Einblick bekommt, wie Familien aktuell den Alltag managen und vor welche Herausforderungen sie gestellt werden, wurden drei Familien ausgewählt und deren Wohnungen mit Kameras ausgestattet. "Natürlich zeigen wir nur das Material, das auch freigegeben wurde", versichert Ulmen-Fernandes. In Form eines Videotagebuchs halten die Familien aus Niedersachsen, Hamburg sowie Italien ihren Alltag fest. Die deutschen Auswanderer, die in Italien leben und an der Sendung mitwirken, zeigen zum Beispiel, wie schwer der Arbeitsalltag mit einem Kind sein kann, wenn teils sechsstündige Konferenzen auf der Tagesordnung stehen.

Die Altersspanne der Kinder reicht von zwei bis 15 Jahre. "Mir war es wichtig, dass ein möglichst breites Spektrum abgebildet wird", sagt die Moderatorin, die durch die Corona-Krise selbst mit dem Thema Homeschooling konfrontiert worden ist. Es sei gar nicht so einfach, vorübergehend den Job des Lehrers mit zu übernehmen. "Meine Tochter beschwert sich darüber, dass ich die Aufgaben nicht so gut erklären kann wie ihre Lehrerin", berichtet Ulmen-Fernandes. Sie findet, dass vor allem die Betreuung kleinerer Kinder viel Zeit und Aufmerksamkeit verlangt. "Ein 15-Jähriger arbeitet von sich aus, selbstständig und setzt sich zu den Zeiten vor die Webcam, zu denen der Lehrer es verlangt. Wenn ich meine Tochter vor ein Arbeitsblatt setze und eine Dreiviertelstunde später wiederkomme, ist das Blatt leer oder maximal mit einem Smiley versehen worden."

Eingerahmt werden die Beiträge der drei Familien von Experteninterviews, die Collien Ulmen-Fernandes unter anderem mit Psychologen, Pädagogen, Hirn- und Genderforschern geführt hat. "Wir wissen mittlerweile einiges über das Coronavirus und haben viele Virologen zu dem Thema gehört. Jetzt ist es an der Zeit, die Situation einmal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten und andere Aspekte zu beleuchten", sagt Ulmen-Fernandes.

ZDFneo zeigt "Familien allein zu Haus" am Samstag, 25. April, um 19.30 Uhr. Die 45-minütige Sendung ist zudem in der ZDF-Mediathek ab dem 25. April um 10 Uhr abrufbar.

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