Gert Fröbe

Gert Fröbe als Auric "Goldfinger" in dem gleichnamigen Bond-Streifen Vergrößern
Gert Fröbe als Auric "Goldfinger" in dem gleichnamigen Bond-Streifen
Karl Gerhart Fröbe
Geboren: 25.02.1913 in Planitz, Zwickau, Deutschland
Gestorben: 05.09.1988 in München, Deutschland

Er zählt zu den ganz wenigen typisch deutschen Schauspielerpersönlichkeiten, die es zu internationalem Ansehen gebracht haben: Gert Fröbe. Er ist sowohl der schwere Charakterkomiker und Bösewicht vom Dienst, das schwammige Ungeheuer und der liebenswerte Großvater. Es steckt ein wenig von Charles Laughton und Michel Simon in ihm, nur bleibt er stets in jeder Maske der unverwechselbare Deutsche, dem nichts vom Weltbürger anhaftet.

Mit der "Berliner Ballade" von R. A. Stemmle ist er 1948 als spindeldürrer Otto Normalerverbraucher zum Synonym des Deutschen geworden und mit der Zunahme seines Körperumfangs symbolisiert Fröbe bald das Wirtschaftswunder. Wie Rolf Hoppe ist Fröbe ein gemütlicher, herzlicher Sachse, der so gar nichts von jenem Auric Goldfinger hat, den er in dem James Bond-Film "James Bond 007 - Goldfinger" (1964) so überzeugend böse und leidenschaftlich verkörpert. Er ist eher der liebenswerte "Der Räuber Hotzenplotz" (1974) oder der Importenpaule in Wolfgang Staudtes "Ganovenehre" (1966).

Im Kino spielt er anfangs kleine Rollen, häufig bei Viktor Tourjanski und Paul Hoeven. Dann kommen aber ganz rasch auch internationale Produktionen. Bei Orson Welles spielt Fröbe den Detektiven Eduard Linkers in "Herr Satan persönlich" (1954), den schwedischen Koch Olaf in John Brahms' "Vom Himmel gefallen" (1955), den Hermann aus Dresden in Yves Ciampis "Die Helden sind müde" (1955) und "Taifun über Nagasaki" (1957), 1957 in Jules Dassins "Der Mann, der sterben muss" und Henri Decoins "Kavaliere", 1958 in Giles Grangiers "Polizeiaktion Dynamit". Unter den über einhundert Filmen gibt es ein paar herausragende Produktionen und Rollen für den vielseitigen Schauspieler. In Helmut Käutners "Ein Mädchen aus Flandern" (1955) mimt er den bornierten deutschen Rittmeister Kupfer im besetzten Flandern. In Josef von Bàkys schöner Friedrich-Forster-Verfilmung "Robinson soll nicht sterben" (1957) spielt er neben Romy Schneider und Horst Buchholz.

1958 ist "Grabenplatz 17" von Erich Engels ein ansehnlich spannender Krimi, die Rolle des unglückseligen Kindermörders Schrott in Ladislav Vajdas "Es geschah am helllichten Tag" und der Generalsekretär Bruster in Rolf Thieles Nitribitt-Film "Das Mädchen Rosemarie" waren 1958 die beiden interessantesten Filmrollen - und zugleich die besten deutschen Filme des Jahres. Als Fritz Lang 1960 sein Mabuse-Remake "Die 1000 Augen des Dr. Mabuse" dreht, besetzt er Fröbe als Kommissar Kras. Zwar ist Paul Mays "Via Mala" (1961) nach John Knittels Roman kein besonders guter Film, doch Fröbe als volltrunkener Sägewerkbesitzer Jonas Lauretz ist eine wunderbare Charakterrolle.

Wolfgang Staudtes Brecht-Verfilmung der "Dreigroschenoper" 1962 mit Curd Jürgens als Mackie Messer war zwar fürchterlich, doch Fröbes Jeremiah Peachum zählt zu seinen besten schauspielerischen Leistungen. Schließlich ist er als Oberst von Holstein in Ken Annakins "Die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten" (1965) wie auch als kinderhassender Schurke Baron Bomburst in Ken Hughes "Tschitti Tischitti Bäng Bäng" (1968) in herzerfrischenden Rollen zu sehen. Günther Groll, einer der prominentesten Kritiker der Fünfziger- und Sechzigerjahre schrieb damals in der Süddeutschen Zeitung über Fröbe: "Seine Skala reicht vom Pantomimiker bis zum schweren Helden, er hat verspielte, gewichtige, vitale und morbide, komödiantisch-temperamentvolle und gehalten dezente Rollen mit reicher Bravour und Intensität gestaltet." In den letzten Jahren seines Lebens sah man ihn auch häufig im Fernsehen. So etwa als Gast in der "Schwarzwaldklinik" oder auch in seiner Glanzrolle als Striese in einer TV-Produktion vom "Raub der Sabinerinnen". 1960 haben ihn die Berliner Filmkritiker für die köstliche Ganovenrolle in "Der Gauner und der Liebe Gott" mit dem Ernst-Lubitsch-Preis ausgezeichnet.

Der deutsche Schauspieler beginnt seine Karriere am Theater als Bühnenbildner. Er macht eine Lehre als Bühnenmaler am Dresdner Stadttheater. Seine Schauspielausbildung erfährt er bei Erich Ponto in Dresden und später bei Paul Günther in Berlin. 1937 erhält er sein erstes Engagement als Schauspieler und Operettenbuffo an den Städtischen Bühnen Wuppertal. Unter Kurt Meißner spielt er im gleichen Jahr am Frankfurter Schauspielhaus. 1939 ist er fest am Frankfurter Opernhaus und Schauspielhaus engagiert. 1940 verschlägt es Fröbe ans Wiener Volkstheater, sein Engagement mit dem Burgtheater für das Jahr 1944 wird durch den "totalen Krieg" nichtig. In Lazaretten, Wirtshäusern und auf provisorischen Bühnen deklamiert er Morgenstern und Schiller. 1947 steht er gemeinsam mit Karl Valentin im Münchner "Simpl". Dort tritt er als Jongleur, Pantomimiker und mit Rezitationen auf.

Weitere Auftritte im Frankfurter Großkabarett Skala, in verschiedenen Münchner Nachtclubs und der Hamburger Bonbonniere folgen. 1950 glänzt er als Stargast in Günter Neumann's Programm "Schwarzer Markt" im Frankfurter Komödienhaus, mit diesem Programm geht er anschließend auf Deutschlandtour. Auch bei Betriebsfesten, so im Kölner Hotel Kaiserhof für die Firma Fleischhauer, tritt er mit Gedichte und Rezitationen auf. Zwischendurch spielt Fröbe immer wieder Theater. 1952 mimt er den Lennie in John Steinbecks "Von Mäusen und Menschen" in Münster oder 1973 den Theaterdirektor Striese im "Raub der Sabinerinnen" am Deutschen Theater in München unter der Regie von Axel von Ambesser. Als Striese reist Fröbe quer durchs westliche Deutschland und von 1974 bis '79 tritt er regelmäßig unter dem Motto "Durch Zufall frei" bei der Münchner Lach- und Schiedgesellschaft auf.

Am 5. September 1988 stirbt Gert Fröbe in München an einem Herzinfarkt.

Weitere Filme mit Gert Fröbe: "Nach Regen scheint Sonne" (1949), "Die Kreuzlschreiber" (1950, ungenannt), "Der Tag vor der Hochzeit" (1952), "Die vertagte Hochzeitsnacht", "Ein Herz spielt falsch", "Arlette erobert Paris", "Der Mann auf dem Drahtseil" (ungenannt), "Salto Mortale", "Kochen" (ungenannt), "Hochzeit auf Reisen" (alle 1953), "Die Kleine Stadt will schlafen gehen", "Das Kreuz am Jägersteig", "Mannequin für Rio", "Das zweite Leben", "Ewiger Walzer", "Morgengrauen" (alle 1954), "Ich weiß, wofür ich lebe", "Ein Herz schlägt für Erika", "Das Forsthaus in Tirol", "Der dunkle Stern" (alle 1955), "Waldwinter" (1956), "Das Herz von St. Pauli", "Der tolle Bomberg" (beide 1957), "Der Pauker", "Nick Knattertons Abenteuer", "Wolgaschiffer", "Nasser Asphalt" (alle 1958), "Alt-Heidelberg", "Der Tag, an dem der Regen kam", "Das kunstseidene Mädchen", "Der Schatz vom Toplitzsee", "Menschen im Hotel", "Und ewig singen die Wälder", "Jons und Erdme" (alle 1959), "Mein Mann, das Wirtschaftswunder", "Bis dass das Geld euch scheidet", "Soldatensender Calais", "Die Nacht der Liebenden" (alle 1960), "Auf Wiedersehen", "Der grüne Bogenschütze", "Im Stahlnetz des Dr. Mabuse","Der längste Tag" (alle 1961), "Die Rote", "Das Testament des Dr. Mabuse", "Der Mörder", "Heute kündigt mir mein Mann" (alle 1962), "100.000 Dollar in der Sonne", "Heißes Pflaster" (beide 1963), "Der Boss hat sich was ausgedacht", "Tonio Kröger" (beide 1964), "Brennt Paris?", "Das Liebeskarrussell", "Sturm über Jamaika" (alle 1965), "Tolldreiste Kerle in rasselnden Raketen", "Rififi in Pamnama" (beide 1966), "Spion zwischen zwei Fronten", "Rasputin", "Caroline cherie" (alle 1967), "Monte Carlo Rallye", "Der Millionenraub" (1971), "Ludwig II." (1972), "Der Mann ohne Gesicht" (1973), "Ein Unbekannter rechnet ab", "Die Unschuldigen mit den schmutzigen Händen" (beide 1974), "Mein Onkel Theodor", "Die Öl-Piraten", "Die Schuldigen mit den sauberen Händen" (alle 1975), "Ibiza - Der Tod kommt nur bei blauem Himmel", "Tod oder Freiheit", "Das Schlangenei" (alle 1977), "Der Tiefstapler", "Der Schimmelreiter", "Blutspur" (alle 1978), "Der Regenschirmmörder" (1980), "Ein sturer Bock", "Der Falke" (beide 1981), "Der Garten" (1982), "Alte Sünden rosten nicht" (1985) und "Der kleine Vampir" (TV-Serie, 1986).

Zur Filmografie von Karl Gerhart Fröbe
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