Unfall beim Dreh

"Sehr entwürdigend" – Das ist Sebastian Ströbel bei einem Stunt-Unfall bei den "Bergrettern" passiert

07.05.2026, 10.02 Uhr
Sebastian Ströbel brach sich beim „Bergretter“-Dreh zwei Finger – doch peinlich war nicht der Schmerz, sondern der Moment danach. Seine ehrliche Beichte überrascht Fans.
Sebastian Ströbel sitzt in einem Sessel und lacht.
Sebastian Ströbel erzählt von einem peinlichen Moment am Set von "Die Bergretter".  Fotoquelle: picture alliance / ABBfoto

Wer „Die Bergretter“ verfolgt, kennt ihn als furchtlosen Markus Kofler. Er ist der Mann, der sich aus Helikoptern abseilt, Felswände erklimmt und Menschen aus den hoffnungslosesten Situationen rettet. Doch was der Darsteller Sebastian Ströbel (49) jetzt über einen Take beim Dreh verriet, hat mit der Heldenpose herzlich wenig zu tun.

„Das war sehr entwürdigend“, sagt er rückblickend. Damit meint er jedoch nicht etwa die gefährlichen Rahmenbedingungen, die Kälte oder Knochenbrüche – sondern den Moment danach.

Der Stunt, der schiefging: Zwei Finger gebrochen

Bei Dreharbeiten zur 18. Staffel „Die Bergretter“ führte Ströbel – wie so oft – einen Stunt selbst aus. Er sprang einen Hang hinunter, sicherte sich mit der Rucksackschlaufe in einer Astgabel und wollte mit der anderen Hand eine Person retten. Nasses Wetter und rutschiger Untergrund forderten ihren Tribut – der anschließende harte Aufprall war unabwendbar.

Dabei brach er sich zwei Finger. Trotz Schmerzen und Schock spielte er am Drehtag bis zum planmäßigen Ende. Die chirurgische Behandlung in Salzburg erfolgte erst im Anschluss. Heute zeugt ein krumm zusammengewachsener Finger von dem Unfall - sein „Andenken an die 'Bergretter'“, wie er es selbst nennt.

„Ich stand in Unterhose auf dem Berg“

Peinlich wurde es erst nach dem Take. Für die nächste Szene musste ihm das Team die Hose ausziehen. Ströbel stand verletzt, frierend und lediglich in Unterwäsche auf dem Berg. „Wenig heldenhaft“, sagt er. „Sehr entwürdigend.“ Eine Szene, die so gar nicht zu dem Bild passt, das Millionen Zuschauer und vor allem wohl Zuschauerinnen von ihm haben.

99 % der Stunts übernimmt Ströbel selbst – aus Überzeugung

Ströbel ist bekannt dafür, fast alle Stunts selbst auszuführen. Er liebt die Körperlichkeit seines Berufs, das Klettern, das Hängen im Gurt, das Arbeiten am Limit. „Ich liebe es, mich da reinzuschmeißen“, verrät er. Muskelkraft helfe, wenn man gegen Felsen pralle. Für ihn gehören Risiken einfach dazu. „Wo gehobelt wird, fallen Späne“, so sein Motto.

Echte Bergretter sichern die TV-Helden

Gedreht wird in Ramsau am Dachstein, auf bis zu 1.800 Metern Höhe. Am Set sind immer echte Bergretter anwesend, um die Schauspieler zu sichern. Sicherheit hat immer höchste Priorität, egal wie spektakulär die Szenen später aussehen.

Trotz professioneller Hilfe vor Ort sind die Bedingungen äußerst hart: Kälte, Wind, Wetterumschwung, Fliegen im Mikrofon, ständige Planänderungen. Was im Fernsehen nach alpinem Abenteuer aussieht, ist in Wirklichkeit oft ein logistischer Kraftakt.

Teamgeist, Fan-Nähe und eine zweite Heimat

Ströbel beschreibt das Set als eine Art Schicksalsgemeinschaft. Die Crew verbringt Monate in der Steiermark, viele pendeln zwischen Familie und Drehort. Fan-Wanderungen, Community-Tage und der direkte Austausch mit Zuschauern gehören fest dazu. Viele Fans berichten sogar, dass sie sich durch die Serie für ein Ehrenamt in der Bergrettung interessieren.

Held im TV – Mensch am Berg

Der Unfall hat Ströbel nicht vorsichtiger gemacht. Das exakte Gegenteil ist der Fall. Er spricht gelassen darüber, zeigt seinen krummen Finger in Talkshows und sagt: Für elf Jahre „Bergretter“ sei das ein fairer Preis.

Was bleibt, ist eine ehrliche Geschichte, die zeigt, dass hinter den TV-Helden ganz normale Menschen stehen - mit Schmerzen, Peinlichkeiten und einer riesigen Leidenschaft für ihren Beruf. Auch wenn das bedeutet, dass unter Umständen ein „Held“, nur mit einer Unterhose bekleidet, frierend auf einem Berg steht.

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