Die Geschwister Frederik (Kai Scheve), Tommy (Hanno Koffler), Ginnie (Lilith Stangenberg), Heli (Jördis Triebel) und Bruno (Florian Stetter, von links) kommen nach langer Zeit wieder zusammen, um über die gemeinsame Zukunft zu sprechen.
In "Idioten der Familie" treffen fünf erwachsene Geschwister mit schwieriger Kindheit aufeinander.

Idioten der Familie

KINOSTART: 12.09.2019 • Drama • D (2018) • 102 MINUTEN
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Originaltitel
Idioten der Familie
Produktionsdatum
2018
Produktionsland
D
Filmstudio
Michael Klier Film, RBB, ARD
Laufzeit
102 Minuten
Regie
Michael Klier
Music
Tilmann Dehnhard
Kamera
Patrick Orth

Filmkritik

Nicht ohne meine Schwester
von Claudia Nitsche

Fünf Geschwister und eine bange Frage: Wer kümmert sich um die Jüngste? "Idioten der Familie" ist ein sperriger Film, der es dem Zuschauer nicht leicht macht.

Kommt noch einmal zusammen, bevor alles anders wird: Dieser Aufforderung folgen die drei Brüder einer mittlerweile elternlosen Familie. Fünf Geschwister treffen sich in "Idioten der Familie" im viel bemühten "Haus am Berliner Stadtrand", dort, wo die älteste Schwester sich um die jüngste kümmert, die mit einer psychischen Erkrankung lebt. Jetzt soll die Kleine, inzwischen auch 26, in ein Heim, damit ihre Schwester endlich mal ein eigenes Leben führen kann. So weit, so klar. Was gibt es da eigentlich noch zu sagen?

Als "Die Brüder sind da" durch den Garten schallt, versteckt sich Ginnie (Lilith Stangenberg) im Busch. Ihre Ersatzmutter Heli (Jördis Triebel) ist mit ihrer Geduld am Ende, hat sich, so gut sie kann, gekümmert. So wie Philosoph Bruno (Florian Stetter), Lebemann Tommie (Hanno Koffler) und der erfolgreiche Frederik (Kai Scheve) will jetzt auch sie ihr Leben leben. Daher stehen nun Stunden des Abschieds an.

Eitelkeit, Respektlosigkeit und Hilflosigkeit sind der Kitt, der diese Zeit zusammenhält. Ein Kitt, untauglich für ein Familiengefühl, denn die Egos der Besserwisser prallen aufeinander. Regisseur Michael Klier ("Alter und Schönheit") verzichtet auf einen Sympathieträger, was ein riskanter Schritt ist. Alles, was der Zuschauer wissen muss, wird von den unterschiedlichen Brüdern sehr brav und deutlich aufgesagt. Die restliche Zeit vertändelt man, besonders zu Beginn. Ungewollt treffen die Geschwister aufeinander, gehen miteinander um wie Fremde. Das lässt keine Atmosphäre entstehen, einzig Jördis Triebel bringt Leben in diesen Film.

Inszenierung ist alles

Frederik, der Älteste, ist "der Bestimmer", weil der Vater ihm früher schon alles zugetraut hat und er ein erfolgreicher, da bezahlter Musiker geworden ist. Er konnte, wie der antiquierte Kassettenrekorder beweist, schon in der Grundschule als lampenfieberfreier Streber glänzen. Seine disziplinierte Zielstrebigkeit betont er gerne gegenüber dem Zweitältesten, der ebenfalls passionierter Musiker ist, aber weniger erfolgreich.

Dann wäre da noch Bruno, der augenscheinlich etwas schräge Eigenbrötler, der sich in dieser Rolle sehr gefällt, aber schnell Geduld und Beherrschung verliert. Er sollte abgetrieben werden, erfährt das Publikum gleich zu Beginn und muss in der Folge seine Monologe wie seine Übergriffigkeit ertragen. Die Männer wollen Heli zeigen, dass sie klarkommen mit der schwierigen Ginnie, und lehnen ihre Abschiebung ins Heim ab – solange sie danach nichts mit ihrer jüngsten Schwester zu tun haben müssen.

Ginnie ist eine unberechenbare junge Frau, und dem Zuschauer fällt es schwer, Sympathie zu ihr aufzubauen, genauso schwer wie zu ihren Brüdern. Lilith Stangenberg mag dadurch auffallen, dass sie erneut eine Frau jenseits der Norm spielt, wie schon in "Wild" von Nicolette Krebitz. Doch dem Film nützt das nichts. Auch an ihr kann man sich nicht festhalten.

Spucken, basteln, streiten – und dann sagt jeder noch, warum er den anderen beneidet: Regisseur Michael Klier macht keinen Hehl daraus, dass es um die Inszenierung geht. Würde er die Figuren ernst nehmen, wäre jeder Bruder, allein aus Eitelkeit, zu einem Zeitpunkt gekommen, wenn die anderen beiden nicht da sind. Doch es sollte ja ein Film werden, voller symbolträchtiger Arrangements. Einer, in dem Männer aufgestellt werden wie die Orgelpfeifen. Schließlich spielen Frederik und Tommie zum Schluss das Lied "Abschied", was treffend beschreibt, wie plakativ dieser angestrengte Film ist.


Quelle: teleschau – der Mediendienst

Darsteller

Florian Stetter
Hanno Koffler schaut direkt in die Kamera. Trägt schwarzes Oberteil.
Hanno Koffler
Jördis Triebel eroberte mit ihrer Hauptrolle in dem Drama "Emmas Glück" die Herzen der Zuschauer.
Jördis Triebel
Weitere Darsteller
Lilith Stangenberg Kai Scheve

Neu im kino

Emil und die Detektive (2026)
Emil und die Detektive
Familie • 2026
prisma-Redaktion
Eiserne Wildnis – Heart of the Beast (2026)
Eiserne Wildnis – Heart of the Beast
Abenteuer • 2026
prisma-Redaktion
Bibi Blocksberg – Die total verhexte Zeitreise (2026)
Bibi Blocksberg – Die total verhexte Zeitreise
Familie • 2026
prisma-Redaktion
Adams Acht (2026)
Adams Acht
Drama • 2026
prisma-Redaktion
Coyote vs. ACME (2026)
Coyote vs. ACME
Komödie • 2026
prisma-Redaktion
Practical Magic 2 – Zauberhafte Schwestern (2026)
Practical Magic 2 – Zauberhafte Schwestern
Liebesfilm • 2026
prisma-Redaktion
Bad Apples (2026)
Bad Apples
Komödie • 2026
prisma-Redaktion
Oasis: Don't Look Back in Anger (2026)
Oasis: Don't Look Back in Anger
Dokumentarfilm • 2026
prisma-Redaktion
Vaterland (2026)
Vaterland
Drama • 2026
prisma-Redaktion
That's Why the Lady Is A Champ (2025)
That's Why the Lady Is A Champ
Historie • 2025
prisma-Redaktion
Das gewisse Etwas (2026)
Das gewisse Etwas
Komödie • 2026
prisma-Redaktion
Das Ende der Sterne (2026)
Das Ende der Sterne
Science Fiction • 2026
prisma-Redaktion
Oh la la 2 – Neue Tests, neues Chaos (2026)
Oh la la 2 – Neue Tests, neues Chaos
Komödie • 2026
prisma-Redaktion
One Night Only (2026)
One Night Only
Komödie • 2026
prisma-Redaktion
Marsupilami (2026)
Marsupilami
Abenteuer • 2026
prisma-Redaktion
Insidious: Out of the Further (2026)
Insidious: Out of the Further
Horror • 2026
prisma-Redaktion
Spaziergang nach Syrakus (2026)
Spaziergang nach Syrakus
Drama • 2026
prisma-Redaktion
Im Spiegel meiner Mutter (2026)
Im Spiegel meiner Mutter
Drama • 2026
prisma-Redaktion
Steckerlfischfiasko (2026)
Steckerlfischfiasko
Komödie • 2026
prisma-Redaktion
The End of Oak Street (2026)
The End of Oak Street
Science Fiction • 2026
prisma-Redaktion
You, Me & Italy (2026)
You, Me & Italy
Liebesfilm • 2026
prisma-Redaktion
Paw Patrol: Der Dino Film (2026)
Paw Patrol: Der Dino Film
Abenteuer • 2026
prisma-Redaktion
Nightborn (2026)
Nightborn
Horror • 2026
prisma-Redaktion
Spider-Man: Brand New Day (2026)
Spider-Man: Brand New Day
Science Fiction • 2026
Die Odyssee (2026)
Die Odyssee
Abenteuer • 2026
prisma-Redaktion
So klingt das Leben (2025)
So klingt das Leben
Drama • 2025
prisma-Redaktion
Was haben wir gelacht (2026)
Was haben wir gelacht
Dokumentarfilm • 2026
prisma-Redaktion
Vaiana (2026)
Vaiana
Familie • 2026
prisma-Redaktion
Virginia Woolf's Night & Day (2026)
Virginia Woolf's Night & Day
Komödie • 2026
prisma-Redaktion
Etwas ganz Besonderes (2026)
Etwas ganz Besonderes
Drama • 2026
prisma-Redaktion