Kinder und andere Baustellen
05.11.2020 • 20:30 - 22:00 Uhr
Fernsehfilm, Komödie
Lesermeinung
Noch ahnen Marlene (Julia-Maria Köhler, l.) und Thorsten (Sebastian Ströbel, r.) nicht, dass die KiTa wegen Asbest geschlossen ist. Das bedeutet Drama pur! Denn Marlene will wieder zurück in ihren Beruf und Thorsten hat kurzfristig einen Job in Hamburg angenommen.
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Marlene (Julia-Maria Köhler, r.) und andere Eltern wollen angesichts von mangelnden KiTa-Plätzen flugs selbst Räume für eine eigene KiTa umbauen. Das nötige  Know-how soll eine Ladies-night im Baumarkt bringen, zu der auch Karl (Stephan Grossmann, l.) kommen darf.
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KiTa geschlossen? Kein Problem! Gemeinsam mit anderen Eltern renoviert Marlene flugs neue Räume - aber Bauen ist ein Abenteuer. Mit einem Wasserrohrbruch kurz vor der Bauabnahme kann die KiTa nicht in Betrieb gehen! Und den hat ausgerechnet Rosis (Marlene Morreis, l.) Vater Waldemar (Martin Feifel, r.) zu verantworten.
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Marlene (Julia-Maria Köhler, l.) und andere Eltern wollen angesichts von mangelnden KiTa-Plätzen flugs selbst Räume für eine eigene KiTa umbauen. Das nötige  Know-how soll eine Ladies-night im Baumarkt bringen, zu der auch Karl (Stephan Grossmann, 2. v. l.) kommen darf.
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Originaltitel
Kinder und andere Baustellen
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2020
Fernsehfilm, Komödie

Selbst ist die Frau

Von Elisa Eberle

Was tun, wenn die Kita plötzlich schließt? In der ZDF-Komödie "Kinder und andere Baustellen" ergreifen fünf Elternteile, die unterschiedlicher nicht sein könnten, selbst die Initiative.

Eltern sein ist nicht leicht – insbesondere dann nicht, wenn es an Betreuungsangeboten für die Kleinen mangelt. Was soll man auch tun, wenn die Kita wegen eines Asbest-Befalls plötzlich bis auf Weiteres geschlossen bleibt? Allein die Vorstellung dürfte für Erziehungsberechtigte landauf landab nach einem Horrorszenario klingen. In "Kinder und andere Baustellen" ist sie der Auftakt für eine gelungene Komödie, die das ZDF nun erstmals zur Primetime zeigt.

Marlene (Julia-Maria Köhler) heißt die junge Mutter, für die das Szenario zur bitteren Realität wird. Erst kürzlich ist sie mit Ehemann Thorsten (Sebastian Ströbel) und Tochter Kiki (Leslie Seidenberg) nach Dachau gezogen. Nach jahrelangem Reisen von einer Metropole in die nächste will sich die Familie endlich niederlassen und – noch viel wichtiger – Marlene will endlich wieder arbeiten! Die gelernte Physiotherapeutin hat sogar schon eine Praxis in Aussicht. Alles, was noch fehlt, ist ein Betreuungsplatz für die fünfjährige Kiki.

Anfangs gibt sich Marlene noch optimistisch. Sie wird schon irgendeinen Ersatz finden. Doch bald folgt die Ernüchterung, denn alle Plätze sind vergeben. Und Marlene ist nicht die Einzige: Im Baumarkt, auf dem Rathaus ... – Überall trifft sie Eltern, denen es ähnlich geht. Also nimmt Marlene die Dinge selbst in die Hand. Aus einem leerstehenden Ladengeschäft in der Nachbarschaft möchte sie eine eigene Kita machen. Einziger Haken: Das Gebäude ist höchst renovierungsbedürftig und abgesehen von der gelernten Installateurin Rosi (Marlene Morreis) sind die engagierten Eltern Laien im Baugewerbe. Werden sie es dennoch schaffen, den Laden rechtzeitig bis zur Abnahme fertigzustellen?

Klischees und schöne Entwicklungen

Eine ehrgeizige Protagonistin, Beziehungsprobleme und gekränkter Stolz auf allen Seiten – diese Elemente gibt es so oder so ähnlich in zahlreichen Komödien der öffentlich-rechtlichen Sender. Natürlich ist die ein oder andere Stelle etwas dick aufgetragen: Thorsten etwa muss für seinen eben erst gekündigten (!) Job plötzlich zurück nach Hamburg reisen, um ein Problem zu lösen, und bekommt als Dank gleich eine lukrative neue Stelle angeboten. Auch, dass Marlene gleich auf eine ganze Armee an gleichgesinnten Eltern trifft, wirkt etwas gewollt.

Zugutehalten muss man dem Film (Buch: Jens Urban) aber eines: Sein auf den ersten Blick recht klischeehaftes Eltern-Gespann aus der Übermutter Lehrerin (Valerie Niehaus), dem überforderten Arbeitslosen (Stephan Grossmann) und der unter Beziehungsproblemen leidenden Migrantin (Yasemin Cetinkaya) durchläuft bald eine äußerste interessante und wünschenswerte Entwicklung, an deren Ende sich ausgerechnet der Quotenmann als derjenige entpuppt, der am besten mit den Kindern klarkommt. Mit einem harmonierenden Ensemble gelingt der Regisseurin Christina Schiewe somit ein leichtes Stück Abendunterhaltung mit einer optimistischen Botschaft.

Kinder und andere Baustellen – Do. 05.11. – ZDF: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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