16.03.2021 Kostengünstige Alternative

Camping-Urlaub am Bodensee

Von Stefan Reinelt
Der Bodensee bietet auch für Camping-Urlauber tolle Ausblicke.
Der Bodensee bietet auch für Camping-Urlauber tolle Ausblicke. Fotoquelle: Deutsche Bodensee Tourismus GmbH / Florian Trykowski

Der Bodensee ist einer der größten Seen Europas und liegt in einer der wärmsten Regionen Deutschlands. Eine Vielzahl an Sehenswürdigkeiten, Ausflugszielen und Bademöglichkeiten machen ihn zu einem beliebten Ziel für kürzere und längere Urlaubsreisen. Eine kostengünstige Möglichkeit für den Aufenthalt ist das Camping.

Wo kann man zelten am Bodensee?

Der Bodensee liegt im Dreiländereck Deutschland, Österreich und Schweiz. Sein Ufer grenzt an alle drei Länder, und in allen dreien gibt es auch die Möglichkeit zum Camping. Das Angebot entspricht dabei allen Wünschen und Bedürfnissen. Familien mit Kindern, junge Reisende und auch Hundebesitzer finden in der Region Campingplätze für ihre Bedürfnisse. In der Regel sind die Anlagen auf alle Reiseformen eingerichtet. Sie bieten sowohl Stellplätze für Wohnwagen als auch Bereiche als Zeltwiese.

Die Internationale Bodensee Tourismus GmbH listet knapp 90 Campingplätze rund um den Bodensee und in der näheren Umgebung auf: 54 Plätze zum Campen befinden sich auf deutscher Seite, 20 in der Schweiz und acht in Österreich. Außerdem zählt noch der Campingplatz in Triesen im Fürstentum Liechtenstein zum Einzugsgebiet. Deshalb ist auch oft von der "Vierländerregion Bodensee" die Rede.

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Exklusiv fürs Zelten ist die Naturcampingwiese Bodensee in Markdorf am Gehrenberg reserviert. Mit Grillplatz und Stelle für Lagerfeuer eignet sie sich auch für kleine Gruppen wie Pfadfinder und Jugendfreizeiten.

Darüber hinaus gibt es noch einige Wohnmobilstellplätze rund um den See. Sie bieten in der Regel vor Ort sanitäre Einrichtungen und Stromversorgung, sind von der Anzahl an Stellplätzen aber kleiner und haben keine eigenen Freizeitangebote. Sie eignen sich also vor allem für Rundreisende.

Und wer weder Wohnmobil noch eigenes Zelt hat, aber trotzdem Lust auf Camping - auch kein Problem: Mittlerweile bieten viele Betreiber Unterkünfte von Zelt über Wohnwagen bis zu kleinen Bungalows ("Glamping") auch zur Miete an.

Wo kann man am Bodensee am besten mit Kindern campen?

Familienfreundliche Campingplätze zeichnen sich durch ein Angebot von Spiel und Spaß für Kinder aus. Das beginnt bei eigenen Spielplätzen und reicht bis zur Kinderanimation. Eltern sollten bei der Buchung aber auch auf Details achten wie niedrige Waschmöglichkeiten und Toiletten oder den Verleih von Kinderstühlen.

Das Bodensee-Tourismusbüro empfiehlt für den Campingurlaub von Familie mit Kind unter anderem Camping Wirtshof mit Schatzsuche, Nachtwanderung und Waldabenteuer im Kinderprogramm. Auf dem Campingplatz Klausenhorn ist über Pfingsten ein Mitmachzirkus zu Gast, der Campingplatz Sandseele bietet einen Wasserspielplatz und ein Dschungelzimmer für Regentage. Der Campingplatz Markelfingen eignet sich mit seinem flachen Badestrand auch für den Aufenthalt von Familien mit Kindern.

Gibt es spezielle Campingplätze für Jugendliche am Bodensee?

Die niedrigen Kosten und der Hauch von Abenteuerurlaub machen das Camping unter Jugendlichen beliebt. Aber nicht überall dürfen sie alleine übernachten, denn manche Betreiber erlauben den Aufenthalt von Jugendlichen unter 18 Jahren ohne Begleitung ihrer Eltern oder eines Erziehungsberechtigten nicht. Auf anderen Plätzen ist der Urlaub ohne Eltern ab 16 Jahren möglich, zum Beispiel im Camping Park Gohren oder auf dem Campingplatz Horn in Gaienhofen. Beide sind direkt am See gelegen, und im Preis inbegriffen ist ein eigenes Strandbad. Auch der Campingplatz Allensbach heißt allein reisende Teenager ab 16 Jahren willkommen. Sie müssen aber eine Einverständniserklärung ihrer Eltern vorlegen können.

Partys bis in die frühen Morgenstunden sind aber auch auf diesen Campingplätzen nicht erlaubt. Aus Rücksicht auf alle anderen Gäste gilt in der Regel ab 22 Uhr eine Nachtruhe. Musik ist dann nicht mehr gestattet, der Aufenthalt draußen, um sich zu unterhalten, noch bis 24 Uhr.

Wo ist Campen am Bodensee am günstigsten?

Campingurlaub ist im Vergleich zu Hotel und Ferienwohnung am Bodensee noch die kostengünstigste Möglichkeit, aber spielen auch hier die Lage des Campingplatzes und die Tatsache, dass es eine beliebte Urlaubsregion ist, bei der Preisklasse eine Rolle. Zudem ist zu beachten, dass sich die Kosten für einen Tag aus vielen Faktoren zusammensetzen: Personenanzahl (Erwachsene und Kinder), Stellplatz für Wohnmobil oder nur für ein Zelt, aber auch mit Platz für Auto oder Motorrad, Gebühren für Strom, Müllentsorgung und WLAN sowie die Kurtaxe. Manche Betreiber geben direkt nur eine oder mehrere Tagespauschalen an, andere nennen alle genannten Posten einzeln und rechnen zusammen.

Das Vergleichsportal camping.info listet Campingplätze ab rund 25 Euro pro Nacht in der Hauptsaison auf. Im Preis enthalten ist hier in der Regel der Aufenthalt von zwei Personen mit Caravan oder Auto, Strom und Kurtaxe. Der Campingplatz Horn in Gaienhofen zum Beispiel bietet dies ab 24 Euro an. Deutlich preiswerter ist der DKV-Campingplatz mit 17,50 Euro pro Nacht für zwei Erwachsene, Caravan oder Auto, Strom und Kurtaxe. Obwohl besonders preisgünstig, liegt er trotzdem direkt am See und auch sehr nah zu Ausflugszielen: Konstanz und die Insel Mainau sind jeweils nur vier Kilometer entfernt.

Wann öffnen Campingplätze am Bodensee?

"Die beste Reisezeit am Bodensee ist jederzeit" - so lautet das Motto der Tourismusregion. Schließlich liegen auch die Alpen zum Greifen nahe, und Wintersportorte sind schnell zu erreichen. Viele Campingplätze am Bodensee haben ganzjährig geöffnet, sodass auch Wintercamping möglich ist.

Campingplätze, die über die Wintermonate geschlossen sind, haben in der Regel Saison von April bis Oktober. Die Ferienmonate Juli und August zählen dabei zur Hauptsaison, die übrigen zur Nebensaison.

Ein Tipp der lokalen Urlaubsexperten: Wer den See ruhiger und in seiner ursprünglichen Form erleben will, sollte seinen Aufenthalt im Frühling oder Herbst planen. Durch das milde Klima vor Ort kann man auch in dieser Zeit mit gutem Wetter rechnen.

Welcher Campingplatz am Bodensee ist zu empfehlen?

Zu den ganzjährig geöffneten Campingplätzen zählt etwa der Gitzenweiler Hof auf der Insel Lindau. Er bietet für jeden Urlaub ein Plätzchen, sei es mit der kleinen Parzelle für das Zelt oder einem Stellplatz für den voll ausgestatteten Camper. Auch wer sich für diese naturnahe und unabhängige Form von Urlaub interessiert, aber nicht direkt viel in seine Ausstattung investieren will, kann beispielsweise im Camping-Park in Lindau seine ersten Erfahrungen sammeln, denn er bietet auch Wohnwagen zur Miete an. In kleinen Bungalows ist außerdem der neue Reisetrend Glamping möglich.

Einen Urlaub in Premiumlage verspricht der Campingplatz Klausenhorn bei Konstanz, der größten Stadt am See. Der Vier-Sterne-Campingplatz liegt auf einer kleinen Landzunge und bietet direkten Seezugang mit Strandbad. Mehrere Spielplätze, Tischtennisplatten und ein Beachvolleyballfeld sorgen für Aktivitäten direkt am Platz. Eine Besonderheit des Campingplatzes Klausenhorn sind die "Schlaffässer" mit ihrem historischen Hintergrund: Als von 1414 bis 1418 das Konzil von Konstanz stattfand, nächtigten viele Besucher in solchen kleinen Unterkünften, die auf diesem Campingplatz und auf anderen nachgebaut wurden. Auf österreichischer Seite macht die Anlage "Camping Mexico" schon vom Namen her auf sich aufmerksam. Der Camping-Park bei Bregenz liegt mitten in der Natur und direkt am Wasser. Seine Betreiber haben sich in besonderem Maße dem Umweltschutz verschrieben. In der Gastronomie werden keine Dosen verkauft und kein Wegwerfgeschirr genutzt. Getränke und Lebensmittel kommen aus biologischem und regionalem Anbau. Für Strom und Warmwasser sorgt eine Solaranlage.

Übrigens: Hundebesitzer müssen sich auch nicht lange auf die Suche nach einem geeigneten Campingplatz für sich und ihre Vierbeiner begeben. Mittlerweile haben sich zwei Drittel aller Plätze auf Hunde als Gäste eingerichtet und bieten eigene Spielwiesen für Bello und Co., Hundeduschen und Hundestrände. Hier empfiehlt das Tourismusbüro unter anderem den Gern-Campinghof Salem und den Campingpark Gohren am See.

Weitere Tipps für eine Reise zum Bodensee:

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