Rebecca Hall

Ein blasse Schönheit: Rebecca Hall. Vergrößern
Ein blasse Schönheit: Rebecca Hall.
Fotoquelle: Denis Makarenko/shutterstock.com
Rebecca Maria Hall
Geboren: 19.05.1982 in London, Großbritannien

Dunkelbraune Augen, einen ebenmäßigen englisch-blassen Teint, rosenrote, volle Lippen, die ein wenig an die von Liv Tyler erinnern und einen Schwanenhals - sie wirkt durch und durch britisch-aristokratisch und kann doch ohne Probleme in ganz andere Rollen schlüpfen: Rebecca Hall, die Tochter von Sir Peter Hall, britischer Film- und Theaterregisseur, und der Opernsängerin Maria Ewing. Rebecca, die 1982 in London geboren wurde, hat es längst geschafft aus dem Schatten ihrer Eltern hervorzutreten und sich im Laufe der Jahre eine ganz eigene Karriere aufzubauen. Eine Karriere, die mittlerweile in Richtung Hollywood weist. Doch zunächst stand sie unter der Regie ihres Vaters vor der Kamera, der sie - gerade einmal zehn Jahre alt - als Junge Sophy in der britischen TV-Serie "The Camomile Lawn", nach dem gleichnamigen Roman von Mary Wesley, auftreten ließ. Es folgte 1993 eine weitere Kinderrolle in "Don't Leave Me This Way" und 1994 eine Sprechrolle in "The World of Peter Rabbit and Friends". Danach wurde es erst einmal ruhig um die hübsche Britin.

Zu Beginn des Jahrtausends begann Rebecca Hall ein Anglistik-Studium an der renommierten University of Cambridge, das sie nach nur zwei Jahren abbrach. Schon während des Studiums hatte sie sich einer Theatertruppe angeschlossen und widmete sich nach dem Ende des Studiums ganz der Schauspielerei. 2002 erhielt sie für ihre Darstellung in dem von ihrem Vater inszenierten Drama "Mrs Warren's Profession" den Ian Charleson Award. Kritiker lobten ihr vortreffliches und vollkommenes Spiel. Weitere Bühnenengagements folgten im Zusammenhang mit dem 50. Theater-Jubiläum ihres Vaters gemeinsam mit dessen Theater-Company. Zunächst agierte sie als Rosalind in "Wie es euch gefällt" - eine Rolle, die ihr eine weitere Nominierung für den Ian Charleson Award einbrachte - anschließend stand sie in D. H. Lawrences "The Fight For Barbara" auf der Bühne. Das Vater-Tochter-Gespann setzte die Zusammenarbeit weiter fort: In George Bernard Shaws "Man and Superman" spielte sie Ann und in Dava Sobels "Galileo's Daughter" übernahm sie den Part der Schwester Maria Celeste. Darüber hinaus sah man die Nachwuchsdarstellerin auch in Molières "Don Juan" - eine Inszenierung von Thea Sharrock. 2005 gingen die Halls mit "Wie es euch gefältt" auf Theatertournee, die unter anderem nach New York, San Francisco und Los Angeles führte.

Ein Jahr später gab Rebecca Hall ihr Leinwanddebüt in Tom Vaughans Komödie "Starter for Ten". Es folgte die TV-Produktion "Wide Sargasso Sea" (ebenfalls 2006). Gleich zweimal spielte sie das brünette Gegenstück zur blonden Beauty Scarlett Johansson: Das erste Mal in "Prestige - Meister der Magie" (2006), das zweite Mal in Woody Allens "Vicky Cristina Barcelona". In beiden Fällen blieb sie ein bisschen blass hinter der überpräsenten Johansson zurück, doch in beiden Fällen verlangte die Rolle genau diese Zurückhaltung von ihr. Eine Leistung, die von den Kritikern wohlwollend zur Kenntnis genommen wurde und ihr Nominierungen für den Empire Award und für den London Critics Circle Film Award - im Falle von "Prestige - Meister der Magie" - und für den Golden Globe Award als beste Hauptdarstellerin in einer Komödie oder Musical - im Falle von "Vicky Cristina Barcelona" - einbrachte. Weitaus weniger Aufmerksamkeit erhielten "Rubberheart" (Kurzfilm), Stephen Poliakoffs "Joe's Palace" (beide 2007) und "Official Selection" (Kurzfilm, 2008) für den sie immerhin mit Amanda Seyfried vor der Kamera stand.

Einmal mehr im Hintergrund blieb Rebecca Hall als Caroline Cushing in Ron Howards Kino-Adaption "Frost/Nixon", die aufgrund ihrer Kammerspiel artigen Umsetzung kaum Platz für andere Darsteller als Michael Sheen und Frank Langella lässt. Für die Dreharbeiten zum Fernsehfilm "Einstein and Eddington", der im November 2008 erstmals über den Bildschirm lief, kehrte sie an die University of Cambridge zurück, wo die Dreharbeiten unter Philip Martins Regie stattfanden. In Teil eins ("Yorkshire Killer 1974") der packenden Thriller-Trilogie rund um den sogenannten Yorkshire Ripper Peter William Sutcliffe, der zwischen 1975 und 1980 mindestens 13 Frauen bestialisch ermordete, übernahm Rebecca den Part der Paula Garland, bevor sie 2009 wieder einmal in einer Kinoproduktion, die international für Aufmerksamkeit sorgte, in Erscheinung trat. Neben Ben Barnes und Colin Firth setzte sie in "Das Bildnis des Dorian Gray" gekonnt Emily Wotton, die Geliebte des Titelhelden, in Szene. Dabei gelang es Rebecca Hall, anders als Hauptdarsteller Ben Barnes, der für die Rolle nicht genügend Tiefgang besitzt, durch ihr großartiges Mimenspiel die innere Zerissenheit und Verzweifelung ihres Charakters darzustellen.

Bevor sie dieses großartige Spiel auch in Ben Afflecks "The Town" unter Beweis stellte, sah man sie noch in Brian Cranos Drama "A Bag of Hammers" und gemeinsam mit Catherine Keener, Oliver Platt und Amanda Peet in "Please Give". Doch mehr als Nicole Holofceners sehenswerte Komödie war natürlich Afflecks erfolgreicher Ganoven-Thriller ein erneuter Schub für Rebeccas Karriere. Als junge Filialleiterin und Entführungsopfer der Bankräuberbande, die im Mittelpunkt der Geschichte von Chuck Hogan steht, ist sie zwischen Angst und Hass gegenüber den Verbrechern auf der einen Seite und Liebe und Vertrauen gegenüber Doug MacCray - von dem sie nicht weiß, dass er zur Verbrecherbande gehört - auf der anderen Seite hin- und hergerissen. Einmal mehr zeigt Rebecca, dass sie das facettenreiche Spiel perfekt beherrscht und jeder Stimmung das richtige Gesicht geben kann. Weitaus weniger Ausdruckskraft benötigte sie hingegen für die dämliche Will Ferrell-Komödie "Everything Must Go", die im Mai 2011 in die amerikanischen Kinos kam. Trotz der vermehrten Zahl an Film-Engagements ist Rebecca Hall weiterhin als Theaterschauspielerin aktiv. Im Januar 2011 stand sie abermals unter der Regie ihres Vaters auf der Bühne. Für ihre Darstellung in "Was ihr wollt" erhielt sie erneut sehr gute Kritiken.

Weitere Filme von Rebecca Hall: "Lady Vegas", "Parade's End - Der letzte Gentleman" (beide 2012), "Iron Man 3" (2013), "Transcendence" (2014).


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