Die Prinzessin von Montpensier
24.03.2019 • 20:15 - 22:30 Uhr
Spielfilm, Historienfilm
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Auch der Herzog von Anjou (Raphaël Personnaz) findet Gefallen an Marie (Mélanie Thierry).
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Der Herzog von Anjou (Raphaël Personnaz, li.) gesteht Henri de Guise (Gaspard Ulliel, re.) seine Zuneigung zu Marie.
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François de Chabannes (Lambert Wilson) bringt Marie (Mélanie Thierry) das Schreiben bei -- für jene Zeit etwas sehr Unübliches!
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Marie (Mélanie Thierry) und Henri de Guise (Gaspard Ulliel) unterhalten eine heimliche Liebschaft.
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Der Prinz von Montpensier (Grégoire Leprince-Ringuet) freut sich auf die Hochzeit mit Marie (Mélanie Thierry). Doch Marie ist in einen anderen verliebt.
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Hint
Produktion: Paradis Films, StudioCanal, France 2 Cinéma, France 3 Cinéma, Pandora Filmproduktion
Originaltitel
La Princesse de Montpensier
Produktionsland
Deutschland / Frankreich
Produktionsdatum
2009
Kinostart
Do., 27. Oktober 2011
DVD-Start
Do., 21. Juni 2012
Spielfilm, Historienfilm

Verschwendete Jugend

Von Andreas Fischer

"Die Prinzessin von Montpensier" sieht aus wie ein Mantel-und-Degen-Film, ist aber ein sensibles Drama über eine Jugend, die keine sein darf.

Gemetzel in Gottes Namen: Am Ende des 16. Jahrhunderts toben in Frankreich Religionskriege. Katholiken und Protestanten hauen sich gegenseitig die Köpfe ein und ab, schwangere Frauen werden abgeschlachtet. Regie-Altmeister Bertrand Tavernier eröffnet "Die Prinzessin von Montpensier" (2009) mit einer äußerst naturalistischen Schlachtszene: Brutalität und Gewalt schweben fortan wie ein Damoklesschwert über seinen Historienfilm, der weniger ein Mantel-und-Degen-Abenteuer ist als vielmehr ein sensibles und klug inszeniertes Drama über verletzte Eitelkeiten, Liebe, die nicht sein darf und die Orientierungslosigkeit der Jugend. ARTE zeigt das Spektakel zum ersten Mal im Free-TV.

Weil er die "Barbarei nicht mehr ertragen kann", quittiert Chabanne (Lambert Wilson) den Dienst an der Waffe und zieht sich auf das Schloss des befreundeten Grafen de Mézières zurück. Dort wird der gebildete Mann zum Lehrer der ausgesprochen schönen Marie de Mézières (Mélanie Thierry): Anstatt mit Kriegsführung, Mord und Totschlag kann er sich nun mit Poesie und Philosophie beschäftigen.

Aber die Wirklichkeit holt den alten Lehrer und seine junge Schülerin in ihrem Elfenbeinturm schnell ein: Gegen politische Ränkespiele und emotionales Chaos können auch die schönen Künste nichts ausrichten. Marie liebt Henri de Guise (Gaspard Ulliel), wird aber aus politischem Kalkül mit Philippe de Montpensier (Grégoire Leprince-Ringuet) verheiratet. Während die jungen Männer in die Schlacht ziehen, Allianzen schmieden und verraten, die Lager wechseln und am Königshof Intrigen spinnen, wird Marie immer mehr zu einem vergessenen Schmuckobjekt.

Tavernier inszenierte "Die Prinzessin von Montpensier" mit sehenswerter Ausstattung, bedeutungsschweren Dialogen und mit großem Interesse für persönliche Motive. Er zeigt die Strukturen im Privaten – auf dem Spielfeld der großen Politik sind die Menschen lediglich Figuren, die hin und her geschoben werden. Zumal sie jung sind und unerfahren, gegen Wände laufen und sich orientierungslos im Kreis drehen. Von Frankreichs junger Schauspielgarde überzeugend gespielt, ist der Kostümschinken vor allem eine zeitlose Geschichte über das Erwachsenwerden.


Quelle: teleschau – der Mediendienst

Der Trailer zu "Die Prinzessin von Montpensier"

Darsteller

Hervorragender Charakterdarsteller aus Frankreich: Lambert Wilson
Lambert Wilson
Weitere Darsteller
Mélanie Thierry Gaspard Ulliel Grégoire Leprince-Ringuet Raphaël Personnaz Michel Vuillermoz Philippe Magnan Florence Thomassin Christine Brücher Evelina Meghnagi Judith Chemla César Domboy Jean-Pol Dubois Charles Petit Joséphine de la Baume Anatole de Bodinat Samuel Theis Eric Rulliat Jean-Yves Roan Nathalie Krebs Alain Sachs Tomasz Białkowski Jean-Claude Calon Olivier Loustau Deborah Grall Mathieu Lourdel Frédéric Bourboulon Francis Camel Frédéric Laforet Romain Vergnaud Yann Vaille

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