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"In Wahrheit – Jagdfieber": Joachim Król spielt als Rächer ein grausames Spiel

von Wilfried Geldner

Ein Vater will Rache, nachdem seine Tochter ins Koma fiel. Er schießt mutwillig auf das Haus eines Arztes, später nimmt er einen Mann als Geisel. Der Polizei stellt er ein Ultimatum.

ARTE
In Wahrheit – Jagdfieber
Krimi • 24.04.2020 • 20:15 Uhr

Joachim Król schreitet in "Jagdfieber", der vierten Folge des ARTE / ZDF-Thrillers "In Wahrheit", mit der Knarre über ein weites Feld, geradewegs auf das Haus eines Arztes zu. Wäre das Haus nicht gar so schick und modern, man möchte meinen, in einem Western zu sein. Mindestens ein Dutzend Schüsse gibt der Mann mit seiner Knarre ab. Fenster, Vasen und Wände werden zerschossen, aber auch die Frau des Arztes wird getroffen. Abeck, so heißt der Mann, will mit seinem Überfall warnen. Er will Gerechtigkeit, denn er mag nicht glauben, dass es Zufall war, dass seine Tochter vor drei Jahren bei einer nächtlichen Party mit zwei Männern ohne Zutun ins Koma gefallen war.

Die Begleiter der Tochter, Arzt und Wirt, wurden damals freigesprochen, der Fall wurde nie geklärt. Nun stellt Abeck ein Ultimatum: 72 Stunden bleiben fortan den Saarbrücker Kommissaren Judith Mohn und Freddy Breyer (Christina Hecke, Robin Sondermann) noch Zeit, um "die Wahrheit" über das Geschehen von damals herauszufinden und eine Wiederaufnahme des Gerichtsverfahrens zu erwirken. Denn Abeck hat es nicht bei seinem Überfall belassen, er hat darüber hinaus auch den zweiten damals beteiligten Mann entführt.

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Auf landsmannschaftliches Heimatgedöns und übliches polizeiliches Menscheln wird in diesem Saar-Thriller glücklicherweise verzichtet. Mohn und Breyer machen einfach ihren Job, allenfalls Lisa (Jeanne Goursaud) muss als Assistentin das Klischee der tüchtigen Handlangerin bedienen. Es sind keine Sensationen, die da nacheinander zum Vorschein kommen, selbstredend wird der bedrohte Arzt alsbald als verdächtiger Märchenerzähler enttarnt.

Für viel Thrill sorgt vor allem Joachim Król, der als zorniger Vater und Entführer mit seinem Opfer ein grausames Spiel betreibt – so wie Katzen es gerne mit der Mäusen zu machen pflegen, wenn sie die gefangen haben. Es bleibt bis zuletzt spannend, auch weil die Uhr des von Abeck gesetzten Ultimatums so unerbittlich tickt. Dieser Saar-Krimi (Drehbuch: Fabian Thaesler, Regie: Thomas Roth) mag einigermaßen konventionell in seinem Handlungsmuster sein, aber gerade das ist – weil solide und hochwertig gemacht – ja auch seine Stärke.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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