Mordshunger - Verbrechen und andere Delikatessen
07.07.2020 • 20:15 - 21:45 Uhr
Serie, Krimiserie
Lesermeinung
Der Zwielichtige Auftragskiller Wolff (Peter Schneider) will f¸r einen erf¸llten Auftrag endlich Geld sehenÖ
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Britta (Anna Schudt) und Max (Aurel Manthei) lüften ihr eigenes großes Familiengeheimnis und bleiben dennoch unzertrennlich.
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Wer ist die Tote, die im Wald gefunden wurde? Hauptkommissar Torsten Wallat (Michael Roll, l.) und Polizist Oliver Lappe (Tobias Diakow, r.) sind auf der Suche nach der Identität jener Frau, die der Schwester ihres Kollegen so ähnelt.
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Produktionsland
D
Produktionsdatum
2019
Serie, Krimiserie

Wenn das Ich ein anderer ist

Von Wilfried Geldner

Eine Frau wird mutwillig überfahren. Die Tote gleicht Britta (Anna Schudt), der Köchin und Hobbydetektivin aus dem Bergischen Land, aufs Haar. Hatte etwa ihr der Anschlag gegolten?

Schon Shakespeare wusste, welch dankbare Komödienhelden doch Zwillinge sind. Erich Kästner seinerseits erzielte mit seinem "doppelten Lottchen" einen weltweiten Millionenerfolg. Was, wenn es dich zweimal gibt? – Max (Aurel Manthei), dem Bruder der Köchin und Freizeitdetektivin Britta Jansen, gespielt von Emmy-Preisträgerin Anna Schudt, fährt jedenfalls ein gehöriger Schreck in die Glieder, als er seine Schwester als Leiche sieht, auf einem nächtlichen Waldweg umgenietet mit 70 km/h. Doch dann steht Britta plötzlich am Tresen hinter ihm, als wäre nichts gewesen. "Ich ist ein anderer", möchte man da mit dem Dichter sagen. Aber wenn es ein anderer ist, wer ist es dann? Der Film "Wie ein Ei dem anderen" aus der Reihe "Mordshunger – Verbrechen und andere Delikatessen" (Regie: Josh Broecker), den das ZDF nun als Wiederholung zeigt, bringt Aufklärung auf höchst verwinkelten Pfaden.

Anna Schudt scheint die Doppelrolle im bergischen Landkrimi – mal Wirtshausköchin, mal verwöhnte und doch unglückliche Gattin eines Millionärs – geradezu auf den Leib geschrieben. Lea heißt übrigens die Tote, die Britta "wie ein Ei dem anderen" gleicht. Hat der Anschlag womöglich gar nicht ihr, sondern Britta gegolten?

Schlau setzt sich Britta auf die Spur der toten Zwillingsschwester: Eine Schönheitsklinik weist den Weg, Lea hatte sich vor ihrem Tod neue Formen modellieren lassen. Zwar ist die Dame am Empfang ein wenig erstaunt, dass Lea so urplötzlich wieder abgenommen hat, doch warum nicht? im Zuge der neuen Ökologie mag das durchaus vernünftig sein? Während Britta fortan Leas Spuren zurück ins Haus ihres wohlhabenden Gatten verfolgt und dort anstrengendste Doppelgänger-Prüfungen beim Wiedersehen mit "alten" Bekannten samt Gesangseinlage und Zabaione-Verfertigung bewältigt, dringt Bruder Max (Aurel Manthei) bereits in den Keller einer In-vitro-Klinik vor, um dort das Archiv nach den Akten vom März 1975 zu durchsuchen.

Unbeschwerter Zwillingsspaß

Wer mag die tote Zwillingsschwester sein, und was hatte Brittas Vater damals getrieben? Gab es zu Zeiten der 74er-WM womöglich einen nie ans Licht gekommenen Seitensprung? Finsteres hatte sich damals offensichtlich in einer Kinderwunsch-Klinik zugetragen, eine Hebamme wurde mundtot gemacht. Viel haben jedenfalls der Chefarzt der Klinik und die Verwaltungsdirektorin zu vertuschen. Und doch stand am Anfang eine gute Tat ...

Anna Schudt spielt, ein wenig anders als im Begleitinterview vorhergesagt, die Doppelrolle relativ geradeaus. Schudt ist Schudt, Britta ist Anna ist Britta – und womöglich gibt es ja sogar noch eine Dritte, wenn doch offensichtlich beide Schwestern leben, wie es der Gummersbacher Polizeichef Wallat (Michael Roll) aus seiner Perspektive sieht. Ein schöner Oberflächen-Krimi also, bei dem der Zuschauer allerdings genauso mitziehen muss wie all die ach so ahnungslosen Mitmenschen im Film. Ein unbeschwerter Zwillingsspaß, auch wenn das mit Kalauern gespickte Drehbuch (Christian Jeltsch) auf die eine oder andere Pointe besser verzichtet hätte.

Mordshunger – Verbrechen und andere Delikatessen – Di. 07.07. – ZDF: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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