Oscar Wilde

Oscar Wilde
Geboren: 16.10.1854 in Dublin, Irland
Gestorben: 30.11.1900 in Paris, Frankreich

"Alle Kunst ist zugleich Schleier und Tiefe. Wer den Schleier aufhebt, wer die Tiefe erforscht, tut es auf eigene Gefahr." (Oscar Wilde)

Oscar Wilde wurde als zweites Kind des Arztes Sir William Wilde in Dublin geboren. Seine Mutter Lady Francesca Wilde schrieb in ihrer Jugend als "Speranza" antibritische Gedichte, und später führte die außergewöhnliche und unangepaßte Lady Wilde in Dublin einen literarischen Salon.

Oscar Wilde besuchte das Trinity College in Dublin und später das Magdalena College in Oxford. Dort schrieb er erste Gedichte und schloß sich unter dem Einfluß Walter Paters der Bewegung des l'art pour l'art an.

Mit seinem scharfen Verstand, seinem treffsicheren Witz und seinem ästhetischen Gespür war Wilde die Verkörperung des "Dandy" schlechthin. Die Türen der Kunst- und Theaterwelt standen ihm weit offen, als er sich nach ausgedehnten Reisen durch Italien und Griechenland 1879 in London niederließ. Hier pflegte er eine enge Freundschaft mit der Schauspielerin Lillie Langtry, deren skandalöses Leben Wilde zu seinem Theaterstück "Lady Windermere's Fan" inspirierte. Oscar Wilde wurde schnell zu einem gefeierten Mitglied der Londoner Schickeria. Er war eine Berühmtheit als Kunstkritiker und Journalist, vor allem aber als Asthet mit ungewöhnlicher Kleidung, originellen Sichtweisen und immenser Schlagfertigkeit.

1881 wurde Oscar Wildes erste Gedichtsammlung veröffentlicht. 1884 heiratete er Constanze Lloyd und ließ sich in Chelsea nieder. Ihr erster Sohn Cyril wurde ein Jahr später geboren, 1886 folgte ihm Vyvyan.

Von 1887-1889 war Oscar Wilde Herausgeber der Zeitschrift "The Woman's World". Er unterstützte den Feminismus und schrieb: "Der wachsende Einfluß von Frauen ist das einzig Beruhigende in unserem heutigen politischen Leben". Auch in seinen Werken finden sich immer wieder für die damalige Zeit untypische und starke Frauenfiguren wie Lady Gertrude Chiltern. Oscar Wildes Beziehung zu seiner Frau Constanze hatte sich allerdings schnell zu einer platonischen Beziehung entwickelt, obwohl Constanze ihn weiter anbetete.

"Das Bildnis des Dorian Gray" verschaffte Wilde große Anerkennung, rückte ihn aber auch auf ganz andere und völlig unerwartete Weise ins Rampenlicht des öffentlichen Interesses: Schon kurz nach seiner Veröffentlichung im Jahre 1891 wurde der Roman von einigen Buchhändlern boykottiert.

Im gleichen Jahr traf Wilde erstmals Lord Alfred Douglas, der damals in Oxford studierte. Ein Jahr später wurde die Freundschaft der beiden intim, und es dauerte nicht lange, bis Oscar Wildes Leben von seiner Leidenschaft für den gleichermaßen attraktiven wie schwierigen Lord Douglas, genannt Bosie, bestimmt wurde. Bosie hatte immer wiederkehrende Phasen von Bosheit und Gewaltigkeit, und er quälte Wilde mit seinen Beziehungen zu minderjährigen Jungen und männlichen Prostituierten. Trotzdem ließ Wilde sich in seiner Liebe zu Bosie nicht beirren, überschüttete ihn mit Geschenken, Dinnereinladungen und Reisen, die schließlich seine finanziellen Mittel gefährlich strapazierten und ihn zu ruinieren drohten.

Im Juni 1893 reiste Bosie auf Wildes Zureden hin nach Ägypten. Endlich fand Wilde wieder Zeit und Ruhe für seine Arbeit. In dieser Zeit entstand "Ein idealer Gatte", in dem Wilde eine bis dahin unbekannte Empfindsamkeit und Versöhnlichkeit offenbarte. Vielleicht trat angesichts der immer lauter werdenden Gerüchte um Wildes Sexualität und der ständigen Angst vor Erpressung seine mitfühlende und tolerante Seite stärker hervor: Kein anderes Stück Wildes offenbart in solchem Umfang autobiographische und sozialpolitische Züge. In "Ein idealer Gatte" klagt er auch die immer stärker werdende Verflechtung von Politik und Hochfinanz an, für die er vermutlich die Finanzierungspolitik des Suezkanals als Vorbild nahm. Vor allem aber wendet sich das Stück gegen die verlogene Tugendhaffigkeit der repressiven viktorianischen Gesellschaft. So sticht Lord Goring, Wildes Alter Ego, durch seine Ungebundenheit und fast anarchische Freizügigkeit im Denken und Empfinden aus der feinen Gesellschaft heraus. Er, der Taugenichts, ist wahrhaftiger und ehrlicher als das scheinbar so perfekte Ehepaar Chiltern: Robert und Gertrude können ihre Liebe zueinander erst wirklich realisieren, nachdem sie ihre eigene Fehlerhaftigkeit akzeptiert haben.

Im April 1894 kehrte Wildes Liebhaber nach London zurück und ihre Liebschaft nahm immer skandalösere Züge an. Bosies Vater, der Marquess of Queensbury, entwickelte einen lodernden Hass auf Wilde und schwor sich, ihn zu ruinieren. Queensbury schrieb Drohbriefe, in denen er Wilde beschimpfte und seinen Sohn enterbte.

Trotz wachsender Ängste schrieb Wilde weiter und vollendete Ende 1894 sein letztes Stück "The Importance of Being Earnest". Am 3. Januar 1895 schließlich wurde "Ein idealer Gatte" uraufgeführt. Im Zuschauerraum saß eine illustre Gesellschaft, sogar der Prince of Wales und Chamberlain hatten es sich nicht nehmen lassen, dabei zu sein. Die Premiere war ein großer Erfolg, und auch "The Importance of Being Earnest", Wildes wohl brillantestes Werk, wurde jubelnd begrüßt. Beiden Stücken war jedoch keine lange Laufzeit vergönnt.

Bosies Vater beschuidigte Wilde öffentlich der Sodomie. Dies war der Höhepunkt seiner mittlerweile zwei Jahre andauernden Provokationen. Wilde reagierte darauf mit einer Klage wegen übler Nachrede, hatte dabei aber gründlich seine Chancen vor Gericht verkannt. Er verlor die Auseinandersetzung und wurde nun seinerseits von Queensbury wegen grober Unsittlichkeit vor Gericht gezerrt. Obwohl die Geschworenen in diesem Fall zu keinem Urteil kamen, führte starker Druck auf den Generalstaatsanwalt zu einer Neuaufnahme des Verfahrens, und diesmal wurde Wilde zu zwei Jahren Zwangsarbeit verurteilt.

Damit endete Oscar Wildes brillante Karriere. Seine Stücke wurden sofort vom Spielplan genommen und bis ins 20. Jahrhundert hinein nicht mehr aufgeführt. Im Gefängnis schrieb Wilde "De Profundis" und "The Ballad of the Reading Goal", worin er sein Leben in Gefangenschaft reflektierte. Als gebrochener Mann wurde er 1897 aus dem Gefängnis entlassen.

Mittelos und von den meisten Freunden im Stich gelassen, verließ Oscar Wilde England und zog sich nach Frankreich zurück. Seine Mutter war während seines Gefängnisaufenthaltes gestorben und 1898 starb auch die von Wilde getrennt lebende Constanze. Alle Versuche seine Beziehung zu Bosie wieder aufzunehmen, scheiterten an dessen Desinteresse.

Am 30. November 1900 starb Wilde in Paris an Meningitis. Auch heute noch ist seine letzte Ruhestätte, neben der von Jim Morrison und Charles Baudelaire, ein vielbesuchtes Wallfahrtsziel auf dem Pariser Friedhof Pere Lachaise. Junge Leute aus aller Welt zieht es dorthin, und häufig läßt jemand eine weiße Lilie auf dem Grab zurück.

Bislang wurden seine Werke insgesamt 41 Mal (inklusive TV Produktionen) verfilmt. Auswahl von Filmen nach Werken Oscar Wildes: Dorian Grays Portraet (1910) von Axel Strom, "De Bannelingen" (1911) von Léon Boedels, "The Picture of Dorian Gray" (1913) von Phillips Smalley, "Portret Doryana Greya" (1915) von Mikhail Doronin und Vsevolod Meyerhold, "Das Bildnis des Dorian Gray" (1917) von Richard Oswald, "A Modern Salome" (1920) von Leonce Perret, "Salome" (1923) von Charles Bryant, "Lady Windermeres Fächer" (1925) von Ernst Lubitsch, "Lady Windermeres Fächer" (1935) von Heinz Hilpert, "Ein idealer Gatte" (1935) von Herbert Selpin, "Eine Frau ohne Bedeutung" (1936) von Hans Steinhoff, "Das Gespenst von Canterville" (1944) von Jules Dassin, "Das Bildnis des Dorian Gray" (1944) von Albert Lewin, "Ein idealer Gatte" (1947) von Alexander Korda, "Historia de una mala mujer" (1948) von Luis Saslawsky, "The Fan" (1949) von Otto Preminger, "Salomé" (1970) von Raffael Gassent, "Das Bildnis des Dorian Gray" (1970) von Massimo Dallamano, "Salome" (1972) von Carmelo Bene, "Salomé" (1978) von Pedro Almodóvar, "Idealnyj muzh" (1980) von Viktor Georgiyev, "The Importance of Being Earnest" (1981) von Michael Attenborough, "Salome" (1986) von Claude d'Anna, "The Canterville Ghost" (1986) von Paul Bogart, "Salomes letzter Tanz" (1988) von Ken Russell, "The Importance of Being Earnest" (1991) von Kurt Baker, "An Ideal Husband" (1999) von William Cartlidge und "Ein perfekter Ehemann" (1999) von Oliver Parker.

Filme, die das Leben von Oscar Wilde thematisieren: Robert Morley als Oscar Wilde in "Oscar Wilde" (1960) von Gregory Ratoff, Peter Finch als Wilde in "Der Mann mit der grünen Nelke" (1960) von Ken Hughes, John de Marco als Wilde in "Ein liebenswertes Freudenhaus" (1969) von Philip Saville, Nicholas Grace als Wilde in "Salomés letzter Tanz" (1988) von Ken Russell, Stephen Fry als Wilde in "Wilde" (1997) von Brian Gilbert, Luke Morgan Oliver als Kind Oscar in "Velvet Goldmine" (1998) von Todd Haynes und Michael Culkin als Wilde in Oliver Parkers "Ein perfekter Ehemann" (1999).


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