Vergiftete Kindheit
01.04.2025 • 22:15 - 22:45 Uhr
Info, Gesellschaft + Soziales
Lesermeinung
Nicolas’ Eltern waren beide alkoholabhängig. Seine unbändige Wut als Kind ließ er beim Schlagzeugspielen raus.
Vergrößern
Als Teenager kümmerte sich Tanja (38) (l.) um ihre alkoholsüchtige Mutter. Ihre Liebe zu Hertha war für sie damals überlebenswichtig.
Vergrößern
Mandy (47) ist mit einem alkoholkranken und gewalttätigen Vater aufgewachsen. Ihr ist wichtig, mit Tochter Josie (r.) über die Vergangenheit reden zu können.
Vergrößern
Mandys Vater starb an den Folgen von Alkohol. Einmal im Jahr reist sie mit Tochter Josie (l.) an die holländische Küste, um ihm zu gedenken.
Vergrößern
Originaltitel
Vergiftete Kindheit: Wenn Alkohol Familien belastet
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2025
Info, Gesellschaft + Soziales

Angst, Aggressivität und Wut

Von Hans Czerny

Angst, Wut und Minderwertigkeitsgefühle – das sind einige der Folgen für die Kinder suchtkranker Eltern bei Alkohol- oder Drogenkonsum. Die "37°"-Reportage des ZDF zeigt persönliche Auswege aus der Notlage.

Angst, Hilflosigkeit und schließlich auch Wut und Aggressivität: alles Auswirkungen auf Kinder, wenn Eltern drogen- oder alkoholabhängig sind. Kinder schweigen, sie schämen sich anstelle der Eltern. Meist haben sie niemanden, mit dem sie sich aussprechen können, und immer wieder keimt in ihnen die Hoffnung auf, dass sich alles irgendwann zum Besseren wenden könnte. Die neue "37°"-Reportage "Vergiftete Kindheit – Wenn Alkohol die Familie belastet" (Regie: Laetitia von Baeyer-Nickol) zeigt – wie immer unkommentiert – an drei Beispielen betroffener Jugendlicher, dass es Auswege geben kann.

Tanja, Mandy und Nicolas sind inzwischen längst erwachsen, doch sie erinnern sich gut daran, wie schwer ihre Kindheit mit den drogenabhängigen Eltern war. Sie sind drei unter drei Millionen Kindern in Deutschland, die mindestens einen suchtkranken Elternteil haben (oder hatten). "Tanja, Mandy und Nicolas brechen ihr Schweigen – für die anderen, die bis heute unter den Erfahrungen ihrer Kindheit leiden", so die "37°"-Redaktion. Es ist schwer, aus der prekären Situation herauszukommen, trotz aller Jugendämter und Sozialstellen.

Die Kinder schämen sich für ihre Eltern. Die eigene Not zu melden, bedeutete für sie Verrat. Nicolas, der jetzt 23 ist, erzählt seine Geschichte nun freimütig vor der Kamera. Er schildert anschaulich, wie schwer es für ihn war, wenn die Eltern Alkohol oder Drogen genommen hatten. Die Mutter, sonst die liebste Mama, brach immer wieder in sich zusammen, wurde zur verwahrlosten Erscheinung. Der drogensüchtige Vater war Dutzende Male in stationärer psychiatrischer Behandlung. Er war nicht da, als die Mutter starb, Nicolas war da gerade zehn. Für ihn, sagt er heute, bedeutete es eine Befreiung. Er wird Sozialpädagoge, will anderen aus ihrer Notlage helfen.

Tanja, Krankenschwester, ist 38. Erst jetzt stellt sie fest, dass sie mit ihrer Helferrolle gegenüber ihrer süchtigen Mutter, die sie liebte, heillos überfordert war. Gegen den Willen ihrer Eltern ging sie irgendwann an die Öffentlichkeit, die Eltern brachen daraufhin den Kontakt zu ihr ab. – Anders Mandy, die heute 47 ist. Ihr Vater kam immer wieder betrunken nach Hause. Die Mutter ging irgendwann, da war Mandy gerade 16 Jahre alt. Sie entschied sich damals, beim Vater zu bleiben. Sie kämpfte mit ihren ambivalenten Gefühlen zu ihm, führte für ihn den Haushalt, putzte und kaufte ein.

Bleiben oder gehen – oder kämpfen, als dritte Lösung? Da hat wohl doch Nicolas nach allen schlimmen Erfahrungen das meiste Glück gehabt. Er hat sich Hilfe gesucht und auch gefunden. "Meine Botschaft ist einfach", so sagt er rückblickend: "Sucht euch Hilfe!" Und: "Du entscheidest, wie dein Leben läuft und nicht deine Eltern. Und du bist auch nicht schuld an ihrer Krankheit."

37°: Vergiftete Kindheit – Wenn Alkohol Familien belastet – Di. 01.04. – ZDF: 22.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

Das beste aus dem magazin

Mikkey Dee am Schlagzeug.
HALLO!

Mikkeey Dee über das neue Album: "Das ist uns sehr gut gelungen"

Mikkey Dee, bekannt durch die Scorpions und Motörhead, spricht über die Entstehung und Zukunft der Band Lex Legion. Mit Andy LaRocque, Pete Blakk und weiteren prominenten Musikern schafft die Band einen einzigartigen Sound, der das Beste der 80er mit modernen Elementen verbindet.
Anja Knauer schaut ernst.
Star-News

Anja Knauer ehrlich: "Mich an den Grill zu stellen, ist grundsätzlich keine gute Idee"

In "Extrawurst" wird das Grillen zur großen Debatte. Privat hat Anja Knauer dagegen eine klare Regel: Hauptsache, sie muss nicht selbst wenden.
Das Schloss Burscheid im Nebel
Reise

Urlaub mit der Trendfarbe 2026: Ruhige Reiseerlebnisse

Pantone kürt Cloud Dancer zur Trendfarbe 2026. Diese zarte Off-White-Nuance verleiht Orten wie Luxemburg, New Mexico und den Malediven eine besondere Ruhe und Weite.
Dr. med. Heinz-Wilhelm Esser ist Oberarzt 
und Facharzt für Innere Medizin, Pneumologie und Kardiologie am Sana-Klinikum Remscheid und bekannt als „Doc Esser“ in TV, 
Hörfunk und als Buchautor.
Gesundheit

So kommen Sie besser durch die heißen Tage

Hitzetage werden immer häufiger und belasten den Körper. Ein Arzt gibt Tipps, wie man sich vor den Gefahren der Sommerhitze schützt: von Sonnenschutz über Flüssigkeitszufuhr bis hin zu angepasster Ernährung und Bewegung.
Gettyimages/fizkes
Gesundheit

Schlaf ist wichtig

Guter Schlaf ist essenziell für die Gesundheit. Der "Tag des Schlafes" am 21. Juni lenkt den Fokus auf die Bedeutung ausreichender Erholung für Körper und Geist.
Professor Dr. Sven Ostermeier
ist Facharzt für Orthopädie und 
Unfallchirurgie, Sportmedizin, 
Chirotherapie und spezielle 
orthopädische Chirurgie. Der 
Schulter- und Knie-Experte arbeitet als leitender Orthopäde 
der Gelenk-Klinik Gundelfingen. 
Außerdem ist er Instruktor der  Gesellschaft für Arthroskopie und Gelenkchirurgie (AGA).
Gesundheit

E-Bike oder Fahrrad? Was Rücken, Knie und Gelenke wirklich brauchen

Wer Knie oder Rücken schonen will, muss beim Radeln genau hinsehen. Ein E-Bike kann helfen, birgt aber auch eigene Risiken.