Mit Hochglanz-Optik und großer Filmmusik liefert der Regisseur Carl-A. Fechner ein Plädoyer für eine aus seiner Sicht überlebenswichtige Energiewende.

"Viele Zuschauer sind offenbar der Ansicht, dass ein Dokumentarfilm in einer ganz bestimmten Art und Weise auszusehen hat: karge, puristische Kamera, Schienen und Licht sind verboten. Das ist totaler Quatsch", sagt Carl-A. Fechner. Der renommierte Regisseur, Produzent, Friedens- und Umweltaktivist hat für sein bildgewaltiges Werk über die Zukunft der Energieversorgung den ansonsten eher nüchternen Look vieler Dokus regelrecht ausgespart. Stattdessen inszeniert Fechner in seiner aufwendigen weitgehend durch Crowdfunding finanzierten Produktion großes Kino mit sehenswerter Hochglanz-Optik und sattem Surround Sound.

"Wir möchten den Zuschauern etwas Großes bieten", sagte der Regisseur zum Filmstart vor und vier Jahren. Ernst genug ist das Thema. In "Power to Change – Die Energierebellion" geht es um nicht weniger als die Zukunft der Erde. Im Ersten ist der Dokumentarfilm nun zu sehen.

Gedanken an die Enkelkinder

In Personen wie beispielsweise dem Projektentwickler Edy Kraus führt Fechner vor, dass eine Rettung des Planeten nur in den erneuerbaren Energien liegen kann. Wie Kraus gleich zu Beginn sagt: "Ich war 24 Jahre alt und war bei einem Seminar. Und ganz am Schluss sagt der Professor, wenn ihr jetzt heimfahrt, denkt bitte darüber nach, was sagt ihr euren Enkelkindern? Warum habt ihr die Umwelt verheizt? Warum habt ihr zugelassen, dass das alles passiert? Und da habe ich gedacht, das erzähle ich meinen Enkelkindern nicht."

Seit seinem Erweckungsmoment ist der Tüftler angetrieben im Dienste der guten Sache. Leidenschaftlich treibt er die Entwicklung einer mobilen Pelletieranlage voran. Diese soll Reststoffe aus der Landwirtschaft verwerten und ausreichend Energie generieren. Doch immer wieder muss er auch Rückschläge hinnehmen.

Weitreichende Informationen

Doch es sind nicht nur Menschen wie du und ich und eben Kraus, die sich für eine möglichst erfolgreiche Umsetzung der Energiewende leidenschaftlich einsetzen. Der Unternehmer Amir Roughani beispielsweise wirkt zunächst vor allem protzig. Doch auch aus ihm wird noch ein Energierebell, der sich schließlich für den Bau einer Solarstromanlage einsetzt.

"Power to Change" wurde unter anderem mit dem Deauville Golden-Green-Award ausgezeichnet. Hoffnungsvoll stimmt die Aussicht, dass ein Aufbruch in eine Zukunft, die ohne fossile und atomare Energieträger auskommt, möglich scheint. Zugleich aber forden 90 sehr intensive Doku-Minuten auch einiges ab. Die Wissenschaftlerin Claudia Kemfert kommt zu Wort, dazu Aktivisten, der Politiker Hans-Josef Fell, Mit-Autor des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, oder der Wirtschaftsweise Christoph M. Schmidt. Zwischen einer mobilen Pelletieranlage, weiteren Ideen zur Mobilität und Speichertechnologien oder den Folgen des Fracking bleiben nicht alle wichtigen Informationen zur Rettung der Erde nachhaltig hängen.

Dokumentarfilm im Ersten: Power to Change – Die Energierebellion – Mi. 15.04. – ARD: 23.45 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH