Anke Engelke

Anke Engelke war auf der Berlinale für das ARD-Morgenmagazin unterwegs. Vergrößern
Anke Engelke war auf der Berlinale für das ARD-Morgenmagazin unterwegs.
Fotoquelle: WDR/Thomas Ernst
Anke Engelke
Geboren: 21.12.1965 in Montreal, Kanada

"Angeblich war ich schon als Kind albern", gibt Engelke zu Protokoll, deren Erfolgskurve 1999 in einer eigenen Produktionsfirma gipfelte - "Ladykracher", wie die gleichnamige Sketch-Comedy-Reihe, mit der sie 2002 einen großen Erfolg feierte. In der Sendung nahm sie mit ihrem unnachahmlichen Witz überdrehte Businessfrauen, hippe H&M-Tussis, stolze Mütter und depressiver Singles auf die Schippe. Der Durchbruch gelang aber bereits sechs Jahre vorher: Seit 1996 parodierte Engelke im Team der SAT.1-"Wochenshow" u.a. Moderatorinnen wie Barbara Eligmann oder Birgit Schrowange.

Im Schulchor des Gymnasiums Rösrath (bei Bergisch-Gladbach) wurde klein Anke offenbar entdeckt. Georg Bossert, Ex-Manager und Ex-Liebhaber von Désirée Nosbusch, holte Anke zum RTL-Kinderfunk. Bereits als Zwölfjährige moderierte sie 1978 für Radio Luxemburg dann ihre ersten Sendungen (u.a. "Moment Mal"). 1979 bis 1985 präsentierte die "Frühstarterin" das ZDF-Kinderferienprogramm, bevor sie als Moderatorin und Redakteurin beim Hörfunksender SWF 3 tätig wurde ("Hitline", "Lollipop"). Dort will Anke Engelke auch ihr komisches Talent entdeckt haben; vier Jahre lang gehörte sie der hauseigenen Comedygruppe "Gagtory" an.

Weniger bekannt ist ihre Begeisterung für Soul- und Funk-Musik: 1989 sang sie in der Gruppe "Fred Kellner", der - wie Anke betont - "besten unbekanntesten Band der Welt". Bis 1999 - ihr Jahr mit vielen Preisen - war sie das Aushängeschild der SAT.1-"Wochenshow"; zuerst als "Nachrichtensprecherin". Ein Dutzend verschiedener Rollen kam dazu: die Teenie-Moderatorin Ricky, die dumm blondierte Wetterfee, die lesbische Radikalfeministin, die kamerageile Hausfrau, die lebenstüchtige Bordellköchin oder die Promi-Talkerin Nina Rüde. Für ihre schauspielerische Wandlungsfähigkeit, gepaart mit einem Sinn für Humor, erhielt Engelke 1999 die goldene Kamera als witzigste Frau im deutschen Fernsehen; dann sogar den begehrten Adolf-Grimme-Preis. Auf den deutschen Comedy-Preis scheint sie abonniert. 2003 gab es ihn für Anke Engelke gleich im Doppelpack ("Beste Sketch Show" für Ladykracher sowie "Publikumspreis")

Folgerichtig gab SAT.1 im Herbst '99 grünes Licht für ihre erste eigene Sendung, "Anke - Die Sitcom", die sich allerdings als Flopp entpuppte. Anke spielte die TV-Moderatorin einer Daily-Talk-Show, die sich vor und hinter den Kulissen durch den täglichen Wahnsinn kämpft. Ob Sonja, Birte oder Vera, die derzeit angesagten Quasselstrippen finden sich in der Comedy wieder, auch wenn Engelke damit kaum Medienkritik betrieb. Mit den Special-Shows "Danke, Anke" zu Weihnachten und Moderationen ("Deutscher Fernsehpreis", 2001; "Rose von Montreux", 2001) werden seit 1998 neben den Comedy-Formaten auch TV-Großeinsätze zur Prime-Time notiert. Fürs Kino spielte Anke Engelke 2000 die biedere Ehefrau Christine in Detlev Bucks "Liebesluder". Und im Frühjahr 2003 wurde sie zusammen mit ihrem Kollegen Olli Dittrich für ihre schauspielerische Leistung in "Blind Date: Taxi nach Schweinau" erneut mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Ebenfalls 2003 entstand der schwache "Germanikus".

2004 trat Anke Engelke mit ihrer "Anke Light Night" die Nachfolge von Harald Schmidt auf dessen Sat.1-Sendeplatz an. Doch die Fußstapfen ihres Vorgängers, der zur ARD wechselte, waren einfach zu groß. Die Quote stimmte nicht und noch im gleichen Jahr nahm SAT.1 Anke wieder aus dem Programm. Ebenfalls 2004 spielte sie in der Parodie "Der Wixxer" und in "Vom Suchen und Finden der Liebe", während sie 2006 als Sprecherin in "Oh, wie schön ist Panama" zu hören war. 2007 schließlich folgte eine Rolle an der Seite von Oliver Pocher in der Komödie "Vollidiot". Seit 2006 ist Anke Engelke zudem als Schwester von "Kommissarin Lucas" alias Ulrike Kriener" in der gleichnamigen ZDF-Krimiserie zu sehen. Die einzelnen Episoden: "Kommissarin Lucas - German Angst", "Kommissarin Lucas - Das Totenschiff" (beide 2006), "Kommissarin Lucas - Wut im Bauch", "Kommissarin Lucas - Der Schwarze Mann" (2008), "Kommissarin Lucas - Vergessen und Vergeben", "Kommissarin Lucas - Aus der Bahn" (beide 2009), "Kommissarin Lucas - Spurlos", "Kommissarin Lucas - Wenn alles zerbricht" (beide 2010), "Kommissarin Lucas - Gierig" (2011), "Kommissarin Lucas - Bombenstimmung" (2012), "Kommissarin Lucas - Lovergirl", "Kommissarin Lucas - Bittere Pillen" (2013).

Weitere Filme mit Anke Engelke: "Tatort - Tod im All" (1996), "Tarzan" (Sprecherin, 1999), "Der kleine Eisbär" (Sprecherin, 2001), "Findet Nemo" (Sprecherin, 2003), "Der kleine Eisbär 2 - Die geheimnisvolle Insel", (Sprecherin, 2005), "Urmel aus dem Eis" (Sprecherin, 2006), "Horton hört ein Hu!" (Sprecherin), "Freche Mädchen", "Lippels Traum" (alle 2008), "Gnomeo und Julia" (Sprecherin, 2011), "Rico, Oskar und die Tieferschatten" (2014).


Zur Filmografie von Anke Engelke
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