Auf dem Wasser füreinander entflammt: Im Finale von "Adam sucht Eva" angelt sich Promi-Eva Gina-Lisa den "Normalo" Antonino. Er nennt sie bereits "Liebling", sie lobt sein "großes Herz".

Nur so ein Gedankenspiel: Ein älteres Ehepaar aus Florida, Hobby: Kreuzworträtsel lösen und Funktionsjacken auslüften, vertippt sich während des Deutschlandurlaubs im Hotel auf der Fernbedienung – und landet nicht bei einer Tierdoku auf ARTE, sondern versehentlich bei RTLs Staffelfinale von "Adam sucht Eva". Alles andere als eine Schockstarre ob all der betont nebensächlich präsentierten Geschlechtsorgane und verbalen Anzüglichkeiten wäre eine Riesenüberraschung. Führen in dem angeblichen "Land Of The Free" doch schon kleinste Nippelblitzer zu Tumulten.

Aber auch an Trash-TV gewöhnten Zuschauern hierzulande verlangte die letzte Folge der diesjährigen Staffel des Nacktdatings noch einiges an Durchhaltevermögen ab. Zunächst verfolgten die Kameras, wie der Ludwigsburger Mundart-Macho Antonino in Zeitlupentempo Gina-Lisa mit Sonnenlotion einsprühte. Von vorn, von der Seite, von hinten. Körperfläche ist bei der getunten Ex-Teilnehmerin von "Germanys Next Top Model" ja ausreichend vorhanden.

Antonino wirkte dann auch arg abgelenkt, was Gina-Lisa zu der kichernden Aussage brachte: "Ich glaube, es gibt auch was Schlimmeres, als mich anzusprühen." Ja, grinste die vollkörpertapezierte Fitness-Frohnatur, er "tue die schon öfters eincremen oder einspritzen, ha ha."

Eigentlich hätte man spätestens zu diesem Zeitpunkt umschalten oder aus dem Raum gehen müssen, aber dann hätte man einen Fußfetischisten und "Rapper" namens Peurcy verpasst. "Ich krache mit meinem Lambo ins Parlament", radebrechte der 27-jährige Oldenburger, stieß dazu seltsame Stöhnlaute aus und gab die Losung aus, dass sein "Peter" stehe, wenn er "optische heiße Feger" erblicke: Die sollten natürlich kleiner als er, langhaarig und treu sein – "alles, was ich nicht bin". Man stellte vorsichtshalber einen Brecheimer parat.

Die eingangs optisch gar nicht abgeneigte Emilija blockte den Neuzugang jedoch schneller, als der schief freestylen konnte. Sie entdeckte, dass Peurcy sich die Fußnägel lackiert hatte: in babyblau. Ein Sakrileg. "Das ist nicht normal für einen Mann", wetterte die Ex-"DSDS"-Teilnehmerin. Zuvor hatte sie sich schon durch den allzu lockeren Gebrauch von Schimpfworten unbeliebt gemacht. Da konnte der selbstverliebte Peurcy dann schwadronieren, was er wollte. Der zarte Zauber des Anfangs – dahin!

Nicht so bei Gina-Lisa und Antonino. Die Zwei kamen sich an Bord der "Liebesjacht" immer näher. Radiologie-Praktikantin Gina-Lisa: "Er hat das Herz am rechten Fleck." – "Sie macht misch lebendisch", schwäbelte Antonino und bezog das Kompliment vor allem auf eines seiner Körperteile. Die Kamera hielt gnadenlos drauf. Es war nicht sein Fuß (sorry, Peurcy!).

Apropos: Körper. Großklappe Emilija musste seekrank die Segel streichen. "Mir ist kotzübel", wimmerte sie am Abend und verkroch sich. Gina-Lisa analysierte die Konkurrentin derweil hellsichtig: "Sie denkt, sie sei was Besseres und beschimpft andere Mädchen, das geht gar nicht." Geradezu Bühnenqualität hatte dann die Szene, in der Gina-Lisa Emilija nach eigenen Worten "trösten wollte": Gina-Lisa, mit betont besorgter Miene: "Willst du jetzt gehen? Dann geh' jetzt auch mal. So bringt das ja nichts, Schatzi! Ich sage das auch für dich, dass du gehen willst." Emilija, knöterig: "Lass mich!" Sollte Gina-Lisas TV-Karriere irgendwann einmal stottern, eine goldene Zukunft als Premium-Rausschmeißerin in Düsseldorfs In-Diskos wäre ihr sicher.

Sicher waren sich auch die anderen Kandidaten. Der Schweizer Marvin sprach aus, was alle dachten: "Die Gina-Lisa und der Antonino sollen zusammen ins Paradies." Gesagt, getan. "Ich gehe da jetzt hin mit einem Adam, der mich wirklich lieb hat, was gibt es Schöneres?", strahlte Gina-Lisa. Irritierend: Man nahm ihr die kindliche Freude wirklich ab.

"Auf uns und die Gesundheit!", sagte die 32-Jährige beim Zuprosten mit ihrem Muskelbeau. "Augen gucken!", ermahnte sie ihn eine Sekunde später streng. Es hatte etwas Rührendes, als die Frau, die immer mehr aussieht wie eine aus dem Ufer gelaufene Männerphantasie den nackten Mann an ihrer Seite fragte: "Nimmst du mich heute in den Arm, wenn mir kalt ist?"

Das werde er "selbstverständlich" tun, erwiderte Antonino und ging direkt in die Vollen: "Auf unsere Liebe!" Gina-Lisa, womöglich versehentlich in Gedanken bei Kai Pflaume: "Nur die Liebe zählt!" Die anschließenden Worte waren dann wieder nur etwas für Hartgesottene. Sie habe "so etwas" noch nie erlebt, gestand Gina-Lisa, "ich wurde noch nie richtig geliebt".

Ob es ausgerechnet der Mundart-Macho sein wird, der ihr das gibt, wonach sie sich sehnt? Der Mann, der lautstark verkündete, seine Freundin dürfe nie allein ausgehen? Der Mann, der Gina-Lisa nach den ersten gemeinsamen Stunden schon als "Liebling" okkupierte und ihr sagte, er habe sich in sie verliebt? Fraglich, ob es ihr zu wünschen ist. Sicher aber scheint: Die mit allen Wassern gewaschene Gina-Lisa wird sich zum Status ihres Liebeslebens nicht allzu lange in Schweigen hüllen. Dafür aber wieder in Kleidung.


Quelle: teleschau – der Mediendienst