"Reschke Fernsehen"

ARD wagt neues TV-Format - Anja Reschke verrät Details

24.01.2023, 11.45 Uhr

Anja Reschke bekommt mit "Reschkes Fernsehen" ihre eigene Sendung im Ersten. Das TV-Format soll gesellschaftlich relevante Themen, Journalismus aber auch Entertainment miteinander verbinden. Die neue Sendung soll ein innovatives Konzept haben. Nun hat die "Panorama"-Frontfrau Details zur neuen Show verraten und erklärt, worum es geht.  

"Die Unterscheidung zwischen Information und Unterhaltung ist ohnehin oft Quatsch", erklärt "Panorama"-Frontfrau Anja Reschke (50) jetzt im Interview mit der Nachrichtenagentur teleschau. Die Journalistin und Moderatorin geht ab Donnerstag, 2. Februar, 23.35 Uhr, also direkt im Anschluss an das NDR-Satiremagazin "Extra 3" (22.50 Uhr), mit einem neuen ARD-Format wöchentlich auf Sendung. Das Erste wage sich mit "Reschke Fernsehen" an etwas Neues, das zwischen "Late Night", Politsatire und Information liegt, ließ sie gegenüber teleschau wissen.

"Journalismus mit Entertainment zu verbinden"

"Es ist ein bisschen so, als würde jemand zu dir an den Küchentisch kommen und einfach erzählen", beschreibt Reschke im teleschau-Interview die gewünschte Atmosphäre im Studio. Fünf monothematische Sendungen sind bislang geplant. In der ersten Folge drehe sich alles um Bayern und die CSU.

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Dabei finde auch rohes Material, das entweder zu lustig, zu randseitig oder einfach zu viel für "Panorama" war, den Weg in die Öffentlichkeit. Denn die Recherchen der politischen Journalistinnen und Journalisten ihres NDR-Arbeitsbereiches sprengten hier und da die Grenzen eines reinen Politmagazins, so Anja Reschke.

Das Konzept von "Reschkes Fernsehen"

Man müsse sich "Reschke Fernsehen" wie einen langen Magazinbeitrag vorstellen. Anstatt vieler Bilder sehe man jedoch vermehrt die 50-Jährige im Studio. "Ich erzähle eine Recherche, ein Thema – und wir unterfüttern das Ganze mit Film-Einspielern, Bildern, Tweets und so weiter", umschreibt die Journalistin das Konzept im Gespräch mit teleschau. So werde das Format "leichter, lockerer, lustiger". Sie wolle sich am politisch ausgerichteten "Late Night"-Genre in den USA orientieren und etwas von dem eng gefassten Konzept hierzulande abweichen: "Da muss dann jemand vorne stehen, fast immer ein Mann. Es geht mit Stand-up-Witzen los, ein Gast kommt, eine Band spielt, und man hangelt sich so durch die Späße der Woche", zählt Reschke den bislang klassischen Ablauf auf. Das werde es bei ihr erst mal nicht geben.

"Warum sollen dann Journalisten nicht auch lustig sein dürfen?"

Die Art, wie die Journalistin gesellschaftliche Themen humorvoll aufzuarbeiten versucht, dürfe man nicht mit Jan Böhmermanns "ZDF Magazin Royale" auf eine Stufe stellen, betonte sie. Auch wenn diese Sendungen oft eine "interessante Dramaturgie" haben und "kreativ produziert" würden, mache man nun im Ersten nicht das Gleiche: "Wir bleiben Journalisten, und Böhmermann ist ein Comedian, ein Satiriker", sagt Anja Reschke. Dennoch gebe es eine Schnittstelle zwischen den beiden Genres, immerhin bedienen sich Comedians heutzutage häufig journalistischer Instrumente. "Wenn Comedians und Satiriker 'Inhalt' machen, warum sollen dann Journalisten nicht auch lustig sein dürfen?", lässt sich Reschke zitieren.

Hinter dem neuen Format stecke also die Hoffnung, die an rein politischen Themen interessierte Zielgruppe zu erweitern: "Politik und Unterhaltung können absolut komplementär funktionieren", konstatiert die 50-Jährige, für die eine Moderatorin eine Ausnahme in einem männerdominiertem Genre sei. "Vielleicht spricht meine Art zu erzählen, noch mal ganz andere Zielgruppen an", führt Reschke an.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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