Diane Kruger erprobt ihr komödiantisches Talent: Sie spielt eine hinterlistige Heiratswillige, die das Schicksal überlisten will. Ihr Opfer mimt Frankreichs Comedy-Held Dany Boon.

Den richtigen Partner fürs Leben zu finden, den einen, mit dem man durch dick und dünn gehen kann – alles andere als einfach. Es ist ein altbekanntes Menschheitsdrama, denn mit der Liebe ist es wie mit dem Glück: Es passiert, oder es passiert eben nicht. Und ob die Liebe hält, das ist schon wieder eine ganz andere Frage. Regisseur Pascal Chaumeil inszenierte in "Der Nächste, bitte!" (2012) turbulent die Geschichte eines Traumpaars wider Willen. Das Erste zeigt die romantische Komödie mit Dany Boon und einer bezaubernden Diane Kruger zu später Stunde.

Die Pariser Zahnärztin Isabelle (Diane Kruger) hat die große Liebe eigentlich schon gefunden: Seit Ewigkeiten sind sie und Pierre (Robert Plagnol) ein Paar. Ihre Beziehung ist routiniert im besten Sinne, selbst der Sex folgt einem strengen Zeitplan. Aber was soll's: Die Liebe ist kein Abenteuer, und Pierre, der gut situierte, attraktive Zahnarzt, will Isabelle zum Zwecke der Fortpflanzung unbedingt heiraten. Dummerweise liegt ein mysteriöser Fluch über Isabelles Familie: Mit ihrer ersten Ehe hatten die Frauen seit Generationen Pech, dafür hielt die zweite Heirat für immer.

Zusammen mit ihrer Schwester Corinne (Alice Pol) will die kluge, gleichwohl abergläubische Isa das Schicksal überlisten. Pro forma will sie einen Unbekannten heiraten, sich dann sofort scheiden lassen, um dann endlich mit Pierre vor den Altar zu treten. Für dieses Ansinnen kommt ihr Jean-Yves (Dany Boon) sehr gelegen: ein etwas trotteliger, unscheinbarer Reisejournalist, der als Ehe-Strohmann herhalten soll.

Kurzerhand reist die zielstrebige Isa ihm nach Afrika hinterher und nutzt eine Hochzeit der Massai für ihre eigenen Avancen – und siehe da, es funkt. Dumm nur, dass sich der uncoole Jean-Yves, mit dem sie nun rechtskräftig verheiratet ist, zurück in Paris nicht mehr abwimmeln lässt. Isa gerät immer mehr in die Bredouille, auch ihrem Verlobten Pierre gegenüber, der von all dem nichts wissen darf ...

Der französische Regisseur Pascal Chaumeil ("Der Auftragslover", "A Long Way Down") zeigt hier einmal mehr seinen Sinn für Humor. Er erzählt, unterstützt von den Machern des Publikumserfolgs "Ziemlich beste Freunde", eine turbulente Geschichte im Stile Hollywood'scher Screwball-Komödien, in der sich die Handlung in absurdes Theater windet. Für Diane Kruger ("Inglourious Basterds", "Aus dem Nichts") war es die erste komische Rolle, ihre Sache als Komödienheldin macht sie in weiten Teilen nicht schlecht. Aber kein Vergleich zu Dany Boon ("Willkommen bei den Sch'tis"), der einmal mehr zeigt, dass er ein genialer Komiker ist. Die Rolle des tollpatschigen, arglosen Reiseberichterstatters, der von der Liebe im Grunde keine Ahnung hat, erfüllt er voll und ganz. So ist "Der Nächste, bitte" in weiten Teilen durchaus charmante Unterhaltung, auch wenn der Plot ziemlich haarsträubend ist. Aber das ist die Liebe manchmal ja auch.


Quelle: teleschau – der Mediendienst