Tatort Land: Rettung aus häuslicher Gewalt
25.11.2025 • 22:15 - 22:40 Uhr
Info, Gesellschaft + Soziales
Lesermeinung
Miriam Peters von den "Land-Grazien" setzt sich für die Enttabuisierung des Themas "Gewalt gegen Frauen" ein und rettet Betroffene aus häuslicher Gewalt.
Vergrößern
Die "Land-Grazien" kommen mit ihrem Beratungsbus zu den von häuslicher Gewalt betroffenen Frauen.
Vergrößern
Die "Land-Grazien" kommen mit ihrem Beratungsbus zu den von häuslicher Gewalt betroffenen Frauen.
Vergrößern
Mobile Hilfe vor Ort: Miriam Peters von den "Land-Grazien" verhilft Frauen auf dem Land zur Flucht aus häuslicher Gewalt.
Vergrößern
Originaltitel
Tatort Land: Rettung aus häuslicher Gewalt
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2025
Info, Gesellschaft + Soziales

Sie helfen dabei, ohne Angst zu leben: Das sind die "Land-Grazien"

Von Hans Czerny

Die Zahl der Gewalttaten innerhalb von Partnerschaften und Familien steigt weiter an. Alle drei Minuten erleben Frauen oder Kinder häusliche Gewalt, so aktuelle Statistiken. Besonders in ländlichen Gebieten ist die Hilfeleistung aus Gründen von Scham und Abgeschiedenheit äußerst schwierig.

Alle drei Minuten werden in Deutschland Frauen oder Kinder Opfer von sexualisierter, psychischer oder sonstiger körperlicher Gewalt. Innerfamiliäre oder partnerschaftliche Gewalt findet dabei nicht unbedingt in der gemeinsamen Wohnung statt, es gibt sie auch in offenen und in beendeten Beziehungen, was nicht selten bis zum häufig vermeldeten Stalking reicht. Sich von gewalttätigen Partnern zu lösen, ist schwierig – besonders auf dem Land, in mehr oder weniger entlegenen Gebieten, wie die "37°"-Reportage "Tatort Land – Rettung aus häuslicher Gewalt" von Pia Osterhaus deutlich macht.

Die Angst vor dem gewalttätigen Partner und die Scham vor einer allwissenden Nachbarschaft spielen eine gewichtige Rolle. Wohl wissend, dass da Telefondienste nicht die Lösung aller Nöte sind, haben Sozialarbeiterinnen in Schleswig-Holstein einen Sozialdienst namens "Land-Grazien" ins Leben gerufen. Die "37°"-Reportage zeigt, wie Frauen anderen Frauen bei der Befreiung von psychischer Kontrolle, finanzieller Abhängigkeit und körperlicher Gewalt höchst erfolgreich helfen.

Fallzahlen steigen dramatisch

Die "Grazien" aus Ratzeburg fahren mit ihrem Wohnbus dorthin, wo sie um Hilfe gebeten werden. Sie bieten Schutzwohnungen an, helfen aber auch bei der Flucht ins Frauenhaus. Die will mit den notwendigen Urkunden und Unterlagen präzise vorbereitet sein, das Sozialamt und Polizeistellen werden um Verschwiegenheit gebeten. Frauen, die häuslicher Gewalt ausgesetzt sind, werden von ihren Partnern schließlich mittels GPS oder Handy-Ortungsdiensten rund um die Uhr beschattet. "Was sollen die Frauen denn ihren kontrollsüchtigen Partnern sagen, wo sie sind?", sagt Miriam Peters von den "Ratzeburger Land-Grazien", die diese Schwierigkeiten bestens kennt. Sie weiß aber auch, dass telefonische Angebote die persönliche Begegnung nicht ersetzen können.

Und sie verweist darauf, wie brisant die Lage geworden ist. "Als ich vor fünf Jahren mit der Arbeit angefangen habe, hieß es immer: Jeden dritten Tag wird eine Frau von ihrem Mann getötet. Aufgrund des Frauseins. Mittlerweile ist es so, dass fast jeden Tag eine Frau getötet wird", so sagt sie. Mit ihren Kolleginnen kämpft sie unermüdlich für neue Frauenhäuser und niedrigschwellige Hilfsangebote – wohl wissend, wie viel Mut Frauen benötigen, wenn sie in ländlicher Gegend vor häuslichen Gewalttätern fliehen wollen.

Letztlich fehlt es aber auch an der finanziellen Ausstattung von Hilfs- und Beratungsstellen. Auch die "Ratzeburger Land-Grazien" sind mit einer Werkstudentin, einer Minijobberin und einer Verwaltungskraft unterbesetzt. Nicht zuletzt stellt sich aber auch die Frage, ob nicht auch den Gewalttätern selbst geholfen werden müsse. Es gilt neben Strafmaßnahmen auch, Therapien für gewalttätige Männer zu fördern. – Vor allem will die "37°"-Reportage aber deutlich machen, "dass häusliche Gewalt kein Randphänomen ist, sondern mitten in der Gesellschaft stattfindet" – und dass jede Flucht vor einem gewalttätigen Partner "ein Schritt in Richtung Selbstbestimmung" bedeutet.

"Die Land-Grazien verfolgen das Ziel, dass alle Frauen und Kids unabhängig von ihrer Nationalität, ihrer Religion und ihrem sozialen Status, ohne Angst- und Schuldgefühle in einer gewaltfreien Gesellschaft leben können", heißt es auf der Homepage der Organisation: "Die Werte, die uns antreiben, sind Selbstbestimmung, Macht, Freiheit und Glück."

37°: Tatort Land – Rettung aus häuslicher Gewalt – Di. 25.11. – ZDF: 22.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

Das beste aus dem magazin

Mikkey Dee am Schlagzeug.
HALLO!

Mikkeey Dee über das neue Album: "Das ist uns sehr gut gelungen"

Mikkey Dee, bekannt durch die Scorpions und Motörhead, spricht über die Entstehung und Zukunft der Band Lex Legion. Mit Andy LaRocque, Pete Blakk und weiteren prominenten Musikern schafft die Band einen einzigartigen Sound, der das Beste der 80er mit modernen Elementen verbindet.
Anja Knauer schaut ernst.
Star-News

Anja Knauer ehrlich: "Mich an den Grill zu stellen, ist grundsätzlich keine gute Idee"

In "Extrawurst" wird das Grillen zur großen Debatte. Privat hat Anja Knauer dagegen eine klare Regel: Hauptsache, sie muss nicht selbst wenden.
Das Schloss Burscheid im Nebel
Reise

Urlaub mit der Trendfarbe 2026: Ruhige Reiseerlebnisse

Pantone kürt Cloud Dancer zur Trendfarbe 2026. Diese zarte Off-White-Nuance verleiht Orten wie Luxemburg, New Mexico und den Malediven eine besondere Ruhe und Weite.
Gettyimages/fizkes
Gesundheit

Schlaf ist wichtig

Guter Schlaf ist essenziell für die Gesundheit. Der "Tag des Schlafes" am 21. Juni lenkt den Fokus auf die Bedeutung ausreichender Erholung für Körper und Geist.
Dr. med. Heinz-Wilhelm Esser ist Oberarzt 
und Facharzt für Innere Medizin, Pneumologie und Kardiologie am Sana-Klinikum Remscheid und bekannt als „Doc Esser“ in TV, 
Hörfunk und als Buchautor.
Gesundheit

So kommen Sie besser durch die heißen Tage

Hitzetage werden immer häufiger und belasten den Körper. Ein Arzt gibt Tipps, wie man sich vor den Gefahren der Sommerhitze schützt: von Sonnenschutz über Flüssigkeitszufuhr bis hin zu angepasster Ernährung und Bewegung.
Professor Dr. Sven Ostermeier
ist Facharzt für Orthopädie und 
Unfallchirurgie, Sportmedizin, 
Chirotherapie und spezielle 
orthopädische Chirurgie. Der 
Schulter- und Knie-Experte arbeitet als leitender Orthopäde 
der Gelenk-Klinik Gundelfingen. 
Außerdem ist er Instruktor der  Gesellschaft für Arthroskopie und Gelenkchirurgie (AGA).
Gesundheit

E-Bike oder Fahrrad? Was Rücken, Knie und Gelenke wirklich brauchen

Wer Knie oder Rücken schonen will, muss beim Radeln genau hinsehen. Ein E-Bike kann helfen, birgt aber auch eigene Risiken.