Der Dokumentarfilm zum Holocaust-Gedenktag geht der Frage nach, warum die Alliierten so lange zögerten, den industriellen Massenmord der Nazis gezielt aufzuhalten.

Rudolf Vrba und Alfred Wetzler, zwei Lagerinsassen im KZ Auschwitz-Birkenau, die im April 1944 wie durch ein Wunder aus der Hölle des Massenmords entkommen konnten, wussten sehr genau zu berichten, was vor Ort wirklich geschah. Wetzler musste detaillierte Listen über die Besitztümer und die Kleidung der zur Tötung angelieferten Neuankömmlinge anfertigen. Außerdem sprach er gut Deutsch und konnte so Unterhaltungen der Wachmänner heimlich folgen. Nach ihrer Flucht berichteten die beiden Ex-Gefangenen ausführlich, wie die Nazis die industriellen Morde betrieben. Wie Regisseur Mark Hayhurst im neuen ARTE-Dokumentarfilm "1944: Bomben auf Auschwitz?" zeigt, konnten Vrbas und Wetzlers Augenzeugenberichte, die später bis zum US-Präsidenten Roosevelt vordrangen, jedoch wenig Konkretes bewegen.

Zwischen den Alliierten brach rasch eine heftige Debatte aus, wie man das Töten in Auschwitz verhindern könnte. Dabei wurden konkrete Bombardierungspläne etwa für eine Bahnlinie in Richtung des Lagers und für das KZ selbst ausgearbeitet. Briten und Amerikaner nahmen dann aber Abstand von diesen Plänen. Alle verfügbaren Kräfte wurden für die vorgesehene Landung in der Normandie mobilisiert, um die Nazis zu stoppen. Einige Kritiker damals wie heute werten die Prioritätensetzung allerdings durchaus als moralische Fehlleistung. Der Film erzählt mit vielen Reenactmentszenen die ganze Geschichte.

1944: Bomben auf Auschwitz? – Di. 21.01. – ARTE: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH