Fußball-WM 2026

Jürgen Klopp und Thomas Müller bei MagentaTV: Kritik an WM-Auftritten wächst

24.06.2026, 14.10 Uhr
Jürgen Klopp und Thomas Müller stehen bei der Fußball-Weltmeisterschaft als Experten für MagentaTV in der Kritik. Ihre lockere Art polarisiert Zuschauer und Expertenkollegen gleichermaßen.

Die Auftritte von Jürgen Klopp und Thomas Müller als Experten bei "MagentaTV" sorgen während der laufenden Fußball-Weltmeisterschaft für reichlich Gesprächsstoff. Rund um das Auftaktspiel der DFB-Elf gegen Curaçao löste eine Bemerkung des ehemaligen BVB-Trainers Diskussionen aus: "Zum Glück stellt Julian Nagelsmann die Mannschaft auf", sagte Klopp und schob ein auffälliges "noch" hinterher. Müller scherzte anschließend, Klopp sei gedanklich bereits im September. Diese Sprüche brachten den beiden öffentliche Kritik ein.

Jürgen Klopp und Thomas Müller: Experten-Debatte bei MagentaTV spitzt sich zu

Lothar Matthäus nannte den Kommentar in seiner Kolumne bei "Sky" "sehr unüberlegt". Auch Bastian Schweinsteiger wurde mit Kritik an dem Spruch zitiert: "Klopp hat es nicht nötig, so einen Spruch zu machen. Das ist nicht gut, er hat sich zu Recht entschuldigt. Das Problem: Es steht jetzt im Raum."

Andreas Möller kritisierte die Auftritte von Klopp und Müller im "Doppelpass" auf "Sport1" ebenfalls und sprach sinngemäß von zu viel Spaß und zu wenig Sachlichkeit. Rudi Völler äußerte sich ebenfalls kritisch. Er sagte in der MagentaTV-Sendung bezüglich des Experten-Duos: "Bei euch ist ernst ja ein bisschen schwieriger, ihr seid ja mehr für die Komik zuständig." Völler riet Müller zudem, sich nach dessen aktiver Karriere auch mit dem Trainerschein zu beschäftigen, um sein Fachwissen weiter zu vertiefen.

MagentaTV polarisiert: Fans streiten über Jürgen Klopp und Thomas Müller

In sozialen Netzwerken und Kommentarspalten fielen die Reaktionen auf Klopp und Müller gemischt aus. Einzelne Reddit-Nutzer lobten die lockere Art: "Ich find's 10/10. Absolut sympathisch, die beiden." Andere Nutzer fanden die Sendungen zu laut oder humorlastig und wünschten sich mehr Sachlichkeit und verwiesen dabei auf den aus ihrer Sicht sachlicheren Stil von ARD und ZDF. Mario Basler kritisierte in "WM Aktuell" auf "Sport1", Klopp und Müller seien "mehr am Lachen als am Reden".

Besonders Klopps "noch"-Statement zu Nagelsmann fand Basler "katastrophal". Er stellte die Vermutung in den Raum, hinter dem Spruch könne Kalkül gesteckt haben. Zudem spekulierte er, Klopp könne im September als möglicher Nachfolger Nagelsmanns ein Thema werden. Klopp hatte Spekulationen um einen baldigen Wechsel ins DFB-Traineramt zuletzt zurückgewiesen. Doch diese Spekulation bleibt weiterhin wohl eher ein Dauerthema.

WM im TV: MagentaTV, ARD und ZDF setzen auf verschiedene Konzepte

Die jeweiligen Sender setzen bei ihren WM-Formaten auf unterschiedliche Konzepte. "MagentaTV" soll Medienberichten zufolge einen dreistelligen Millionenbetrag in die Übertragungsrechte investiert haben und positionierte sich mit Klopp und Müller als unterhaltsames Gegenstück zum nüchternen Stil von ARD und ZDF. RND beschrieb Müllers Auftritt auffällig feuilletonistisch und hob unter anderem dessen lockeren Stil hervor. Gemeinsam mit Klopp setzen beide erkennbar stärker auf Unterhaltung und lockere Dialoge als auf eine durchgehend klassische Analyse-Rolle.

Die ARD, vertreten durch Bastian Schweinsteiger und Esther Sedlaczek, setzte in der WM-Woche auf eine ausgewogenere Mischung aus Entertainment und klassischer Analyse. Schweinsteiger löste sich von früheren Floskeln, vermeidet jedoch tiefe Spielanalysen. Das ZDF verlegte sein Team inklusive Per Mertesacker und Christoph Kramer in die "ZDF WM-Arena" nach Berlin und legt im Rahmen dessen viel Wert auf Sachlichkeit. Im Kern der Debatte steht die Frage, wie viel Unterhaltung eine WM-Übertragung bieten sollte.

WM-Experten unter Druck: Wie viel Lockerheit ist im TV erlaubt?

Während manche die lockere Expertensendung als Bereicherung empfinden, fordern andere mehr Ernsthaftigkeit. Rudi Völler betonte, Klopp und Müller hätten als Experten Verantwortung: "Vielleicht haben wir ja die Gelegenheit, uns noch mal zusammenzusetzen und ein paar grundsätzliche Dinge zu besprechen." Müller erklärte bereits zum Sendungsstart: "Wir verbiegen uns nicht." Der aus Sicht der Kritiker riskante Spagat zwischen unterhaltsamer Inszenierung und Fachanalyse bleibt ein Thema.

MagentaTV hält bislang am Team fest; zugleich sorgen die Auftritte in sozialen Netzwerken weiter für Diskussionen. Ein Nutzer brachte die Zwiespältigkeit auf den Punkt: "Wechselt bei mir gefühlt jeden zweiten Satz zwischen unterhaltsam/informativ und "boah, sind die nervig"." Einzelne Nutzer kündigten an, häufiger auf die öffentlich-rechtlichen Alternativen auszuweichen. So wirkt der Magenta-Weg derzeit wie ein bewusst zugespitzter Versuch, Lockerheit und sachliche Information stärker miteinander zu verbinden. Die Debatte um das richtige Expertentum im deutschen TV wird bei dieser WM jedoch noch weitergeführt.

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