Oscars 2026: So funktioniert das Voting-System der Academy wirklich
Diese Personen entscheiden darüber, wer einen Oscar erhält
Die Oscar-Gewinner bestimmt nicht die Allgemeinheit. Stattdessen sind dafür die Mitglieder der Academy of Motion Picture Arts and Sciences – oft nur kurz Academy genannt – verantwortlich. Diese illustre Runde besteht derzeit aus mehr als 10.000 Personen. Allen gemein ist, dass sie aus der Filmwirtschaft kommen. Die Mitgliedschaften sind so verteilt, dass alle relevanten Fachbereiche – also etwa Regie, Schauspiel, Kamera, Filmmusik oder Kostümdesign – vertreten sind. Die Abstimmung erfolgt geheim und online.
Die Vorabstimmung
Bei einigen Oscar-Kategorien gibt es eine Art Vorentscheidung. Diese treffen die Academy-Mitglieder der einzelnen Fachbereiche und können dabei aus allen Filmen wählen, die die Regularien erfüllen. Das Ergebnis ist die sogenannte Shortlist. Beispiel gefällig? In der Kategorie „Bester Dokumentarfilm“ waren für die Academy Awards 2026 insgesamt 201 Filme zugelassen. Davon gelangten 15 in die engere Auswahl.
Die Nominierungsphase
Die Mitglieder der Academy nominieren nun per Abstimmung für jede Kategorie mehrere Kandidaten. Gab es eine Shortlist, kommt dafür nur infrage, wer es zuvor auf diese geschafft hat. In dieser Phase stimmen fast durchweg nur die Mitglieder aus den jeweiligen Fachbereichen für ihre Kollegen ab. Eine wichtige Ausnahme ist die Kategorie „Bester Film“. Denn hier sind alle Academy-Mitglieder stimmberechtigt. Wer diese Phase erfolgreich übersteht, darf sich mit dem Prädikat „oscarnominiert“ schmücken.
Die endgültige Wahl
Für die finale Abstimmung stehen in der Regel pro Kategorie fünf Kandidaten zur Wahl. Diese findet bereits vor der Oscar-Verleihung statt. So reichte etwa die Abstimmungsphase für die 98. Oscar-Verleihung am 15. März 2026 vom 26. Februar bis zum 5. März. Hier dürfen alle stimmberechtigten Academy-Mitglieder in sämtlichen Bereichen abstimmen. Wer am meisten Stimmen erhält, gewinnt den Oscar in der jeweiligen Kategorie. Doch es gibt eine Ausnahme.
Überraschung: Darum erhält der Film mit den meisten Stimmen nicht immer den Oscar
Bei der Topkategorie „Bester Film“ gewinnt nicht zwangsläufig der Beitrag, der am Anfang die meisten Stimmen bekam. Das liegt am besonderen Prozedere. So erstellen die Abstimmenden hier ihre persönliche Top 10. Erreicht ein Film bei der Auswertung mehr als die Hälfte der Stimmen, erhält dieser den Academy Award. Ist das jedoch nicht der Fall, scheidet der Beitrag mit den wenigsten Stimmen aus dem Voting aus. Die Stimmen der Academy-Mitglieder, die für diesen votiert hatten, gehen dann auf das Werk auf dem nächsten Listenplatz über. Dieser Prozess wiederholt sich, bis ein Film mindestens 50 Prozent der abgegebenen Stimmen auf sich vereint.
Diese Änderung dürfte für bessere Ergebnisse sorgen
Die Regeln für die Academy Awards sind nicht in Stein gemeißelt. Tatsächlich gab und gibt es immer wieder Veränderungen. Eine davon gilt erstmals für die Oscars 2026 und könnte für die Zukunft des Wettbewerbs besonders wichtig werden. In der Endrunde sind nämlich jetzt nur noch diejenigen Mitglieder stimmberechtigt, die auch wirklich alle nominierten Filme in der jeweiligen Kategorie gesehen haben. Das sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Doch in der Vergangenheit hatten Academy-Mitglieder immer wieder anonym eingeräumt, dass das nicht der Fall gewesen sei.
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