Clara Immerwahr

  • Clara Immerwahr, gespielt von Katharina Schüttler - eine Lebensgeschichte von ätzender Wucht. 3sat zeigt das Biopic am Mittwoch, 7. November, um 20.15 Uhr. Vergrößern
    Clara Immerwahr, gespielt von Katharina Schüttler - eine Lebensgeschichte von ätzender Wucht. 3sat zeigt das Biopic am Mittwoch, 7. November, um 20.15 Uhr.
    Fotoquelle: SWR / Petro Demenigg
  • Zwei, die die Welt verändern wollen: Die junge Clara (Katharina Schüttler) wird vom talentierten Chemiker Fritz Haber (Maximilian Brückner) hofiert. Vergrößern
    Zwei, die die Welt verändern wollen: Die junge Clara (Katharina Schüttler) wird vom talentierten Chemiker Fritz Haber (Maximilian Brückner) hofiert.
    Fotoquelle: SWR / Petro Demenigg
  • Ein historisches deutsches Power-Couple? Nur auf den ersten Blick strebt das Ehepaar Clara Immerwahr (Katharina Schüttler) und Fritz Haber (Maximilian Brückner) gemeinsam nach oben. Vergrößern
    Ein historisches deutsches Power-Couple? Nur auf den ersten Blick strebt das Ehepaar Clara Immerwahr (Katharina Schüttler) und Fritz Haber (Maximilian Brückner) gemeinsam nach oben.
    Fotoquelle: SWR / Petro Demenigg
  • Das Labor um 1900, eine Männerwelt: Fritz Haber (Maximilian Brückner, vierter von rechts) stellt seinen Mitarbeitern den neuen Kollegen David Sachs (Philip Hochmair) vor. Vergrößern
    Das Labor um 1900, eine Männerwelt: Fritz Haber (Maximilian Brückner, vierter von rechts) stellt seinen Mitarbeitern den neuen Kollegen David Sachs (Philip Hochmair) vor.
    Fotoquelle: SWR / Petro Demenigg
  • Im Schoß ihrer Familie, hier mit Vater Philipp (August Zirner), fühlt sich die hochtalentierte Clara Immerwahr geborgen. Vergrößern
    Im Schoß ihrer Familie, hier mit Vater Philipp (August Zirner), fühlt sich die hochtalentierte Clara Immerwahr geborgen.
    Fotoquelle: SWR / Petro Demenigg
  • Chemie verändert die Welt: der junge Fritz Haber (Maximilian Brückner) und seine neue Bekanntschaft Clara Immerwahr (Katharina Schüttler), eine Liebe aus dem Labor. Vergrößern
    Chemie verändert die Welt: der junge Fritz Haber (Maximilian Brückner) und seine neue Bekanntschaft Clara Immerwahr (Katharina Schüttler), eine Liebe aus dem Labor.
    Fotoquelle: SWR / Petro Demenigg
  • Als sich Fritz Haber (Maximilian Brückner, links) und Clara Immerwahr (Katharina Schüttler) kennenlernen, merken sie schnell, dass sie eine Leidenschaft teilen: die Chemie. Vergrößern
    Als sich Fritz Haber (Maximilian Brückner, links) und Clara Immerwahr (Katharina Schüttler) kennenlernen, merken sie schnell, dass sie eine Leidenschaft teilen: die Chemie.
    Fotoquelle: ZDF/SWR/Petro Demenigg
  • Im Gegensatz zu anderen Mitarbeitern, mag es Clara (Katharina Schüttler, links) mit Dr. Sackur (Simon Schwarz) zusammenzuarbeiten. Vergrößern
    Im Gegensatz zu anderen Mitarbeitern, mag es Clara (Katharina Schüttler, links) mit Dr. Sackur (Simon Schwarz) zusammenzuarbeiten.
    Fotoquelle: ZDF/SWR/Petro Demenigg
  • In der von Männern dominierten Wissenschaft sieht sich Clara großer Skepsis gegenüber: Fritz Haber (Maximilian Brückner, links), Le Rossignol (Julian Mau, Mitte) und Direktor Friedrich (Uwe Bohm, rechts). Vergrößern
    In der von Männern dominierten Wissenschaft sieht sich Clara großer Skepsis gegenüber: Fritz Haber (Maximilian Brückner, links), Le Rossignol (Julian Mau, Mitte) und Direktor Friedrich (Uwe Bohm, rechts).
    Fotoquelle: ZDF/SWR/Petro Demenigg
  • Kurz vor dem tragischen Ende ihres Lebens verfasst Clara (Katharina Schüttler) einen Abschiedsbrief. Vergrößern
    Kurz vor dem tragischen Ende ihres Lebens verfasst Clara (Katharina Schüttler) einen Abschiedsbrief.
    Fotoquelle: ZDF/SWR/Petro Demenigg
  • Nach der Geburt ihres Kindes möchte Fritz (Maximilian Brückner, links), dass Clara (Katharina Schüttler) die Hausfrau und Mutter gibt. Vergrößern
    Nach der Geburt ihres Kindes möchte Fritz (Maximilian Brückner, links), dass Clara (Katharina Schüttler) die Hausfrau und Mutter gibt.
    Fotoquelle: ZDF/SWR/Petro Demenigg
TV-Film, TV-Biografie
Das Scheitern einer großen Frau
Von Franziska Pestonic

Infos
Audiodeskription
Originaltitel
Clara Immerwahr
Produktionsland
Deutschland
Produktionsdatum
2014
Kinostart
Mi., 28. Mai 2014
3sat
Mi., 07.11.
20:15 - 21:45


Dass die kaum beachtete Biografie der deutschen Chemikerin Clara Immerwahr endlich entdeckt wird, ist ein Glücksfall. Das Biopic mit Katharina Schüttler diskutiert Grundfragen der Wissenschaftsethik.

Für die Geschichtsschreibung war Clara Immerwahr (Katharina Schüttler) nur die Ehefrau des Chemiegenies Fritz Haber (Maximilian Brückner). Doch Immerwahr, die aus einer wohlhabenden jüdischen Familie bei Breslau stammte, galt selbst als brillante Wissenschaftlerin. Sie war die erste Frau, die im Deutschen Reich ihren Doktor in Chemie machte. Gegen große Widerstände und ohne Bezahlung arbeitete sie als eine der ersten weiblichen Fachkräfte in renommierten Labors und Forschungsinstituten. Durch ihre Liebe zu Haber, die vor allem nach der Geburt von Sohn Hermann eine tragische wurde, geriet das Leben der emanzipierten Frau immer mehr in Schieflage – wie im nun wiederholten Biopic von Regisseur Harald Sicheritz eindrucksvoll bei 3sat zu sehen ist.

Hätte sich ein Autor das Leben der Clara Immerwahr (1870 bis 1915) auf dem Papier erdacht, der ein oder andere Kritiker spräche von einer arg konstruierten Biografie. Zuerst kämpfte die Tochter des Chemikers Philipp Immerwahr (August Zirner) darum, als Mädchen in Breslau Abitur machen und studieren zu dürfen. Ihren Verehrer, den jungen, ebenfalls jüdischen aber aus einer kleinbürgerlichen Familie stammenden Fritz Haber, ließ sie zunächst abblitzen. Als sich das Paar zehn Jahre später noch einmal trifft, flammt die alte Liebe wieder auf. Man heiratet und geht wegen eines attraktiven Jobangebots für Haber nach Karlsruhe.

Während der ehrgeizige Chemiker immer weiter die Karriereleiter erklimmt, zeigt die Lebenskurve der idealistischen Pazifistin Immerwahr von nun an stetig nach unten. Nach der Geburt von Sohn Hermann (1902) hat auch Fritz Haber die gemeinsamen Wissenschafts-Schwärmereien und Utopien mit seiner Frau vergessen. Er sieht Clara nunmehr in der Rolle einer sich unterordnenden Ehefrau und Mutter. Nach einem "erfolgreichen" Giftgaseinsatz in der zweiten Flandernschlacht des Ersten Weltkriegs, für die Haber Forschungsarbeit geleistet hatte, erschoss sich Clara Immerwahr im Alter von 44 Jahren.

Der österreichische Regisseur Harald Sicheritz, verantwortlich für einige der letzten bärenstarken Wiener "Tatort"-Folgen, schuf in Sachen Erzählweise und Bildsprache ein eher konventionelles Biopic, das ob der unglaublichen Wucht und Tragik seiner Geschichte dennoch zu fesseln weiß. Katharina Schüttler und Maximilian Brückner überzeugen als verliebtes, eigentlich gutwilliges Paar, das aufgrund von zeittypischen Widerständen in eine fatale Enttäuschung hineintreibt. Daneben stellt der Film nicht nur die Frage, was Wissenschaft darf, wenn sie kann. Über dieses stets aktuelle Thema hinaus ist das historische Drama auch ein genau beobachteter, moderner Beziehungsfilm in alten Kostümen. Einer, der den Zuschauer mit einem mit dickem Kloß im Hals zurücklässt.


Quelle: teleschau – der Mediendienst

Eine Filmkritik sowie weitere Infos zu "Clara Immerwahr" finden Sie hier.


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