Wird Kleidung, die mit entsprechend angepriesen wird, auch wirklich nachhaltig produziert? Zwei WDR-Reporter sind dem auf den Grund gegangen - auch im Undercover-Einsatz.

Bio ist in. Und mit Öko lässt sich sowieso alles nur noch viel besser verkaufen. Diesen Trend zu einer angeblichen Nachhaltigkeit nutzt auch die Textilindustrie für sich. Sie bringt immer weitere Kollektionen in die Geschäfte – mitunter zu Spottpreisen. Gleichzeitig wirbt sie damit, dass die Kunden bloß kein schlechtes Gewissen haben sollen, wenn der Preis für ein T-Shirt gerade mal bei ein paar lächerlichen Euro liegt. Angeblich sei das Stück Stoff doch unter hohen Umweltstandards hergestellt worden.

Die WDR-Reporter Edith Dietrich und Catrin Risch sind für "Exclusiv im Ersten: Unsere Kleidung – Grün gewaschen oder wirklich nachhaltig?" unter anderem undercover den Versprechungen nachgegangen, dass eine als "grün" angepriesene Kleidung nachhaltig produziert worden ist. Dagegen spricht schon der immense Boom der Konsumlust. So ist in den vergangen 15 Jahren der Verkauf von Kleidung weltweit um das Doppelte angezogen. Gleichzeitig aber fiel die durchschnittliche Nutzungsdauer eines Kleidungsstückes massiv. Der Konsument behält ein Kleidungsstück im Schnitt nicht einmal mehr für ein Jahr. Von Nachhaltigkeit kann da also keine Rede sein.

Was kaum bekannt ist: Auch eine ausufernde Textilproduktion trägt eindeutig zur Umweltzerstörung bei. Aktuelle Zahlen erschrecken. Die gesamte Industrie verursacht in nur einem Jahr mehr als eine Milliarde Tonnen CO2. Das ist mehr als alle jährlichen internationalen Flüge und Schifffahrten zusammen.


Quelle: teleschau – der Mediendienst