"Das Traumschiff: Kapstadt"

Bei den Szenen an Deck musste getrickst werden

von Hans Czerny

Ein bisschen Fernweh in Corona-Zeiten: "Das Traumschiff" nimmt die Zuschauer mit nach Kapstadt. Allerdings hatte die Corona-Pandemie auch Auswirkungen auf die Dreharbeiten.

ZDF
Das Traumschiff: Kapstadt
Komödie • 26.12.2020 • 20:15 Uhr

Das Stück Sehnsuchtsfernsehen kommt gerade recht: Trotz Corona-Krise und Stillstand im Kreufahrttourismus sticht an Weihnachten und Neujahr wieder das ZDF-"Traumschiff" in See. In der 88. und 89. Folge seit 1981 geht es nach Kapstadt und auf die Seychellen. Für Überraschungskapitän Florian Silbereisen, der seit 2019 auf der Brücke des ZDF-Quotendampfers Dienst tut, sind es bereits die Fahrten vier und fünf. Allerdings kam auch Silbereisen nebst Crew bei den Dreharbeiten im März die Corona-Krise dazwischen. Die Szenen auf offener See wurden nicht mehr abgedreht, Corona erzwang die Pause, die Amadea nahm Kurs auf ihre Heimat Wilhelmshaven. Erst im Juni konnten die Deck-Szenen mittels Green-Screen-Trick dann nachgeholt werden.

Beim Start nimmt die stets gut gelaunte Chefhostess Hanna Liebhold (Barbara Wussow) Gäste und Besatzung freundlich in Empfang. Es wird Dr. Sanders "letzte Reise" sein. Nick Wilder (68), einst "Herr Kaiser von der Hamburg-Mannheimer", zieht sich nach zehn Jahren aus dem "Traumschiff" zurück. In Montana / USA betreibt Wilder mit seiner Frau, der Schauspielerin Christine Mayn, ein Gästehaus. Eine tüchtige Nachfolgerin hat Dr. Sander in Julia Brand (Sina Tkotsch) bereits selbst ausgesucht. Schwer fällt es ihm dennoch, sich vom Leben an Bord zu trennen. Die Aussicht auf die Liebe an Land wird ihn aber retten. Am Ende singt der scheidende Arzt "True Love" zur Gitarre – und das nicht mal schlecht.

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Hauptstück der Kapstadt-Reise ist allerdings die Suche der 19-jährigen Afrodeutschen Lea (Melodie Wakivuamina) der Suche nach ihrer leiblichen Mutter in Südafrika. Von der "Einheimischen" Motsi Mabuse wird sie von einem Markt ans Grab der leider bereits verstorbenen Mutter geleitet. Das wiederum macht das Leben für die mit Kisten voller Impfstoffen und medizinischer Ausrüstung mitgereiste Kirchenschwester Magdalena (Marianne Sägebrecht) nicht gerade leicht. Dass Magdalena die Adoption damals aus reiner Nächstenliebe arrangierte, mag Lea zunächst so gar nicht glauben. Wie gut, dass Florian Silbereisen als Kapitän Parger die Gefühle ins rechte Lot bringen kann.

Um indessen die Zuschauer wieder aufzuheitern, erfand Drehbuch-Autor Jürgen Werner noch einen ins Komische tendierenden Beziehungsstrang: Eine Dating-Agentur hat 50.000 Euro zur Belohnung ausgesetzt, wenn sich zwei vom Zufallsgenerator ausgesuchte Menschen beim Blind Date auf der Reise wirklich ineinander verlieben. Nicht leicht, wenn die weibliche Hälfte dabei stets wechselnde Nasenfahrräder trägt.

In Nebenrollen wirken diesmal wieder allerlei Promis mit: Motsi Mabuse als Einheimische, die Lea den Weg zum Grab der Mutter weist, Linda Evans als "Linda Evans" 30 Jahre nach dem "Denver Clan", und Joko Winterscheidt als Bruder des Kapitäns Parger. Nur Hoteldirektor Schifferle (Harald Schmidt) fehlt – er hat sich "krank gemeldet", behauptet Hanna Liebhold gleich zu Beginn. In Wahrheit hinderte die Pandemie Harald Schmidt im März daran, an Bord zu gehen. Weil Autor Jürgen Werner den Kapstadt-Film eilig umschrieb, konnte man aber weiterdrehen, bevor im März die große Pause kam. Die Bordszenen der Neujahrsfolge "Seychellen" wurden dann im Juni 2020 auf der Heimatwerft in Bremerhaven gedreht – der Meerblick wurde mittels Green-Screen einfach zugespielt.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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