Von Kyros bis Khomeini. Drei Jahrtausende Iran
15.05.2021 • 20:15 - 21:05 Uhr
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Originaltitel
The Art of Persia
Produktionsland
GB
Produktionsdatum
2020
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Seltener Blick auf eine große Kulturgeschichte

Von Andreas Schoettl

Dem heutigen Iran stehen zahlreiche Vorurteile gegenüber. Trotzig lehnt die Islamische Republik auch weiterhin die Einmischung aus dem Ausland ab. Dabei könnte das isolierte Land mit dem reichhaltigen Kulturerbe der Perser nur so protzen. In einer dreiteiligen Dokumentation sind die unfassbaren Schönheiten nun zu sehen.

Geheimnisumwoben, mystisch, aber auch isoliert: Der heutige Iran gilt vielen Menschen als Buch mit sieben Siegeln. Eingebrannt haben sich Bilder beispielsweise von strikt verhüllten Frauen. Jedoch: Das westliche Verständnis des Landes ist weitgehend geprägt von den vergangenen gut vier Jahrzehnten, als 1979 die Revolution im Iran begann und Ajatollah Khomeini das Land in eine Islamische Republik umwandelte. Dazu kommt: Seitdem befindet sich der Westen mit dem Iran im Konflikt.

Nahezu vergessen wird, dass der Iran über eine gewaltige jahrtausendealte Kulturgeschichte verfügt. In der dreiteiligen BBC-Dokumentation der britischen Journalistin Samira Ahmed fasst die Expertin Narguess Farzad von der School of Oriental & African Studies in London diese Vergangenheit wie folgt zusammen: "Wer sich den heutigen Iran betrachtet, sieht, dass er von feindseligen Kräften umgeben ist. Diese Länder sollten sich einen Iran ins Gedächtnis rufen, der nicht nur ganz oben in der ersten Liga mitgespielt hat, sondern ganz oben stand. Und denkt darüber nach, wie sehr eure Literatur von ihm beeinflusst wurde und auch eure Kunst." Wie zum Beweis steht nur dieser eine Fakt: Die Iraner sind das einzige Volk im Mittleren Osten, das Identität und Sprache bewahrt hat – ungeachtet von Invasion und Revolution.

Spektakuläre Bilder aus der Luft

Tatsächlich war es einem BBC-Team um die Autorin Ahmed gelungen, eine seltene wie außergewöhnliche Genehmigung für Dreharbeiten im Iran zu erhalten. Wie sie selber sagt, sei ihr eine seltene Gelegenheit geboten worden, durch dieses riesige Land zu reisen, um abgelegene Orte sowie die großen archäologischen Stätten zu besuchen.

Ahmeds bildgewaltiger, mit zahlreichen sehenswerten Drohnenflügen geschmackvoll gedrehter historischer Draufblick beginnt mit den Elamiten. Sie beteten zu einem Stiergott namens Inshushinak und verehrten ihn in gestuften Tempeltürmen, genannt Zikkuraten, auf deren Tausenden von Ziegelsteinen Botschaften in Keilschrift eingeritzt waren. Weiterhin widmet sich die Dokumentarfilmreihe Dareios I. (550 – 486 v. Chr.), der als Glanzstück seiner Herrschaft die legendäre Palaststadt Persepolis erbaute, den ersten Suezkanal anlegte und neben einheitlichen Maßen und Gewichten auch das Münzgeld einführte.

In der ersten Folge der dreiteiligen Dokumentation, die ARTE am Stück sendet, geht es auch um den bedeutenden achämenidischen König Kyros II. (um 590 bis 580 – ca. 530 v. Chr.), den Gründer des Perserreiches, der die Meder und die Elamiten stürzte und deren Hauptstadt Susa er erobert hatte.

Von Kyros bis Khomeini. Drei Jahrtausende Iran – Sa. 15.05. – ARTE: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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