Adrenalin pur. Wenn Frauen ans Limit gehen
17.06.2025 • 22:15 - 22:45 Uhr
Info, Gesellschaft + Soziales
Lesermeinung
Katja sagt: "Beim Basejumpen bist du nur im Moment. Das ist pures Leben und ein unglaubliches Glücksgefühl. Ich liebe die Freiheit!".
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Mit ihrem neuen Lebensgefährten Andre (r.) geht Doreen (l.) fast jedes Wochenende in die Sächsische Schweiz zum Klettern.
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Katja (r.v.) fährt mit ihrer Mutter Ingrid (r.h.) noch einmal zur Absturzstelle unterhalb der Pallatürme.
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Bei dem Absturz erlitt Katja einen Trümmerbruch im Fuß. Ein halbes Jahr geht sie zur Physiotherapie.
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Originaltitel
Adrenalin pur. Wenn Frauen ans Limit gehen
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2025
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Ein Leben für den nächsten Kick

Von Susanne Bald

Basejumpen, Eisschwimmen, Klettern – Filmemacherin Bettina Wobst stellt in ihrer Doku drei Extremsportlerinnen vor, die für ihre Leidenschaften leben. Was treibt sie an, wo sind ihre Grenzen, und wie sehen Familie und Freunde ihre Liebe zum Risikosport?

"Beim Basejumpen bist du nur im Moment. Das ist pures Leben und ein unglaubliches Glücksgefühl. Ich liebe die Freiheit", sagt die 54-jährige Katja an einer Stelle dieses Films mit strahlenden Augen. Basejumper springen mit einem sogenannten "Wingsuit" von Bergen, um für kurze Zeit zu fliegen wie ein Vogel. Katja ist eine der drei Protagonistinnen der Reportage "37°: Adrenalin pur. Wenn Frauen ans Limit gehen" von Bettina Wobst, die am späteren Dienstagabend im ZDF zu sehen ist. Und Katja weiß bei allem Glücksgefühl aus eigener schmerzhafter Erfahrung auch: "So hoch, wie du fliegen kannst, so abgrundtief kannst du fallen." Genau das ist ihr vier Monate vor Drehbeginn passiert, als sie in den Dolomiten einen Fehler machte, der sie fast das Leben kostete. Gerettet hat Katja ein Baum, der den Aufprall abfederte.

Der Schock sitzt bei ihr und ihrem Lebensgefährten Jürgen, ebenfalls Basejumper, noch tief. Mit Tränen in den Augen sichten sie in einem der vielen berührenden Momente der Doku gemeinsam ein Video von dem Unfall. Katja brach sich dabei mehrfach den Fuß. Ob sie jemals wieder wird fliegen können, weiß sie zu Beginn des Films nicht. Sie berichtet, wie sie trainiert, aber auch, dass sie ihrer Arbeit als Mentaltrainerin für Sportprofis aktuell nicht nachgehen kann. Einige Monate später wirkt Katja gelöster, dem Fuß geht es besser, doch ihre Einstellung zum Leben und zum Extremsport hat sich verändert.

"Egal, was passiert, es wird schon gutgehen"

Die zweite Protagonistin der Doku ist die 34-jährige Doreen. Seit ihrer Kindheit klettert sie in den Felswänden der Sächsischen Schweiz. Auch ihr Sport ist riskant – und Doreen risikobereiter als viele andere. Es sei ein "Adrenalinkick", der ihr "Freude und Lebenskraft" gebe, sagt sie. Wie eine Sucht. Und wenn einmal ein Kletterer abstürzt und stirbt, was macht das mit ihr? Natürlich sei sie betroffen, so Doreen. Doch es würde sie nicht davon abhalten, weiterzumachen: "Egal, was passiert, es wird schon gutgehen."

Doreen teilt ihre Leidenschaft nicht nur mit ihrem Lebensgefährten André. Auch ihre fünfjährigen Zwillinge führt sie bereits an das Klettern heran, und auch hier darf die Kamera die Familie begleiten. Viel zu gefährlich, würden wohl viele Eltern sagen. Für sie sei es normal, Angst zu haben und zu zeigen, erklärt Doreen. Auch ihren Kindern gegenüber.

Hassliebe zum Eisschwimmen

Die dritte Porträtierte heißt Tina. Die 48-jährige Hannoveranerin hat aufgrund eines OP-Fehlers im Teenageralter ein gelähmtes Bein und einen teilweise gelähmten Arm. Doch das hält sie nicht auf: Tina ist nicht nur deutsche Meisterin im Para-Triathlon, sondern auch zweifache Para-Weltmeisterin im Eisschwimmen. Minus vier Grad Luft- und ein Grad Wassertemperatur, so mag sie es. Auch wenn es sie Überwindung koste, wie sie zugibt – es sei eine "Hassliebe". Sie fühle ihre Behinderung im Wasser weniger, und auch die Schmerzen seien nicht so stark, sagt sie. Und: Nicht sie suche das Extreme, sondern das Extreme suche sie. Dabei muss sie selbst lachen. Seit einigen Jahren ist sie Single, seitdem ist der Sport Tinas Lebensinhalt. Außerdem habe sie tolle Freunde über den Sport gefunden.

Die "37°"-Story beeindruckt nicht nur mit grandiosen Landschaftsaufnahmen in den Dolomiten, der Sächsischen Schweiz, in Spanien und am mystisch anmutenden Silbersee bei Hannover, sondern auch mit drei interessanten Persönlichkeiten. Besonders spannend ist der Kontrast zwischen der durch den Unfall demütiger gewordenen Katja und der bisher unfallfreien, unerschütterlich begeisterten Doreen. Einmal erzählt diese, dass sie immer wieder kritisiert werde, weil sie ihre Kinder bei deren leiblichen Vater "lasse", um ihrer Leidenschaft nachzugehen. Wäre es andersherum, wäre das vermutlich überhaupt kein Thema. Womöglich ist auch das ein Grund, weshalb in diesem Beitrag ausschließlich Frauen vorgestellt werden.

37°: Adrenalin pur. Wenn Frauen ans Limit gehen – Di. 17.06. – ZDF: 22.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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