Idioten der Familie
20.09.2021 • 00:05 - 01:40 Uhr
Fernsehfilm, Drama
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prisma-Redaktion
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Originaltitel
Idioten der Familie
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2018
Altersfreigabe
12+
Kinostart
Do., 12. September 2019
Fernsehfilm, Drama

Nicht ohne meine Schwester

Von Claudia Nitsche

Fünf Geschwister und eine bange Frage: Wer kümmert sich um die Jüngste? "Idioten der Familie" ist ein sperriger Film, der es dem Zuschauer nicht leicht macht.

Kommt noch einmal zusammen, bevor alles anders wird: Dieser Aufforderung folgen die drei Brüder einer mittlerweile elternlosen Familie. Fünf Geschwister treffen sich in "Idioten der Familie" (2018, erstmals im Ersten zu sehen) im viel bemühten "Haus am Berliner Stadtrand", dort, wo die älteste Schwester sich um die jüngste kümmert, die mit einer psychischen Erkrankung lebt. Jetzt soll die Kleine, inzwischen auch 26, in ein Heim, damit ihre Schwester endlich mal ein eigenes Leben führen kann. So weit, so klar. Was gibt es da eigentlich noch zu sagen?

Als "Die Brüder sind da" durch den Garten schallt, versteckt sich Ginnie (Lilith Stangenberg) im Busch. Ihre Ersatzmutter Heli (Jördis Triebel) ist mit ihrer Geduld am Ende, hat sich, so gut sie kann, gekümmert. So wie Philosoph Bruno (Florian Stetter), Lebemann Tommie (Hanno Koffler) und der erfolgreiche Frederik (Kai Scheve) will jetzt auch sie ihr Leben leben. Daher stehen nun Stunden des Abschieds an.

Jördis Triebel bringt Leben in diesen Film

Eitelkeit, Respektlosigkeit und Hilflosigkeit sind der Kitt, der diese Zeit zusammenhält. Ein Kitt, untauglich für ein Familiengefühl, denn die Egos der Besserwisser prallen aufeinander. Regisseur Michael Klier ("Alter und Schönheit") verzichtet auf einen Sympathieträger, was ein riskanter Schritt ist. Alles, was man wissen muss, wird von den unterschiedlichen Brüdern sehr brav und deutlich aufgesagt. Die restliche Zeit vertändelt man, besonders zu Beginn. Ungewollt treffen die Geschwister aufeinander, gehen miteinander um wie Fremde. Das lässt keine Atmosphäre entstehen, einzig Jördis Triebel bringt Leben in diesen Film.

Frederik, der Älteste, ist "der Bestimmer", weil der Vater ihm früher schon alles zugetraut hat und er ein erfolgreicher, da bezahlter Musiker geworden ist. Seine disziplinierte Zielstrebigkeit betont er gerne gegenüber dem Zweitältesten, der ebenfalls passionierter Musiker ist, aber weniger erfolgreich.

Inszenierung ist alles

Dann wäre da noch Bruno, der augenscheinlich etwas schräge Eigenbrötler, der sich in dieser Rolle sehr gefällt, aber schnell Geduld und Beherrschung verliert. Die Männer wollen Heli zeigen, dass sie klarkommen mit der schwierigen Ginnie, und lehnen ihre Abschiebung ins Heim ab – solange sie danach nichts mit ihrer jüngsten Schwester zu tun haben müssen.

Ginnie ist eine unberechenbare junge Frau, und es fällt schwer, Sympathie zu ihr aufzubauen, genauso schwer wie zu ihren Brüdern. Lilith Stangenberg mag dadurch auffallen, dass sie erneut eine Frau jenseits der Norm spielt, wie schon in "Wild" von Nicolette Krebitz. Doch dem Film nützt das nichts. Auch an ihr kann man sich nicht festhalten.

Spucken, basteln, streiten – und dann sagt jeder noch, warum er den anderen beneidet: Regisseur Michael Klier macht keinen Hehl daraus, dass es um die Inszenierung geht. Würde er die Figuren ernst nehmen, wäre jeder Bruder, allein aus Eitelkeit, zu einem Zeitpunkt gekommen, wenn die anderen beiden nicht da sind. Doch es sollte ja ein Film werden, voller symbolträchtiger Arrangements. Schließlich spielen Frederik und Tommie zum Schluss das Lied "Abschied", was treffend beschreibt, wie plakativ dieser angestrengte Film ist.

Idioten der Familie – So. 19.09. – ARD: 00.05 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

Der Trailer zu "Idioten der Familie"

Darsteller

Jördis Triebel eroberte mit ihrer Hauptrolle in dem Drama "Emmas Glück" die Herzen der Zuschauer.
Jördis Triebel
Hanno Koffler schaut direkt in die Kamera. Trägt schwarzes Oberteil.
Hanno Koffler
Florian Stetter
Weitere Darsteller
Lilith Stangenberg Kai Scheve

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