Sarah Kohr - Teufelsmoor
06.04.2020 • 20:15 - 21:45 Uhr
Fernsehfilm, Kriminalfilm
Lesermeinung
Wilhelm Grebe (Armin Rhode, l.) und Marcus Bent (Isaak Dentler) werden von Sarah Kohr (Lisa Maria Potthoff) bedroht, um ihre Kollegen zu befreien.
Vergrößern
Sarah (Lisa Maria Potthoff, l.) präsentiert Anna (Stephanie Eidt) die Fotos ihrer Recherche.
Vergrößern
Lukas Ladewig (Noah Kraus) überfallt eine Tankstelle.
Vergrößern
Katrin (Karoline Eichhorn) und Dietrich Hohenbek (Harald Schrott) werden von Wilhelm Grebe (Armin Rohde) bedroht.
Vergrößern
Originaltitel
Sarah Kohr - Teufelsmoor
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2020
Fernsehfilm, Kriminalfilm

Mit Krav-Maga-Kampftechnik gegen die Vierte Generation

Von Hans Czerny

Vierter Fall für Kommissarin Sarah Kohr (Lisa Maria Potthoff). Für Action ist früh gesorgt: Als sie mit ihrer Mutter zum Grab des Vaters fährt und dabei an einer Tankstelle hält, will sie einen Dieb überwältigen. Trotz ihrer versierten Krav-Maga-Kampftechnik muss sie dabei zum Schießeisen greifen.

Sarah Kohr (Lisa Maria Potthoff) fährt mit ihrer Mutter, Chirurgin übrigens, zum Grab ihres Vaters, der "am Ende der Welt" begraben ist. Mutter und Tochter quälen sich, ganz nach dem Wunsch des Vaters, durchs "Niemandsland", als sie an einer Tankstelle anhalten, in der ein Pappmaskenträger mit dem Inhaber zu rangeln beginnt, als er eine Flasche Wodka stehlen will. Sarah Kohr geht dazwischen, ruft "Polizei!" (was sie sehr häufig tut) und will den Maskenträger niederstrecken. Als der eine Pistole zückt, muss sie ihrerseits schießen – mit auf komplizierte Weise letalem Ausgang, wie sich später herausstellen wird. Auch ihre Chirurgenmutter kann den Täter – einen 15-jährigen Jungen – in ihrer Klinik nicht mehr retten.

Auch am Ende der Welt gelingt es Sarah Kohr in der Episode "Teufelsmoor", die Adresse des Tankstellendiebs ausfindig zu machen. Hohenbek heißt der Flecken, ganz wie die Adelsfamilie, der hier einst alles gehörte. Die Waffe des Jünglings stellt sich, wie auf dem Bildschirm einigermaßen unvermittelt gezeigt wird, als eine "Walther P 38" heraus, wie sie einst angeblich gerne die Roten Zellen verwendeten. Sind auch nach 25 Jahren noch Rote Zellen in Holenbek zu Gange, Überbleibsel der "Dritten Generation" der RAF? Die Waffenspur jedenfalls führt in das Jahr 1993 zurück. Damals sollen Linksterroristen auf der Flucht bei Hohenbek verunglückt sein. Einer der Rotarmisten von damals hatte sich später gestellt, trauert aber der versäumten Revolution von damals immer noch nach.

Doch auch die mittlerweile verarmten Hohenbeks, deren Tochter Jule mit dem Wodkadieb befreundet war, können sich offensichtlich nicht so recht von ihrer Vergangenheit trennen. Wer sind sie wirklich? Ein Waffenlager sollte sie zwecks Überfall offensichtlich vor ihrer Armut schützen. Immer wieder fleht Jule darum, ihr doch endlich die Wahrheit über die Vergangenheit zu sagen. Die gesamte Räubergranate wird allerdings von dem seit damals zum Waldbesitzer aufgestiegenen schießfreudigen Warlord, den Armin Rohde mit finsterer Westmannsmiene gibt, noch bei Weitem getoppt – ein Bleiballett mit Flammenwerfer, das als solches nichts zu wünschen übrig lässt, jedoch den Aberwitz des ganzen nur noch betont.

Deutsche können keine Komödien, so hört man immer wieder. Aber Thriller können sie offensichtlich noch viel weniger. Das ist nun schon ein arges Machwerk, mit dem sich da Marcus O. Rosenmüller (Regie) und Timo Berndt (Drehbuch) auf vermintes linksterroristisches Gelände begeben. Die erstaunlichen Krav-Maga-Balletteinlagen der Lisa Maria Potthoff – "Polizei!" – ändern daran leider auch nicht viel. Sie wirken gegenüber dem Rest des Films eher reichlich aufgesetzt.

Sarah Kohr – Teufelsmoor – Mo. 06.04. – ZDF: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

Das beste aus dem magazin

Mathias Liebing mit verschränkten Armen.
HALLO!

Mathias Liebing: „Der Fußball gehört im Osten wieder zur regionalen Kultur“

Mathias Liebing hat nach seiner Biografie über Norbert Nachtweih nun das Buch „Plattgemacht“ über die Entwicklung des Fußballs in Ost-Deutschland nach der Wende geschrieben. Im Gespräch mit prisma gibt er interessante Einblicke in die ostdeutsche Fußballseele.
Eine Grafik zum Weltgesundheitstag.
Gesundheit

Die Gesundheit im Blick

Der Weltgesundheitstag wird jährlich am 7. April gefeiert und erinnert an die Gründung der WHO 1948. Das diesjährige Thema lautet: "Gemeinsam für die Gesundheit. An der Seite der Wissenschaft". Deutschland begeht diesen Tag seit 1954 mit angepassten Schwerpunkten.
Dr. med. Ramtin Knuschke in einem weißen Kittel.
Gesundheit

Bluthochdruck: Was hilft, wenn Tabletten nicht mehr reichen?

Bluthochdruck bleibt oft trotz Medikamenten ein Problem. Die Nierennervenablation kann neuen Halt bieten, indem sie gezielt Nervenfasern in der Nierenarterie verödet.
Alexander Scheer vor einem roten Hintergrund.
HALLO!

Alexander Scheer: "Bowie hatte 35 verschiedene Leben"

Lola-Gewinner Alexander Scheer („Gundermann“, „Sonnenallee“) feiert als David Bowie im Stück „Heroes“ seit März 2025 große Erfolge in Berlin. Nun geht der Schauspieler und Sänger mit der Show, die am Berliner Ensemble regelmäßig ausverkauft ist, auf Tour. Im Interview spricht er über Bowies Musik und dessen Liebe zur Literatur.
Professor Dr. Sven Ostermeier ist Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Sportmedizin und Chirotherapie. Der Schulter- und Knieexperte arbeitet als leitender Orthopäde der Gelenk Klinik Gundelfingen. Außerdem ist er Instruktor der Gesellschaft für Arthroskopie und Gelenkchirurgie.
Gesundheit

Knie-Arthrose: Nur keinen Schongang einlegen

Knie-Arthrose muss nicht das Ende der Beweglichkeit bedeuten. Mit gezielten Übungen kann der Knorpel gestärkt und Schmerzen gelindert werden. Entdecken Sie einfache Bewegungsformen, die sich leicht in den Alltag integrieren lassen und den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.
Getty Images
Reise

Mit KI zum perfekten Urlaub 

Künstliche Intelligenz (KI) kann die Reiseplanung vereinfachen. Viele Fluggesellschaften und Anbieter setzen bereits auf sie. Auch KI-basierte Apps erweisen sich als hilfreiche Assistenten.