Es ist der Albtraum für Eltern: Das eigene Kind wird umgebracht. Die ZDF-Reihe "37°" stellt die bewegende Frage: Kann man einen Mord verzeihen?

Er war nur zur falschen Zeit am falschen Ort. Samuel wurde zusammengeschlagen. Der 25-Jährige starb an seinen Verletzungen. Dass die Täter, zwei junge Männer, geschnappt, überführt und langjährige Gefängnisstrafen erhielten, brachte Samuels Mutter keine Gerechtigkeit. Im Gegenteil! Die Gedanken von Sigrid kreisten jahrelang um die Täter. "Man will wissen, wer einem das Kind genommen hat", sagt sie im Film von Tina Solimann und Thorsten Lapp, der nun im Rahmen der ZDF-Reihe "37°" zu sehen ist.

Die Autoren begleiten in ihrer aufwühlenden Reportage zwei Mütter, die ihre Kinder bei schrecklichen Mord-Angriffen verloren haben. Beide sind mit ihrem Verlust sehr unterschiedlich umgegangen. Petra hat es geschafft mithilfe langer Gespräche mit Menschen, denen es ähnlich erging, dem Mörder ihrer Tochter zu verzeihen.

Sigrid hingegen hat die direkte Konfrontation gesucht. Ihr wurde genehmigt, dass sie mit den Tätern im Gefängnis sprechen konnte. Einer der reuigen Schläger sagte über seine Opfer: "Bisher sind sie doch immer wieder aufgestanden." Durch das direkte Gespräch wurde der Mutter immerhin bewusst, dass der Mörder die Verantwortung für seine Tat übernimmt. Für Sigrid bedeutet das keinen Trost, aber doch ein Stück Gerechtigkeit.


Quelle: teleschau – der Mediendienst