Jeremy Renner

Prädestiniert für die Rolle des klassischen Anti-Helden: Jeremy Renner. Vergrößern
Prädestiniert für die Rolle des klassischen Anti-Helden: Jeremy Renner.
Fotoquelle: Jaguar PS/shutterstock.com
Jeremy Lee Renner
Geboren: 07.01.1971 in Modesto, Kalifornien, USA
Sternzeichen: Steinbock

Den irisch-stämmigen Bankräuber, den er äußerst erfolgreich und Oscar-nominiert in Ben Afflecks Ganoven-Thriller "The Town" (2010) verkörperte, nimmt man dem Kalifornier durchaus ab. Geboren und aufgewachsen in Modesto, war Jeremy Renner bereits in seiner Jugend klar, dass ihn in der 200000-Einwohner-Stadt nur wenig halten kann. In dem Ort im Central Valley, der einst von der Londoner Times als "Kaliforniens Kuhstadt" bezeichnet wurde, wird nicht viel geboten, was der Karriere als Schauspieler förderlich sein könnte. Und das, obwohl George Lucas der berühmteste Sohn Modestos ist und dort 1973 sein "American Graffiti" in Szene setzte. Wer im Show-Business Karriere machen möchte, der muss die ländliche Umgebung verlassen und sein Glück in der Filmmetropole des "Golden State" versuchen - es sei denn, er möchte beim hiesigen Theater landen.

Jeremy Renner ist prädestiniert für die Rolle des klassischen Anti-Helden. In einem Interview, das der Schauspieler "The Boston Globe" gab, sagte er selbst, dass er in 99 Prozent aller Filme, in denen er mitspielt, am Ende stirbt. Immerhin hat ihm das bereits zwei Oscar-Nominierungen und eine Golden Globe Nominierung eingebracht. Abgesehen von einigen Auftritten im Schultheater und einem Kurzauftritt für die Polizeischule in Modesto, wo er für eine 50-Dollar-Gage den angehenden Ordnungskräften Widerstand leisten sollte, hatte er nicht viel zu bieten, als er 24-jährig in seine erste Rolle in der belanglosen Komödie "Die Chaos-Clique auf Klassenfahrt" (1995) schlüpfte. Es folgten viele kleinere, durchaus interessante Parts in diversen Fernsehproduktionen. Mit Auftritten in Serien wie "Tödliches Spiel" (1995), "Strange Luck - Dem Zufall auf der Spur" (1996) oder "Zoe, Duncan, Jack & Jane" (1999) hielt er sich lange Zeit über Wasser. Er stand aber auch immer mal wieder auf der Theaterbühne, wo er seine schauspielerische Leistung kontinuierlich verbessern konnte. Außerdem fand er zwischen Fernseh- und Theaterengagements genügend Zeit für seine zweite große Leidenschaft - die Rock-Musik.

2002 fiel er durch seine beeindruckende Darstellung als Serien-Killer Jeffrey Dahmer in David Jacobsons Low-Budget-Biographie "Dahmer" (2002) auf. Die Geschichte des "Milwaukee Monsters" schaffte es - zumindest - in Deutschland zwar nicht in die Kinos, kann aber durchaus als Renners Durchbruch bezeichnet werden. Das Publikum, die Produzenten und Regisseure - unter anderem Kathryn Bigelow - waren auf den charismatischen Darsteller aufmerksam geworden. Es folgten kleinere Rollen in "S.W.A.T. - Die Spezialeinheit" (2003) und in Asia Argentos Sozialdrama "Das Herz ist eine hinterlistige Person" (2005). In Van Fischers Romanze "Neo Ned" schlüpfte er 2005 schließlich in die Titelrolle. Außerdem übernahm er Parts in "Dogtown Boys", "Das Ende der Unschuld", "A Little Trip to Heaven" und neben Charlize Theron und Frances McDormand in "Kaltes Land (alle 2005). 2007 spielte er gemeinsam mit Robert Carlyle und Rose Byrne in dem britischen Horrorthriller "28 Weeks Later". Mehr Aufmerksamkeit erhielt der quälend langweilige Western "Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford" (2007) mit Brad Pitt und Casey Affleck in den Hauptrollen. Jeremy Renner mimte hierbei Wood Hite - einen Banditen und den Cousin von Frank und Jesse James - und somit erneut einen typischen Anti-Helden.

Sein Engagement für Kathryn Bigelows packenden Kriegsfilm "Tödliches Kommando - The Hurt Locker" (2008) verdankte er seiner - bereits erwähnten - Darstellung als Jeffrey Dahmer. Er wurde - recht ungewöhnlich für einen Schauspieler, der bis dahin nur eingeweihten Kinogänger ein Begriff war - ohne Vorsprechen von der Action-Spezialistin für die Hauptrolle besetzt. Als Staff Sergeant William James agiert er als Bombenentschärfer im Irak. Im Vordergrund der Story steht die psychische Belastung der Soldaten, die von Jeremy Renner dermaßen gut in Szene gesetzt wurde, dass er für seine Darstellung mit Preisen und Nominierungen überhäuft wurde. Die Krönung in diesem Preisregen war definitiv die Nominierung für den Oscar als bester Hauptdarsteller. Kritiker bescheinigen ihm mittlerweile eine Wirkung, wie man sie sonst nur von Robert Mitchum und James Cagney kennt. So verwundert es nicht, dass Renner 2012 die Nachfolge von Matt Damon in dem Actionthriller "Das Bourne Vermächtnis" antrat.

Die Feier zu seinem 40. Geburtstag im Januar 2011 machte klar, dass Jeremy Renner schon längst in der A-Klasse der Hollywood-Promis angekommen ist. Was als private Party mit guten Freunden und der Familie geplant war, endete mit einer weltweiten Schlagzeile. Während der Feierlichkeiten hatte sich Christina Aguilera - angeblich uneingeladen - in Renners Haus geschlichen und landete dort mit ihrem Partner Matthew Rutler im Bett des Gastgebers. Zwar fand Jeremy Renner die ganze Angelegenheit recht lustig und berichtete auch recht amüsiert über das, was er da so miterleben durfte, doch betonte er auch, dass er das Verhalten der blonden Sängerin als sehr merkwürdig empfunden habe.

Weitere Filme und Serien mit Jeremy Renner: "Paper Dragons", "Ich begehre deinen Sohn" (beide 1996), "Rätselhaftes Verschwinden - Ein Alptraum wird wahr" (1997), "Das Netz - Todesfalle Internet" (TV-Serie), "New York Life - Endlich im Leben!" (TV-Serie, beide 1999), "Angel - Jäger der Finsternis" (TV-Serie, 2000), "Fish in a Barrel", "CSI - Den Tätern auf der Spur" (TV-Serie, beide 2001), "Monkey Love" (2002), "Love Comes to the Executioner" (2006), "Take", "Dr. House" (beide 2007), "The Oaks" (TV-Serie, 2008), "Lightbulb", "The Unusuals" (TV-Serie, beide 2009), "Mission: Impossible - Phantom Protokoll" (2011), "Marvel's The Avengers", "Hänsel und Gretel: Hexenjäger" (beide 2012), "American Hustle" (2013), "Avengers 2: Age of Ultron" (2015).


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