"Das Mädchen ohne Namen"

"Amsterdam-Krimi": Informantin spielt ein doppeltes Spiel

17.03.2022, 08.12 Uhr
von Elisa Eberle

Um gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution vorzugehen, rekrutieren die Polizisten Alex Pollack und Bram de Groot eine Informantin. Die junge Frau beginnt ein doppeltes Spiel – und gerät in Gefahr.

ARD
Der Amsterdam-Krimi: Das Mädchen ohne Namen
Krimi • 17.03.2022 • 20:35 Uhr

Wer an die Städte-Krimis im Ersten denkt, dem kommen in der Regel zuallererst die schönen Seiten der Filmreihen in den Sinn: die traumhaften Landschaftsaufnahmen aus Kroatien, Bozen oder der Bretagne, die Inspirationen für Urlaubsreisen und der sorgsam eingepflegte Lokalkolorit. In "Das Mädchen ohne Namen", dem fünften Teil des "Amsterdam-Krimis" mit Hannes Jaenicke und Fedja van Huêt, sucht man viele der eben genannten Aspekte jedoch vergeblich.

Es gibt keine romantische Bootsfahrt durch die beleuchteten Grachten und auch die historischen Gebäude, vom opulenten Rijksmuseum bis zu den bescheidenen Wohnhäusern, sind allenfalls aus der Ferne kurz zu erahnen. Stattdessen rückt der Krimi unter der Regie von Ismail Sahin einen anderen Aspekt der niederländischen Metropole ins Zentrum: den fragwürdigen Umgang mit Menschenhandel und Zwangsprostitution. Das Erste zeigt den Film nun erstmals.

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Mit der Aussicht auf einen gut bezahlten Küchenjob wird die junge Mutter Laila (Carina de Vroome) aus ihrer Heimat Belarus in die Niederlande gelockt. Doch kaum ist sie in Amsterdam angekommen, werden ihr Pass und ihr Handy vom Zuhälter Pim (Dries Alkemade) konfisziert. Um ihren Besitz wiederzubekommen, muss sie zunächst ihre "Schulden" abarbeiten – als Prostituierte in einem Fensterbordell. Genau dieser Job ist es, der Laila für die Ermittler Alex Pollack (Jaenicke) und Bram de Groot (van Huêt) interessant macht. Seit Langem wollen sie den "Gärtner", einen der bekanntesten Menschenhändler Europas, dingfest machen. Doch egal, wie sie an den Fall rangehen: Die Mission scheitert jedes Mal.

ARD-Krimi ist überraschend komplex

Die mutige Laila, die aussteigen und zurück zu ihrer Familie reisen will, ist somit Pollacks letzte Chance: Wenn sie ihm nützliche Informationen über den Hintermann des Bordells liefert, garantiert er ihre Rückkehr nach Hause zu ihrer Mutter und ihrem kleinen Sohn. Doch Laila ist schlau: Sie weiß, dass sie niemandem blind vertrauen kann, und beginnt ein doppeltes Spiel.

"Der Amsterdam-Krimi: Das Mädchen ohne Namen" ist ein ungewöhnlicher Krimi, fiebern die Zuschauerinnen und Zuschauer doch von der allerersten Minute an sowohl mit Laila als auch mit den deutsch-niederländischen Ermittlern mit. Hinzukommt die ungewöhnliche Häufung von Rückblenden und Wiederholungen bestimmter Szenen aus verschiedenen Perspektiven, sodass viele Zusammenhänge erst im Nachhinein klar werden und das Publikum auf eine positive Art gefordert wird.

Dieser bewusste Bruch mit Sehgewohnheiten ist, laut Hauptdarsteller Jaenicke, das Erfolgskonzept der Reihe: "Wir klären nicht, wie gewohnt, nach anfänglichem Leichenfund die dazugehörigen Morde auf, sondern erzählen komplexe, moderne Themen im Thriller-Genre." Die Erstausstrahlung der vorangegangenen vierten Folge im Juni 2020 erzielte so mit 6,27 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauern sowie einem Marktanteil von 21,0 Prozent den Tagessieg.

Für Jaenicke sind die Dreharbeiten in Amsterdam übrigens immer ein Höhepunkt des Jahres: "Ich liebe die Stadt, Land und Leute schon seit meiner frühesten Kindheit", sagt er. "Ich hatte das Glück, jeden Sommer mit meiner Familie die Schulfreien an der holländischen Nordseeküste verbringen zu dürfen, und bin seitdem Fan der niederländischen Weltoffenheit, Gelassenheit, Liberalität." Bereits eine Woche später, am Donnerstag, 24. März, zeigt das Erste um 20.15 Uhr Teil sechs: "Der Amsterdam-Krimi: Der Tote aus dem Eis".

Der Amsterdam-Krimi: Das Mädchen ohne Namen – Do. 17.03. – ARD: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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