Paul Kuhn

Lesermeinung
Geboren
12.03.1928 in Wiesbaden, Deutschland
Gestorben
23.09.2013 in Bad Wildungen, Deutschland
Sternzeichen
Biografie

Er war der Mann am Klavier und Deutschlands Aushängeschild in Sachen Jazz und Swing: Paul Kuhn - Pianist, Bandleader, Arrangeur, Produzent und Entertainer. Mehr als 75 Jahren war er im Showgeschäft, wahrscheinlich war Paul Kuhn der dienstälteste Fernsehschaffende, denn 1936 reiste er während der Olympiade in Begleitung seiner Eltern nach Berlin. Das achtjährige "Wunderkind" nahm mit seinem Akkordeon an einem "Reichsmusikerwettstreit" teil. Kuhns Akkordeonspiel wurde in öffentliche Fernsehstuben übertragen. Im Wettbewerb nur Zweiter, hatte er seine erste Fernseherfahrung.

Dass Paul Kuhn Musiker werden sollte, war ausgemacht. Mit sechs Jahren Akkordeon, dann Klavier; Musikgymnasium in Frankfurt, Konservatorium in Wiesbaden. Aber schon früh, als Steppke auf dem Gymnasium, hörte und lernte er heimlich Jazz und Swing. Nie wieder sollte diese Musik ihn loslassen. Dem Massenpublikum war Paul Kuhn vor allem durch seine Schlager aus der Wirtschaftswunderzeit bekannt. Die Gassenhauer "Es gibt kein Bier auf Hawaii" (1963) oder "Der Mann am Klavier" (1954) haben viele Ältere noch im Ohr. Das nebenbei aufgenommene, lustlos gespielte und gelangweit vorgetragene Schlagerliedchen wurde zum Hit und in einem Jahr 250000 mal verkauft. Die Schlagerkarriere dauerte an, die Fernsehkarriere kam hinzu.

Paul Kuhn war Kult. Manchmal fand er es allerdings richtig nervend, wenn er nach einem Jazzkonzert auch noch seine Uralt-Erfolgshits zum Besten geben sollte. Dennoch war gerade "Geben Se dem Mann am Klavier, noch'n Bier" sein Markenzeichen - da wollte nicht undankbar sein und gab nach. Paul Kuhn war immer mehr als jener populäre Schlagersänger mit dem müde zerfurchten Gesicht: ein vielfach ausgezeichneter Jazzpianist, der es wie kaum ein anderer verstanden hatte, musikalische Welten swingend zu verbinden.

Wo Paul Kuhn drauf steht, ist immer Jazz drin. Auch, wenn es eigentlich Schlager ist. Für den Jazz in Deutschland leistete Paul Kuhn Pionierarbeit, denn er ist einer der wenigen Jazzer, deren Wurzeln in die Zeit eines Art Tatum, George Shearing oder Count Basie reichen. Wenn er in die Tasten griff, sprudelte der Swing nur so aus ihm heraus. Obwohl Paul Kuhn während eines Großteils seiner Karriere mit Pop- und Tanzmusik in Verbindung gebracht wurde, galt seine Leidenschaft seit Jugendtagen dem Jazz. Er war schon mit dabei, als der Swing der Amerikaner den Marschrhythmus des Dritten Reiches verdrängte. Beim amerikanischen Soldatensender AFN hatte er bereits 1948, kurz vor der Währungsreform, wöchentliche Sendungen.

Seitdem swingte sich der "Deutsche Ami" durch die Jahrzehnte. Zwischen 1949 und 1955 spielte er mit Musikern, die heute rückblickend als die Spitze des deutschen Nachkriegs-Jazz gelten, und hat mit einigen von ihnen richtungsweisende Ensembles gegründet. 1953 wurde er zum Jazzpianisten Nr. 1 in Deutschland gewählt. Mit dem Aufkommen von Musiksendungen im Fernsehen wurde Paul Kuhn Dauergast auf bundesdeutschen Bildschirmen. Er ist der erste "Entertainer" im Deutschen Fernsehen: "Hallo Paulchen", "Paul's Party" oder "Die Sendung mit Paul". Ab 1968 stand die Bigband des Senders Freies Berlin unter seiner Leitung.

Als die Band aus Kostengründen aufgelöst wurde, wandte er sich wieder kleineren Besetzungen zu. Er gründete sein eigenes Orchester, begleitete unter anderem Peter Alexander auf Tournee. Danach trat Kuhn vorwiegend im Trio auf. Seit Sommer 2000 füllte er mit Max Greger, Hugo Strasser und der SWR Big Band als "Swing Legenden" oder auch als als "älteste Boygroup der Welt" mehrere Jahre die Hallen, begeisterte das Publikum mit den Evergreens von Glenn Miller, Duke Ellington, Louis Armstrong oder Count Basie. Zwar lag Hugo Strasser im Sommer 2007 16 Tage im Koma und Paul Kuhn mußte sich einer schweren Herz-OP unterziehen, doch 2008 hiess es in den ausverkauften Konzertsälen wieder "Keep on swinging".

Ebenfalls 2008 nahm Kuhn mit Comedian Mario Barth den Song "Mensch Berlin" auf, 2010 erhielt er den Jazz-Echo für sein Lebenswerk. Jazz lebt von Improvisation und Spielfreude. Und die hat der Altmeister nicht verloren. Noch mit 82 Jahren sah man ihn an der Seite von Peter Lohmeyer in seiner ersten Hauptrolle in der Tragikomödie "Schenk mir dein Herz". Seine Liebe zum Jazz hat Kuhn nie verloren: "Je älter ich werde, desto mehr Jazz spiele ich, weil ich merke, dass dort eigentlich meine Wurzeln liegen", sagte Kuhn einmal, der im Herzen immer Jazzer war.

Foto: Wüste Film

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