Nach aktuellen Schätzungen sind derzeit mehrere Millionen Internet-Nomaden weltweit unterwegs. Sie haben ihr "Homeoffice am Strand". Mit den neuen Erfahrungen im Homeoffice während der Corona-Krise könnten es jetzt noch viel mehr werden, die mit dem Notebook auf Weltreise gehen.

Es sieht schon beneidenswert aus. Bastian Barami sitzt in einem Hostel in der Nordregion Thailands. Er blickt auf die bergige wie beeindruckende Dschungellandschaft rund um die Provinzhauptstadt Chiang Mai. Aber auch der 35-Jährige arbeitet. Nur fährt er sein Notebook eben dort hoch, wo es ihm gefällt, während andere Arbeitnehmer in Deutschland vielleicht in einem tristen Bürokomplex ihr Geld verdienen.

Barami ist das, was man neuerdings einen digitalen Nomaden nennt. Weltweit sind inzwischen geschätzt mehrere Millionen von ihnen unterwegs. Die jungen Selbstständigen, zumeist zwischen 25 und 35 Jahren alt, schreiben Blogs, texten oder programmieren. Sie wollen nicht mehr von neun bis fünf im Büro sitzen. Sie arbeiten lieber am Strand. Oder eben in den Hügeln Chiang Mais. Für ihre Arbeit brauchen sie funktionierendes Internet. Das ist die Grundvoraussetzung und beinahe überall auf der Welt gewährleistet.

Die Autorin Sibylle Smolka hat für ihren Film digitale Nomaden begleitet. Im Rahmen von "37°" ist der Beitrag nun zu sehen. Dass der mutige Weg Baramis, der bereits 2017 seinen Wohnsitz in Wuppertal abgemeldet hat, in der Ferne zum Erfolg führt, ist jedoch nicht selbstverständlich. Der 35-Jährige ist heute Unternehmer. Er betreibt einen Blog und gibt online Kurse über ortsunabhängiges Arbeiten. Er sagt: "Ich musste erst mühsam lernen, online Geld zu verdienen."

Andere hingegen sind gescheitert. Im Schatten der Corona-Krise sind die Aufträge vieler Freelancer eingebrochen. Auch für diejenigen, die sonst an einem schönen Strand sitzen, haben daher gerade wenig zu lachen. Trotz schönen Ausblicks unter südlicher Sonne.

37°: Homeoffice am Strand – Di. 22.09. – ZDF: 22.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH